Kimi Räikkönen testet geschlossenes Cockpit an einem Formel-1-Auto

Kimi Räikkönen ist der erste Fahrer, der ein neues Halo-Konzept für ein geschlossenes Cockpit im Rahmen der Formel-1-Tests am Donnerstag im spanischen Barcelona testete.

Die Struktur wurde an seinem Auto für eine morgendliche Installationsrunde angebracht. Die FIA arbeitet daran, ein solches Design für die Formel-1-Saison 2017 zu implementieren.

Der Rahmen ist schwarz lackiert und soll den Kopf des Piloten schützen. In der Mitte der Struktur läuft eine Strebe nach unten. Dies ist die Lösung, die die Teams und die FIA bevorzugen.

Bildergalerie: Formel 1 testet Cockpitschutz

Nach der morgendlichen Installationsrunde wurde das Halo-System wieder vom Auto entfernt, sodass Räikkönen sein normales Test-Programm aufnehmen konnte.

Neutrales Urteil

Ferrari arbeitet bereits einige Zeit an seiner Version des Halo-Konzeptes. Nach den Informationen von Motorsport.com konzentrierte sich eine Menge Arbeit auf das Thema Gewichtsreduktion.

Der erste Protoyp wog etwa 10 Kilogramm, die am Donnerstag getestete Version bringt etwa 6 Kilogramm auf die Waage.

 

Im Moment kann der erste Prototyp nur in einem festen Zustand am Auto angebracht werden. Langfristig besteht die Hoffnung, dass das obere Element variabel wird, damit die Piloten problemlos ein- und aussteigen können.

Das Halo-System wurde von Ferrari am späten Mittwochabend montiert. Sebastian Vettel probierte es in der Garage aus.

Bildergalerie: Formel-1-Testfahrten in Barcelona

Es wurde jedoch beschlossen, dass Kimi Räikkönen für die ersten Sicht-Tests der geeignetere Pilot sei, weil er eine wesentlich neutralere Beurteilung geben würde.

Test-Plan

Die FIA hat in den vergangenen Jahren mehrere Lösungen zum Thema geschlossenes Cockpit sondiert, aber einen endgültigen Standard gibt es noch nicht.

Eine komplett geschlossene Überdachung nach dem Vorbild eines Kampf-Jets würde nicht nur das Ein- und Aussteigen des Piloten erschweren, sondern, im Falle einer Kollision, eventuelle Trümmerteile auch hoch in die Luft schleudern.

Bildergalerie: Ideen für besseren Cockpitschutz

Die Halo-Idee bekam in den vergangenen 18 Monaten viel Unterstützung. Der GDPA-Vorsitzende Alex Wurz sagte, es sei glasklar, dass so eine Idee so schnell wie möglich umgesetzt werden sollte.

FIA-Rennchef Charlie Whiting erklärte den Teams, dass die FIA so etwas für 2017 umsetzen werde.

Wurz sagte gegenüber Motorsport.com: „Vielleicht wird es in ferner Zukunft geschlossene Cockpits wie in einem Kampf-Jet geben, aber im Moment ist das noch zu schwer und zu teuer. Das würde eine lange Vorbereitungszeit bedeuten."

„Eine solche Lösung hätte jedoch auch andere interessante Aspekte. Aber die Experten und die Piloten sind sich darin einig, dass ein Halo-System kommen sollte."

„Dabei geht es um die Sicherheit. Theoretisch könnte die FIA diese Entscheidung alleine treffen, aber es braucht eine strukturelle Änderung am Chassis und es sollte zudem auch so sein, dass bei diesem Thema alle zusammenarbeiten."

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Veranstaltung Formel-1-Test in Barcelona, März
Rennstrecke Circuit de Barcelona-Catalunya
Fahrer Kimi Räikkönen
Teams Ferrari
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