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Im Verzug: Neuer Renault beim Testauftakt nicht einsatzbereit?

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Im Verzug: Neuer Renault beim Testauftakt nicht einsatzbereit?
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
12.02.2019, 18:20

Das war beim Ex-Partner Red Bull oft ähnlich: Weil zu lange im Windkanal entwickelt wurde, ist Renault mit dem R.S.19 für den ersten Testtag spät dran

Das Renault-Team hat am Dienstag in Enstone zwar das neue Auto für die Formel-1-Saison 2019 gezeigt, doch einsatzbereit ist der R.S.19 noch nicht. Das gibt Teamchef Cyril Abiteboul offen zu, wenn er sagt, dass es mit dem für den 16. Februar gebuchten Filmtag in Barcelona "superknapp" wird.

Sicher könne er derzeit nur bestätigen, dass am Samstag zwei Fahrer und ein Motorhome vor Ort sein werden: "Wir planen immer noch einen Shakedown am Samstag, im Rahmen eines Filmtags. Den müssen wir Stand heute aber vielleicht absagen", erklärt Abiteboul. Selbst der erste Testtag am Montag sei in Gefahr.

Im Bestreben, mit dem Aero-Design des R.S.19 ans absolute Limit zu gehen und die Entwicklungszeit im Windkanal maximal auszureizen, sei man "diesen Winter vielleicht einen Schritt zu weit gegangen", räumt der Franzose ein und schließt daraus: "Da müssen wir nächstes Jahr eine Spur konservativer werden."

"In der Produktion geben sie gerade alles, um das Auto für den ersten Testtag fertig zu bekommen", berichtet er. "Es geht ja nicht nur um die Performance, sondern auch um die Zuverlässigkeit. Wenn du ohne Shakedown anfängst, stehst du vielleicht am Anfang zu viel rum. Wir sind einen Schritt zu weit gegangen. Das müssen wir für nächstes Jahr neu bewerten."

Zum Teil sei das Problem ein hausgemachtes: "Vielleicht leiden wir ein bisschen unter der Tatsache, dass bei uns nun die Prozesse komplett inhouse ablaufen. Wenn du Teile von Zulieferern bekommst, sind die Deadlines nicht verhandelbar. Aber wenn du dein eigener Zulieferer bist, fängst du manchmal an, Deadlines auf einer Seite zu verschieben. Das spielt sicher auch rein."

Abiteboul betont gleichzeitig, dass sich die Formel-1-Verantwortlichen mit dem finalen Absegnen des Reglements seiner Meinung nach zu lang Zeit gelassen haben: "Manchmal haben wir späte Regeländerungen schon kritisiert. Das ist jetzt die Konsequenz davon. Ich glaube, dass wir nicht das einzige Team in dieser Situation sind", ärgert er sich.

Letztendlich ist das knappe Timing bei Renault wohl eine Folge des neuen Anspruchs. Das Team möchte 2019 den nächsten Schritt machen, und um das zu erreichen, wurde über den Winter so hart gearbeitet wie noch nie in der jüngeren Geschichte des Unternehmens. Das bedeutet, dass in den R.S.19 mehr Entwicklungszeit investiert werden konnte.

Es bedeutet aber auch, dass das Timing jetzt im Endspurt ziemlich knapp wird. Für Abiteboul das geringere Übel als ein langsames Auto: "Wir wissen, dass es eine direkte Korrelation gibt zwischen der Zeit, die du im Windkanal verbringst, und der Konkurrenzfähigkeit auf der Strecke", sagt er. "Genau darauf kommt es an: immer ans Limit zu gehen."

Mit Bildmaterial von Renault F1 Team.

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