Hamilton kritisiert: Warum ist Formel 2 besser als die Formel 1?

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Hamilton kritisiert: Warum ist Formel 2 besser als die Formel 1?
Autor: Sven Haidinger
Co-Autor: Adam Cooper
06.12.2017, 13:51

Mit den Reglementänderungen 2017 wollten die Formel-1-Verantwortlichen den Sport wieder extremer machen. Doch Weltmeister Lewis Hamilton geht dieser Schritt nicht weit genug.

"Es gibt keinen Grund, warum ein Formel-2-Auto lauter sein sollte und besseren Rennsport zulässt", sieht er bei der Formel 1 weiter Luft nach oben. "Da müssen wir ansetzen, auch wenn die Formel 1 schneller ist als die anderen Serien."

Hamilton hält die aktuellen Boliden zwar für "die besten, die es je gegeben hat", wünscht sich aber nun weitere Fortschritte durch die Liberty-Manager Ross Brawn und Chase Carey. "Ross, Chase und das Team arbeiten wirklich hart, damit die nächsten Autos ab 2021 noch puristischer sein werden. Hoffentlich machen sie die Autos lauter. Wir könnten größere Reifen verwenden, denn warum hatten die Autos zu Zeiten von Jackie Stewart große Reifen und wir nicht? Und mit ein bisschen weniger Abtrieb könnten wir vielleicht näher ranfahren."

Vor allem das Verhalten der Boliden im Zweikampf ist Hamilton ein Anliegen. Durch den zusätzlichen, durch die Aerodynamik generierten Abtrieb reagieren die Autos dieses Jahr noch sensibler auf Luftverwirbelungen, die vom Vordermann ausgelöst werden. Die Saisondaten belegen, dass die Anzahl der Überholmanöver dadurch im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfe gesunken ist.

"Als Rennfahrer will man so eng wie möglich gegen die anderen fahren, wie es im Kartsport möglich war", erklärt Hamilton. "Der Kartsport ist immer noch die beste Form des Rennsports, weil die Piloten einander so knapp nachfahren können." Das liegt daran, dass die Aerodynamik im Kartsport eine untergeordnete Rolle spielt.

Hamilton ist der Ansicht, dass die Königsklasse in den vergangenen Jahren etwas an Glanz verloren hat. "Was ich will, spielt keine Rolle, aber die Formel 1 ist ein bisschen hinter andere Sportarten zurückgefallen", meint der Mercedes-Pilot. "Dabei handelt es sich um so eine spezielle Sportart. Wenn man sich die NFL, den Fußball oder andere Sportarten ansieht, dann hat man den Eindruck, dass sie mehr weltweite Aufmerksamkeit generieren. Und die Formel 1 hätte das Potenzial, auch so groß zu sein."

Nun vertraut er den Liberty-Managern Ross Brawn und Chase Carey, die Formel 1 wieder in dementsprechende Sphären zu bringen: "Das Tolle an Chase, Ross und dem Liberty-Team ist, dass sie dieses Jahr etwas Neues gebracht haben, während sie nach wie vor den Sport kennenlernen und herausfinden, was die Fans wollen."

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