Mark Webber: Hamilton hätte gegen Rosberg noch viel weiter gehen können

Mark Webber sieht kein Problem an der Taktik von Lewis Hamilton, seinen Titelrivalen Nico Rosberg in Abu Dhabi einzubremsen.

Hamilton hätte in Abu Dhabi nicht nur siegen müssen, auch hätte Teamkollege Nico Rosberg bestenfalls Vierter werden dürfen, damit der Brite seinen 4. WM-Titel hätte feiern können. Daher versuchte er, Rosberg soweit einzubremsen, dass er von Sebastian Vettel und auch Max Verstappen eingeholt wurde. Überholt haben die beiden den Deutschen aber nicht mehr und der diesjährige Weltmeister heißt Nico Rosberg.

Hamilton ignorierte auch die Anweisung seines Teams schneller zu fahren, was die Teamleitung dazu veranlasste, über "Maßnahmen" für 2017 nachzudenken.

Der ehemalige Formel-1-Pilot Mark Webber sieht – wie auch zahlreiche seiner Rennfahrerkollegen – kein Problem in dem Verhalten von Lewis Hamilton. 

Weltmeister Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 reicht die Hand dem Sieger Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1
Weltmeister Nico Rosberg, Mercedes AMG F1 reicht die Hand dem Sieger Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1

Foto Mercedes AMG

"Er hat das getan, was er tun musste und hätte noch viel härter sein können, er hätte auch noch weiter gehen können", sagte Webber gegenüber Motorsport.com. "Nur diese Beiden [Hamilton und Rosberg] werden je wissen – und vielleicht ein paar Ingenieure – wie langsam er wirklich gefahren ist. Ganz klar war das aber wohl das langsamste Finish, das wir in der modernen Ära gesehen haben."

Webber hat jedoch volles Verständnis für Hamiltons Taktik. "Wenn so konkurrenzfähige Leute im Kampf sind, dann schauen sie, wie sie ihrem Gegner das Leben so schwer wie möglich machen können. Er hat es Nico nicht unmöglich gemacht, er hätte noch viel weiter gehen können, das hat er aber nicht getan."

"Und wenn es außer Kontrolle geraten wäre, dann hätte Nico sagen können, 'weißt du was, mein Freund, ich fahr jetzt einfach, knall dir in den Seitenkasten und wir fliegen beide raus'. So kann man das auch sehen und das wusste Lewis sicher auch", erklärte der Australier. "Ich denke, er ist genau bis ans Limit gegangen und ich mache mir da keine Sorgen."

Webber meinte auch, dass Hamilton nicht nur aufgrund technischer Probleme nicht Weltmeister geworden sei. "Es gab in der Vergangenheit schon Meisterschaften, die von der Technik entschieden wurden, das kommt vor. Lewis hatte in den vergangenen Jahren einen tollen Lauf und ich denke, Nico hatte vergangenes Jahr nich gerade ein einfaches Jahr was die Technik betrifft."

"Ich denke, man kann nicht abstreiten, wie sehr Nico sich auf den Job konzentriert hat. Es gibt keinen Sportler und keine Sportlerin der Welt, oder einen Kritiker, der sagen könnte... wenn jemand das Maximum aus sich selbst rausholt, wie kann man dann enttäuscht sein und sagen, sie haben die höchste Stufe nicht verdient."

"Wir wissen alle, wie schnell Lewis auf neuen Reifen ist, aber er ist wechselhaft. Er ist Lewis und darum lieben wir es auch zu beobachten, was er macht, was er tun kann."

"Lewis hat wahrscheinlich auch 25 Punkte durch schlechte Starts und andere Dinge verloren... Berührung in Bahrain, Baku, Suzuka, all dieses Gerede über Lewis und seinen Funk, Melbourne mit einem abgebrochenen Start..."

"Ich habe an dem Abend [nach Melbourne] mit Nico am Flughafen geredet und er sagte, dass er wusste, dass Lewis nicht die Routine für den abgebrochenen Start durchgeführt hatte. Und leider, da ich besser als jeder andere weiß, was Starts [für die Meisterschaft] bedeuten, muss man das auch mit einbeziehen."

In Singapur hätte er viel Geld auf Hamilton gesetzt, meinte Webber, aber der wurde nur Dritter. "Lewis hat in Monaco einen Sieg von Red Bull geschenkt bekommen und das waren wichtige Punkte. Wie auch immer, solche Saisons gibt es nun mal."

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