Lucas di Grassi: Die Formel 1 macht alles immer nur halbherzig

Audi-WEC-Fahrer Lucas di Grassi glaubt, dass die angedachte Lösung für einen Cockpitschutz nicht weit genug gehe und man sich lieber gleich für eine richtige Kanzel entscheiden sollte.

Ferrari hatte den „Halo“ bei den Wintertests in Barcelona vor der Saison bereits aufs Auto montiert und sowohl Sebastian Vettel als auch Kimi Räikkönen waren zwar nicht begeistert, fanden ihn aber „okay“.

Red Bull Racing hat ein anderes Konzept einer „großen Windschutzscheibe“ bisher nur auf dem Papier präsentiert. Eine der beiden Lösungen soll jedoch bereits nächstes Jahr zum Standard in der Königsklasse werden.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Lucas di Grassi findet, dass die Formel 1 ebenso geschlossene Cockpits haben sollte, wie die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC.

Biildergalerie: Der Halo

„In meinen Augen ist die beste Lösung eine geschlossene Kanzel“, sagte di Grassi gegenüber Motorsport.com. „Deshalb haben die LMP-Autos komplette Kanzeln.“

„Die Autos waren früher auch offen, dann wurde der Wettbewerb aber schwieriger und man musste die Effizienz verbessern. Es ist besser für alles, auch die Aerodynamik.“

„Meiner Meinung nach sehen Formel-1-Auto bereits alt aus und alle gleich. Sie versuchen halbherzige Konzepte: zum Beispiel mit der Nase – als sie diese seltsame Konzepte erfunden haben und der Caterham aussah wie ein Staubsauger.“

 

 

„So eine halbherzige Sache werden sie auch mit dem Cockpitschutz machen – sie werden es machen und dann merken, dass es Mist ist. Sie haben zu viel Angst, sich für eine Sache voll zu entscheiden und schaffen ein komplettes Chaos, sie machen es nur halb und warten ab, wie es läuft.“

„Ich habe in der Formel 1 so viele solcher Dinge gesehen, wie der größere Frontflügel 2009, den man anpassen kann, das war auch eine beschissene Lösung.“

Sowohl vom Sicherheitsaspekt als auch von der Leistung her wäre eine Kanzel nach Meinung des Brasilianers die beste Lösung.

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„Für mich ist es wichtig, dass diejenigen, die die Regeln machen, die Richtung vorgeben und dann die Ingenieure ihre Arbeit machen lassen. Manchmal steht die Sicherheit auf einem anderen Blatt, wie bei den Crashtests, bei der Kanzel gibt es aber keine Schattenseite.“

„Sie ist besser für die Sicherheit und die Aerodynamik. Ich bin dafür, dass die Formel 1 modernisiert wird. Mit gefällt sehr, was McLaren und Red Bull Racing 2010 vorgeschlagen haben [den X1]. Das ist für mich der nächste Schritt, den die Formel 1 machen sollte.“

Das Gespräch führte Jamie Klein

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