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Lewis Hamilton: "Bin meinem Vater noch nie so nahegestanden wie heute"

Lewis Hamilton und Vater Anthony Hamilton pflegen eine gesunde Vater-Sohn-Beziehung, das war jedoch nicht immer so - Der Vater ist stolz auf den 91. Sieg

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Lewis Hamilton: "Bin meinem Vater noch nie so nahegestanden wie heute"

Lewis Hamilton erhielt nach seinem 91. Sieg in der Formel 1 viele Glückwünsche, unter den Gratulanten war aber eine besondere Person zu finden: Anthony Hamilton. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn hat sich in den vergangenen Jahren nach dem harten Bruch deutlich verbessert. "Wir waren uns noch nie so nahe", verrät der Mercedes-Pilot.

"Es war ziemlich unglaublich, um ehrlich zu sein. Wie immer haben wir das Rennen angeschaut, wir waren vom Start bis zum Ziel nervös. Diesmal hat es natürlich viel mehr bedeutet. Dass er jetzt 91 Siege in der Formel 1 einfahren konnte, das ist ein Traum, den wir nie wagten zu träumen", kommentiert Hamilton senior den Meilenstein seines Sohnes stolz gegenüber der 'BBC'.

Beim Grand Prix der Eifel zog der sechsfache Weltmeister bei der Anzahl der Siege mit Michael Schumacher gleich. Dass er eines Tages so erfolgreich sein würde, das wusste Vater Hamilton bereits vor 30 Jahren. "Ich wusste vom ersten Rennen weg, das Lewis im Alter von acht Jahren gefahren ist, dass er großartig sein wird."

Auf dem Heimweg "We Are The Champions" gesungen

Der Vater sah den Einsatz und die Entschlossenheit seines Sohnes auf der Rennstrecke. Als er schließlich 2007 tatsächlich als Manager mit Hamilton bei McLaren die Formel-1-Chance verwirklichte, war ihm klar: "Ich wusste, dass, wenn er sich selbst und seinem Talent und Sport treu bleibt, dass er dann phänomenal sein wird."

In den vergangenen fünf Jahren habe sein Sohn noch einen Schritt gemacht, und sich "neu erfunden". Dazu beigetragen haben laut dem Vater das Alter, die Reife, die Liebe zum Sport und zum Wettkampf. "Jeden Tag, an dem er weiterfährt, bringt er uns zum Staunen."

Nicht immer war der Vater auf den Sohn gut zu sprechen, vor zehn Jahren erfolgte die Abnabelung: Hamilton sen. war nicht mehr länger Manager des McLaren-Piloten. Das habe sein Herz gebrochen, erzählte er vor wenigen Monaten. Das Verhältnis hat sich mittlerweile wieder deutlich verbessert.

"Das macht mich sehr glücklich", betont Hamilton junior. "Wir sprechen sehr viel, das hätte ich nie gedacht. Wir verbringen viel Zeit miteinander, erst am Wochenende vor dem letzten Rennen waren wir zusammen. Wir führen viele Gespräche über alles Mögliche, Politik, Essen, Training, Beziehungen", verrät der Spitzenfahrer.

Die Beziehung der beiden hat sich gewandelt, sie begegnen sich heute rein auf privater Ebene. "Ich hätte nie gedacht, dass wir uns so verstehen würden. Wir erinnern uns viel an unsere Vergangenheit zurück, vor allem er fängt dann von alten Geschichten an", schmunzelt Hamilton.

Sein Vater schwelge dann oft in Erinnerungen und sage: "Mensch, erinnerst du dich, als wir am Sonntag beim Bacon-Sandwich saßen und uns das Rennen ansahen." Oder: "Erinnerst du dich an die Zeit, als du die Meisterschaft gewonnen hast und dem Typen, gegen den du gefahren bist, der Millionen hatte, das Rad abfiel. Wir sangen 'We Are The Champions' auf dem Heimweg."

Hamilton: Mein Vater war von Beginn an für mich da

Diese Episoden würden die "emotionale Achterbahnfahrt", die Hamilton mit seinem Vater erlebt hat, gut beschreiben. "Es muss so schwierig für meinen Dad gewesen sein. Ich kann nur versuchen, mir das vorzustellen. Ich werde es aber nie ganz verstehen, weil ich nie in der exakt gleichen Position war."

Vater Hamilton musste die Familie und die Karriere seines Sohnes teilweise mit vier Jobs gleichzeitig über Wasser halten. "Wir sprechen viel darüber und wir haben es gemeinsam geschafft. Er ist sehr stolz auf mich." Am Tag vor dem Eifel-Grand-Prix schrieb der Vater Hamilton ein paar Nachrichten.

"Er schrieb mir, dass ich ja wisse, was ich am Sonntag zu tun habe und dass er glaubt, dass ich es diesmal schaffen werde. So war er schon seit dem ersten Tag." Die Familie bedeute ihm alles, betont Hamilton. "Ich fühle mich von Glück gesegnet, dass ich einen Vater habe, der von Beginn an für mich da war und mich durch dick und dünn unterstützt hat."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer