James Key: "Porpoising" wird nach fünf Rennen kein Thema mehr sein

"Porpoising" ist das Schlagwort der ersten Formel-1-Testwoche, doch McLaren-Technikchef James Key glaubt nicht, dass das lange ein großes Thema sein wird

Ein Wort ist seit den Wintertestfahrten in Barcelona in aller Munde: Porpoising. Im Grunde jedes Team hatte mehr oder weniger mit dem neuen Phänomen zu kämpfen, bei dem das Auto auf den Geraden immer wieder leicht auf dem Boden auftitscht und das Heck ein klein wenig zu hüpfen beginnt, bevor es wieder angesaugt wird.

"Das ist ein Faktor der Ground-Effekt-Autos, die relativ sensibel sind, wenn es um die Fahrzeughöhe geht", versucht es McLaren-Technikchef James Key zu erklären. "Du gerätst in eine Schwingung, die schon von einer Bodenwelle ausgelöst werden kann. Du bekommst dann eine kleine Instabilität, das Auto geht hoch und dann nimmt es wieder Downforce auf."

Für Key spielen dabei mehrere Faktoren hinein, die sowohl von mechanischer als auch von aerodynamischer Seite kommen. Genau benennen lässt sich das schlecht, "aber wir haben herausgefunden, dass eine Kombination von Dingen dies fördert, und dann kann man davon weggehen", sagt er.

Das Problem: "Wie man erwarten kann, sind Dinge, die Porpoising verstärkt auslösen, theoretisch der richtige Weg beim Set-up und der Aerodynamik-Entwicklung." Aber eben nur in der Theorie, wenn das Problem nicht wäre.

McLaren ohne große Probleme

McLaren selbst hat allerdings nicht so sehr damit zu kämpfen wie andere Teams. "Wir haben es bemerkt, aber für uns war es bislang kein großes Thema", sagt der Technikchef. "Das heißt aber natürlich nicht, dass es mit späteren Entwicklungen nicht zurückkommen kann. Wir hatten kleinere Probleme damit, aber es war keine größere Sorge oder Ablenkung für die Fahrer."

 

 

Das könnte gegenüber anderen Teams natürlich ein Vorteil sein, weiß Key, weil man dadurch in Sachen Set-up eventuell etwas mehr Flexibilität hat, doch warum das Team bislang einigermaßen davon verschont blieb, weiß auch er nicht so genau.

"Ich würde gerne sagen, dass wir einfach superclever waren, aber in Wahrheit ist das sehr schwierig zu simulieren", gibt er zu, sagt aber auch, dass es nicht nur reines Glück ist. "Die Stabilität des Autos spielt eine Rolle und wie gut sich das Auto an die Belastung in unterschiedlichen Fahrzeughöhen klammern kann. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass es Absicht ist."

"Porpoising" nie ganz weg?

Außerdem ist Key aufgefallen, dass vor allem der Ferrari zeitweise starke Probleme damit zu haben schien, wie ein von der Formel 1 gepostetes Video zeigt. "Aber am ersten Tag schien Ferrari noch das stabilste Auto zu haben", meint der Technikchef, dass sich das Verhalten anscheinend schnell ändern kann.

Doch Key ist überzeugt, dass alle Teams lernen werden, damit umzugehen und das Phänomen in den Griff zu bekommen: "Es ist ein Thema, weil es sehr sichtbar ist, aber es wird Lösungen beim Set-up und der Aero-Entwicklung geben, mit denen man herausfindet, wie man es managt. Ich denke, nach den ersten fünf oder sechs Rennen wird man kaum noch darüber reden."

Das heißt allerdings nicht, dass das Problem je ganz verschwinden wird: "Es wird immer eine gewisse Reaktion auf die Bodennähe geben, weil es Ground-Effect-Autos sind", sagt der McLaren-Ingenieur. "Ich denke nicht, dass man das Phänomen ganz wegbekommen wird, weil es einfach Physik ist, aber nach etwas Entwicklungsarbeit wird es deutlich weniger ein Problem und Gesprächsstoff sein."

Mit Bildmaterial von circuitpics.de.

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