Kleiner Dämpfer für Verstappen: Red Bull verpokert sich im Sprint

Max Verstappen verpasst den Sieg im Sprint von Brasilien aufgrund der falschen Reifenwahl, für das Rennen ist die Ausgangslage nun deutlich unangenehmer

Kleiner Dämpfer für Verstappen: Red Bull verpokert sich im Sprint

Die WM-Führung hat Max Verstappen beim Formel-1-Sprint in Brasilien zwar um zwei Punkte ausbauen können, doch der zweite Platz war ein kleiner Dämpfer für den Niederländer. Denn nach der Disqualifikation gegen Lewis Hamilton war er vom ersten Startplatz aus in den Sprint gegangen, aber die Reifenwahl bei Red Bull stellte sich als falsch heraus und bringt das Team für das Rennen am Sonntag in eine unangenehme Verfolgerrolle.

Verstappen bestritt das Kurzrennen mit den Mediums, Mercedes setzte bei Valtteri Bottas, der von Platz zwei aus startete, auf die weichen Reifen. Und diesen Gripvorteil nutzte der Finne direkt aus und setzte sich noch vor Kurve 1 an Verstappen vorbei, sogar Ferrari-Pilot Carlos Sainz zog mit. Diesen Aspekt am Start hatte Red Bull bei den Überlegungen in Kauf genommen, doch das Verhalten des Softs über die Distanz von 24 Runden kam überraschend.

"Wir wussten ja, dass der weiche Reifen einen Vorteil am Start haben wird. Aber dass er über die Distanz so hält, das hat uns überrascht", sagt ein "nicht zufriedener" Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bei 'Sky'. Denn Bottas konnte mit den Reifen gut haushalten, Verstappen hingegen, der Sainz schnell wieder überholte, kämpfte seinerseits mit Problemen. Das alte Problem der "dirty air" machte sich wieder bemerkbar.

Verstappen: Keine Chance ohne Boxenstopp

"Man kann halt nicht überholen, weil die Reifen sehr schnell überhitzen. Man steckt dann fest, vor allem, wenn die Autos bei der Pace so eng beieinanderliegen. Man kann da in einem Sprint nicht viel machen ohne einen Boxenstopp", sagt Verstappen, der am Start zudem mit Problemen an der Schaltung kämpfte.

"Ich habe die Synchronisation meiner Gänge verloren. Mein Start war nicht überragend, aber beim Hochschalten war es dann einfach schrecklich", erklärt er. Das größere Problem wurde im Verlaufe des Sprints aber die Reifenthematik.

Marko präzisiert: "Wir waren zwar in den meisten Phasen schneller, aber wie wir direkt rangefahren sind, haben wir uns im Mittelsektor die Reifen überhitzt. Und dann hatten wir Probleme mit den Reifen bekommen. Also das, was wir eigentlich von dem Soft Tyre erwartet haben."

Streckentemperatur überrascht Red Bull

So kam Verstappen zwar zwischenzeitlich nah an Bottas heran und konnte auch das DRS nutzen, doch einen aussichtsreichen Angriff konnte er nicht wagen. "Ich konnte schon sehen, dass Valtteri immer größere Probleme bekommen hat. Aber wenn du folgst, werden deine Reifen noch wärmer, weil du immer näher rankommen willst, um DRS zu bekommen. Es sah nicht so aus, als hätte sich Valtteri große Sorgen machen müssen", gibt Verstappen zu.

Der Niederländer erklärt, dass Red Bull von der Streckentemperatur überrascht gewesen sei. Diese war im Vergleich zum Freien Training drei Stunden zuvor deutlich abgefallen, was es den auf Softs gestarteten Fahrern noch einfacher machte, die Reifen zu schonen.

Immerhin zwei Punkte brachte Verstappen durch seinen zweiten Platz ins Ziel, weshalb er seinen Vorsprung auf Hamilton auf 21 Punkte vergrößerte. Doch für das Rennen am Sonntag bleibt Verstappen nun nur der zweite Startplatz, und die Aufholjagd des britischen WM-Rivalen im Sprint von Platz 20 vor auf Rang fünf hinterließ Eindruck.

Marko: Müssen an Bottas vorbei, sonst ...

"Atemberaubend" sei Hamiltons Manöver etwa gegen Lando Norris gewesen, meint Marko: "Ich habe gedacht, der hat einen Gang weniger. Das ist sehr beeindruckend." Hamilton startet aufgrund seiner Motorenstrafe von Platz zehn, doch ein Ruhekissen ist das für Red Bull nicht.

"Wir müssen an Bottas vorbeikommen, das ist klar. Weil sonst bestimmt der das Tempo und der wird so trödeln, dass der Hamilton noch mehr Chancen hat, ganz nach vorne zu kommen", malt Marko das Horrorszenario aus Sicht der Bullen.

Verstappens Bilanz in dieser Saison im Rennen an einem Sprintwochenende ist dabei ebenfalls verheerend: In Silverstone und Monza sah er zweimal nicht die Zielflagge, beide Male nach einer Kollision mit Hamilton. Ob sich Geschichte erneut wiederholt?

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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