Laurent Mekies: Ferrari war beim Überholen verwundbar

Ferrari hat sich 2021 im Vergleich desaströsen Vorsaison in der Formel 1 deutlich besser verkauft - Warum ein kleines Update große Wirkung hatte

Laurent Mekies: Ferrari war beim Überholen verwundbar

Platz drei ist deutlich besser als Rang sechs: Ferrari hat sich in der Formel-1-Saison 2021 wieder als "Best of the Rest" hinter Mercedes und Red Bull etablieren können. Doch Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies zufolge kämpft die Scuderia nach wie vor mit einem Nachteil auf den Geraden.

Doch verglichen mit dem Debakel von 2020 hat sich Ferrari wieder deutlich besser verkauft. Noch immer steht der Verdacht im Raum, dass alle Teams mit Ferrari-Motoren aufgrund des FIA-Motoren-Deals in der Saison 2020 mit weniger Sprit auskommen mussten, auch wenn Mika Salo mit seinen Aussagen zurückgerudert ist.

Jedenfalls steht das Werksteam mittlerweile deutlich besser da. Ein Update im Hybridantrieb, das man im letzten Saisondrittel brachte, brachte noch einmal Vorteile mit sich.

Mekies sagt: "In absoluten Zahlen gibt es beim neuen Hybridsystem nichts, bei dem man sagen könnte, dass es ein 'Game Changer' gewesen ist. Aber wenn man nochmal darüber reflektiert, dann denkt man sich schon: 'Was, wenn wir diese Zehntel- und Hundertstelsekunden nicht gehabt hätten?' Es hätte uns um X Positionen nach hinten versetzt."

Damit meint er vor allem das Qualifying in einem Formel-1-Mittelfeld, das in dieser Saison wieder extrem umkämpft gewesen ist. "Weil das Feld so eng ist, glauben wir, dass sie [die bessere Antriebseinheit] im zweiten und besonders im dritten Teil der Saison sehr bedeutungsvoll gewesen ist."

Warum das Hybrid-Update so sehr geholfen hat

Und die Startplätze waren extrem wichtig, denn: "In manchen Situationen waren wir beim Überholen verwundbar, wodurch die Gesamtperformance des Autos zunichte gemacht wurde. Wenn wir einmal hinten lagen, war's das. Das kleine Extra hat uns also geholfen, das Potenzial des Autos besser zu nutzen, weil wir weniger angreifbar gewesen sind und öfter frei fahren konnten."

Schon zu Saisonbeginn stand Ferrari stark verbessert da. Gegenüber 2020 - ob nun mit weniger Benzin oder nicht - sei es ein "signifikanter Schritt" beim Motor gewesen, so der 44-Jährige. "Die Zahlen vom Prüfstand haben uns bereits einen ordentlichen Fortschritt bescheinigt. Wir wussten, dass wir die Konkurrenz nicht einholen würden, aber wen man sich ansieht, wie weit wir 2020 weg gewesen sind, haben wir den Rückschritt deutlich reduziert."

Natürlich waren die Schritte mit nur einer "halben" neuen Powerunit noch nicht groß genug, um die Lücke zu den komplett neuen Motoren von Mercedes und Honda zu schließen (Renault/Alpine verzichtete aus strategischen Gründen auf ein Update).

Dennoch waren die ersten Rennen eine Erleichterung: "Dass es nicht genug war, war keine Überraschung. Aber wir haben gesehen, dass die Schritte der Konkurrenz vielleicht nicht so groß ausgefallen sind wie unserer. Sie waren trotzdem signifikant, vor allem bei Mercedes."

"Wichtig war uns, das Hybrid-Update noch in der Saison 2021 zu bringen, weil wir wussten, dass wir den Rückstand aufholen müssen. Wir konnten mit dem neuen Hybrid den Rückstand erneut reduzieren. Ist er bei null? Nein. Das wird jetzt das Ziel sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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