Jost Capito holt mit Willy Rampf nächsten VW-Mann zu Williams

Mit einem neuen Technischen Direktor und der zusätzlichen Expertise von Willy Rampf als Berater will Williams-Chef Jost Capito das Team auf Vordermann bringen

Jost Capito holt mit Willy Rampf nächsten VW-Mann zu Williams

"Es ist schon verrückt: Während meiner bisherigen Zeit bei Williams hatten wir keinen Technischen Direktor", sagt George Russell. Jetzt aber ist diese Position wieder besetzt, mit dem langjährigen Volkswagen-Technikchef Francois-Xavier Demaison. Und: Zusätzlich steht Williams mit Willy Rampf ein weiterer Motorsport-Technikexperte als Berater zur Seite. Ihn hat der neue Williams-Chef Jost Capito ebenfalls ins Team geholt.

Rampf hatte sich ab 1993 seine ersten Sporen in der Formel 1 verdient, als er bei Sauber als Renningenieur tätig war. Ab 2000 übernahm er beim Team aus der Schweiz die Rolle des Technischen Direktors, ehe er ab 2011 in gleicher Funktion bei Volkswagen die Entwicklung der Rallye-WM-Autos leitete. Und das mit großem Erfolg: Zwischen 2013 und 2016 holte VW alle Titel. Verantwortlich damals für das VW-Projekt: Capito.

Bei Williams treffen die erfolgreichen Volkswagen-Protagonisten von einst also wieder aufeinander, um das Formel-1-Traditionsteam auf Vordermann zu bringen. "Das ist ein großer und positiver Schritt", meint Dave Robson als Leiter Fahrzeug-Performance. Capito bringe nicht nur "frische Ideen" ins Team ein, sondern sorge auch für "neue Energie und Enthusiasmus".

Capito, Demaison, Rampf: "Riesenschritt" für Williams

Er selbst, so Robson, habe Rampf bisher nicht persönlich getroffen, wisse aber natürlich um dessen Lebenslauf im Motorsport. O-Ton: "Seine Karriereleistung ist beeindruckend." Mit Demaison als Technikchef und Rampf als Berater werde Williams einen "Riesenschritt" machen können. "Wir müssen noch sehen, wie wir all das zusammenbringen", sagt Robson, "aber es sind wirklich spannende Zeiten".

Genau so sieht es auch Williams-Fahrer Russell, der bei seinem Formel-1-Debüt 2019 zunächst noch mit Paddy Lowe in der Rolle des Technischen Direktors arbeitete, ehe dieser das Team während der Saison verließ. Einen Ersatzmann gab es nicht, laut Russell fehlte Williams seither eine technische Führungsperson.

"Priorität hatte in dieser Phase und bis zur Übernahme durch Dorilton, das Team am Leben und die Jobs zu erhalten", erklärt der Formel-1-Fahrer. "Es ging nicht so sehr darum, das Auto so schnell wie möglich zu machen. Man wollte nur in der Formel 1 dabei bleiben." Das sei "natürlich gut" gewesen, sagt Russell, aber jetzt könne Williams dank der neuen Spitzentechniker ein ganz neues Kapitel aufschlagen.

Russell: Mit Technischem Direktor geht es jetzt voran!

Russell weiter: "Es ist unheimlich wichtig, einen Technischen Direktor zu haben. Im Team gibt es so viele unterschiedliche Abteilungen. Die Formel 1 ist wie ein Puzzle im XXL-Format, und du musst diese Teile zusammensetzen. Letzteres fällt dem Technischen Direktor zu."


George Russell, Williams FW43B

George Russell, Williams FW43B
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Foto: : Charles Coates / Motorsport Images

Nicholas Latifi, Williams FW43B

Nicholas Latifi, Williams FW43B
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Foto: : Zak Mauger / Motorsport Images

George Russell, Williams FW43B

George Russell, Williams FW43B
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Foto: : Charles Coates / Motorsport Images

Nicholas Latifi, Williams FW43B

Nicholas Latifi, Williams FW43B
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Foto: : Zak Mauger / Motorsport Images

Nicholas Latifi, Williams FW43B

Nicholas Latifi, Williams FW43B
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Foto: : Charles Coates / Motorsport Images


Zuletzt hätten viele Mitarbeiter Aufgaben übernommen, die ihnen eigentlich nicht zugedacht gewesen seien. "Und es gab niemanden, der sie hätte anleiten können. Das mussten sie selbst machen", meint Russell.

"Jetzt aber haben wir einen neuen Chef und einen Technischen Direktor. Damit können sich die Leute wieder auf ihre Hauptarbeit, die Leistung, konzentrieren. Und der neue Technische Direktor bringt das dann zusammen."

Capito sorgt bei Williams für Aufbruchsstimmung

Es sei eine regelrechte Aufbruchsstimmung zu erkennen, alleine schon durch Capito, betont Russell: "Er versprüht richtig viel Motivation. Und er ist sehr nahbar. Er unterhält sich mit jedem in der Box."

"Ihn dabei zu haben, das sind gute Nachrichten für Williams in den kommenden Jahren. Denn ich glaube wirklich: Mit einem guten Chef an der Spitze, der ein ordentliches Technikteam um sich scharen kann, das wird uns helfen, das Auto schneller zu machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Autor Stefan Ehlen