Felipe Massa

Kolumne von Felipe Massa: Singapur als die erwartet schwierige Aufgabe

In seiner neuesten Kolumne für Motorsport.com schreibt Williams-Fahrer Felipe Massa über das Stadtrennen in Singapur und weshalb es für sein Team alles andere als einfach war.

Liebe Leser von Motorsport.com,

es gibt viele Gründe, warum der Große Preis von Singapur etwas ganz Besonderes ist. Am offensichtlichsten davon ist natürlich: Es handelt sich um ein Nachtrennen – und das inmitten einer Großstadt. Die Atmosphäre ist klasse, sowohl für die Fans an der Strecke als auch für die Zuschauer zuhause.

Und noch etwas ist anders als sonst: Wir alle arbeiten weiter in der europäischen Zeitzone. Das bedeutet: Wir verlassen den Kurs gegen 3 Uhr Ortszeit und gehen um 5 Uhr morgens ins Bett. Der Wecker klingelt um 14 Uhr und in der Abenddämmerung beginnt unser Arbeitstag.

Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Nach ein paar Tagen ist es in Ordnung, aber zu Beginn des Wochenendes ist es immer wieder seltsam.

Dazu kam dieses Mal noch die Erwartungshaltung des Teams für das Rennen. Wir wussten noch vor dem ersten Training: Singapur würde schwierig für uns werden. Es ließ sich aber recht ordentlich an und wir schienen auch eine Chance auf Q3 zu haben. Doch letztlich scheiterten wir knapp an dieser Aufgabe.

Aufgrund der Strafe gegen Sergio Perez, der gelbe Flaggen missachtet hatte, starteten Valtteri und ich schließlich von den Positionen 10 und 11. Das war positiv für uns.

Das Rennen verlief zunächst auch recht gut. Dank eines guten Starts fand ich mich rasch auf Rang 9 wieder. Ich spekulierte natürlich auf Punkte, was ein schöner Erfolg gewesen wäre. Die Strecke liegt unserem Auto nämlich nicht besonders.

Leider gab es da zwei Faktoren, die gegen uns waren: die Strategie und die Boxenstopps. Am Start hatten wir uns auf drei Reifenwechsel verständigt, um mit den weicheren Pneus Positionen gutzumachen.

Allerdings wäre es rückblickend besser gewesen, nach dem Start auf eine Zweistopp-Strategie zu wechseln und einen sehr langen Mittelstint auf den Soft-Reifen einzulegen. Denn wir mussten uns eher verteidigen als dass wir nach vorn hätten attackieren können.

Wir blieben der geplanten Strategie aber treu, was bedeutete, dass ich mich nach jedem Reifenwechsel von Neuem durch das Feld arbeiten musste. Auf einem Stadtkurs wie Singapur ist das nicht so einfach.

Außerdem hatten wir erstmals in diesem Jahr keine tollen Boxenstopps. Ich glaube, wir haben uns so daran gewöhnt, dass alles wie am Schnürchen läuft, dass wir durchaus überrascht waren, mal nicht den schnellsten Boxenstopp absolviert zu haben.

Bei meinem letzten Reifenwechsel verlor ich ein paar Sekunden. Und so kam ich hinter langsameren Autos zurück auf die Strecke. Das kostete mich meine Chance auf Punkte.

Immerhin: Die Rennbahn, die wir am meisten gefürchtet hatten, liegt nun hinter uns. Die nun folgenden Kurse sollten unserem Auto wieder gut liegen, definitiv besser als Singapur.

Vor uns liegt ein weiter sehr enges Duell mit Force India. Unsere Rivalen haben über die Saison hinweg tolle Entwicklungsarbeit geleistet. Doch ich glaube, wir kämpfen bis zum letzten Rennen um den 4. Platz in der Konstrukteurswertung.

In Monza haben wir 5 Punkte auf sie gutgemacht, in Singapur haben sie uns 4 Punkte abgenommen. Genau so wird es wohl auch in den kommenden Rennen weitergehen. Denn wir kämpfen auf Augenhöhe.

Euer
Felipe Massa

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Rennserien Formel 1
Veranstaltung GP Singapur
Rennstrecke Marina Bay Street Circuit
Fahrer Felipe Massa
Teams Williams
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Tags f1, formel 1, kolumne
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