Jos Verstappen: Ferrari-Benzinpanne "kein Rechenfehler"

Nach der Ferrari-Benzinpanne am Auto von Charles Leclerc beim Saisonfinale der Formel 1 äußert Rennfahrer-Vater Jos Verstappen Zweifel an der Situation

Jos Verstappen: Ferrari-Benzinpanne "kein Rechenfehler"

Ferrari wurde beim Abu-Dhabi-Grand-Prix ein Regelverstoß nachgewiesen: Das Team hatte vor dem Start zum letzten Rennen des Jahres nicht so viel Sprit in den Tank des Fahrzeugs von Charles Leclerc eingefüllt wie zuvor auf einem FIA-Dokument angegeben. Kostenpunkt: 50.000 Euro Strafe.

Rennfahrer-Vater Jos Verstappen hat nun Zweifel an der Situation angemeldet. Er sagte im niederländischen Fernsehen bei 'Ziggo Sport': "Du weißt, es war kein Rechenfehler."

"Ich werde aber nicht zu viel darüber sagen, weil es in der Formel 1 ein sehr gefährliches Thema ist. Ich will mir da nicht die Finger verbrennen, aber nächstes Jahr müssen die Regeln verschärft werden."

Ferrari und die Antriebsgrauzonen

Was Verstappen nicht ausspricht, wohl aber denkt: Die Routineuntersuchung des Ferrari SF90 mit der darauf folgenden Strafe könnte die nächste Episode im Ringen um Klarheit beim Antriebsreglement sein. Ferrari wird schließlich schon seit Wochen vorgeworfen, man bewege sich hierbei in Grauzonen.

Weil Teams wie Red Bull einen gewissen Verdacht hegen, haben sie wiederholt bei der FIA nachgefragt, um neue technische Richtlinien zu erwirken. Eben diese gab es auffällig häufig in Folge eines entsprechenden Briefs von Red-Bull-Chefingenieur am 22. Oktober 2019.

Es wird vermutet: Mit diesen neuen Richtlinien werden Lücken im Reglement geschlossen, die Ferrari bei seinem Antrieb bisher ausgenutzt haben könnte. So erklären manche Beobachter den Leistungsverlust der Ferrari-Boliden in den letzten Rennen der Saison 2019.

Horner begrüßt FIA-Daumenschrauben

Red-Bull-Teamchef Christian Horner begrüßt jedenfalls ausdrücklich, wie der Weltverband FIA zuletzt vorging und meint: "[Die FIA] tut alles, was man kann, um sicherzustellen, dass die Komplexität dieser Antriebe in jeder Hinsicht überwacht wird."

Als expliziten Angriff auf Ferrari und deren Antriebstechnologie will er all das aber nicht verstanden wissen, sondern sagt: "Man unternimmt einfach immer weitere Schritte, um Grauzonen aufzuklären."

Dass Konkurrenzteams in manchen Fällen den Anstoß dazu geben, sei nicht verwerflich, so Horner weiter. "Das gehört dazu. Die Ressourcen der FIA sind limitiert. Sie investieren aber schon sehr viel darin, dass alle unter gleichen Bedingungen operieren können."

Außerdem gehe es darum, in der Vorbereitung auf die nächste Saison zu wissen, was erlaubt sei und was nicht. "Wichtig ist", sagt Horner, "dass Klarheit herrscht für 2020. Hoffentlich zerstreuen Regeländerungen und [neue] technische Richtlinien sämtliche Zweifel."

Jos Verstappen scheint eben solche Zweifel zu haben, auch wenn er sie nicht klar formuliert. Das hat vor wenigen Wochen wiederum sein Sohn bereits getan: Max Verstappen hatte Ferrari schlicht "Betrug" unterstellt.

Mit Bildmaterial von LAT.

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