Hülkenberg: "Dirty Air" bleibt auch mit F1-Autos für 2022 ein Problem

Ex-Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg ist sich nicht sicher, ob die neuen Regeln für 2022 das Problem der "Dirty Air" wirklich lösen, und erklärt die Gründe für seine Zweifel

Hülkenberg: "Dirty Air" bleibt auch mit F1-Autos für 2022 ein Problem

Die Formel 1 fährt in diesem Jahr unter einem neuen technischen Reglement, das eine Überarbeitung der Aerodynamik beinhaltet und die bisherige Hackordnung aufweichen soll. Ziel ist es, das komplette Feld konkurrenzfähiger zu machen.

Die Piloten sollen in die Lage versetzt werden, mehr Rad-an-Rad-Duelle zu fahren, ohne dabei so viel Abtrieb in der "Dirty Air", also den Luftverwirbelungen des Vordermannes, zu verlieren wie vorher. Doch Nico Hülkenberg äußert Zweifel daran, ob das Problem der "Dirty Air" tatsächlich gelöst sein wird.

Zwar werden die Autos für 2022 erst bei den Formel-1-Vorsaisontests Ende Februar zum ersten Mal auf die Strecke gehen, aber die Fahrer haben sich bereits in den Simulatoren mit den neuen Modellen vertraut gemacht, um einen ersten Vorgeschmack auf das zu bekommen, was sie in diesem Jahr erwartet.

2022er-Autos sind nicht viel langsamer

Hülkenberg, der zuletzt 2019 mit Renault in der Formel 1 in Vollzeit fuhr, 2020 aber drei Einsätze für Racing Point hatte, arbeitete zuletzt für Aston Martin als Reserve- und Entwicklungsfahrer und im Simulator Erkenntnisse über die neuen Autos.

Auf seiner LinkedIn-Seite erklärt der Deutsche, warum seine Erfahrungen darauf hindeuten, dass die Boliden für die neue Saison nicht viel langsamer oder anders zu fahren sein würden und dass die "Dirty Air" weiter ein Problem darstellen könnte.

"Sie wollten die Autos etwas langsamer und schwieriger zu fahren machen, um den Fokus mehr auf die Fahrer zu legen, die einen Unterschied machen können, anstatt dass die Leistung des Autos und die Aerodynamik dominieren", meint Hülkenberg.

Hoher Kurvenspeed und viel "Dirty Air"?

"Nach meinen ersten Erfahrungen sind die neuen Autos aber verdammt schnell und nicht unbedingt langsamer als die letzte Generation. Auch das Fahrgefühl hat sich nicht sonderlich verändert, zumindest im Simulator. Es wird sehr interessant sein zu sehen, ob diese Autos dem Vordermann wirklich besser folgen können."

Hülkenberg hat in dem Punkt jedoch berechtigte Bedenken: "Im Simulator sind die Kurvengeschwindigkeiten extrem hoch, sodass die Gefahr von 'Dirty Air' immer noch gegeben ist, und ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es bei diesen Geschwindigkeiten einfach sein wird, einem anderen Auto zu folgen."

"Wie auch immer, ich hoffe, wir werden positiv überrascht sein. Sobald die Vorsaisontests beginnen, werden die Fahrer und Teams herausfinden, wie sich die Autos wirklich auf der Strecke verhalten." Getestet wird vom 23. bis 25. Februar in Barcelona.

Team und Fahrer vor "riesiger Lernkurve"

Hülkenberg glaubt, dass das neue Reglement eine "riesige Lernkurve für alle Beteiligten" darstellen wird, und obwohl es seiner Meinung nach "zu früh für Vorhersagen" sei, rechnet er damit, dass die Topteams der letzten Jahre wieder an der Spitze stehen werden.

Bereits im September gab der ehemalige Formel-1-Pilot bekannt, dass seine Hoffnungen auf eine Vollzeit-Rückkehr in die Königsklasse im Jahr 2022 vorbei seien. Der 34-Jährige testete anschließend für das IndyCar-Team von McLaren, schloss aber einen Wechsel in diese Serie aus persönlichen Gründen aus.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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