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Marko über Albon: "Für dieses Jahr nicht unbedingt Handlungsbedarf"

Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko erkennt weiterhin Potenzial bei Alexander Albon, kritisiert aber die mangelnde Konstanz des Thailänders

Marko über Albon: "Für dieses Jahr nicht unbedingt Handlungsbedarf"

Der Druck auf Alexander Albon wird immer größer, doch Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko bemüht sich weiterhin, dem 24-jährigen Thailänder zumindest bis zum Ende der Formel-1-Saison 2020 eine faire Chance zu geben und ihm den Rücken zu stärken - selbst nach Albons scharf kritisierter Leistung beim Grand Prix der Eifel auf dem Nürburgring.

"Er war im Qualifying deutlich näher dran an Max", lobt Marko im Interview mit 'Sky'. "Hängt auch damit zusammen, dass das Auto jetzt berechenbarer ist. Es ist nicht mehr so instabil im Heck. Er ist dann aufgrund eines Verbremsers zu einem frühen Boxenstopp gekommen, zum Reifenwechsel. Er ist dann wieder mit guten Zeiten durch das Feld gepflügt."

Während Marko einräumt, dass Albon für 2021 noch nicht als Teamkollege von Max Verstappen gesetzt ist, steht ein Fahrertausch noch während der laufenden Saison offenbar nicht zur Diskussion. Verstappen sei so "souverän", dass Red Bull "in der Konstrukteurs-WM momentan kein Problem" habe, betont der Österreicher.

Denn der Vorsprung auf das drittplatzierte Racing-Point-Team beträgt nach elf von 17 Rennen 91 Punkte. Und hinter Red Bull, so Marko, "wechseln sich Renault, McLaren und Racing Point ab und nehmen sich gegenseitig die Punkte weg. Unser zweiter Platz ist nicht in Gefahr. So gesehen haben wir für dieses Jahr nicht unbedingt Handlungsbedarf."

"Aber wir sind uns klar, dass wir im nächsten Jahr, wenn wir um die WM fahren wollen, Konstanz brauchen", weiß Marko. "Das, was Albon fehlt, ist die Konstanz." Außerdem sei Verstappen aktuell teamintern "nicht gerade gefordert", was dazu führe, dass es für das Team schwierig sei, das wahre Potenzial des Autos genau einzuordnen.

Andererseits ist Red Bull nach wie vor davon überzeugt, dass das Potenzial bei Albon vorhanden ist. Besonders in schnellen Kurven, oft ein Gradmesser für das Talent eines Fahrers, sei der 24-Jährige "auf dem Niveau von Max", unterstreicht Marko. "Das seht ihr nicht, aber das sehen wir auf der Telemetrie. Der hat nur immer ein, zwei Kurven, wo er unverhältnismäßig viel verliert."

"Da kommen wir wieder zur Konstanz", räumt er ein. "Sollte Albon nicht die Erwartungen erfüllen, müssen wir uns außerhalb unseres Kaders umsehen." Das würde bedeuten: "Entweder Perez oder Hülkenberg." Denn: "Wenn du nicht weißt, wann und wie das passiert, dann ist das halt ein Unsicherheitsfaktor, den wir uns, wenn wir um die WM fahren wollen, nicht leisten können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Autor Christian Nimmervoll