Martin Brundle: Bottas derzeit die bessere Nummer zwei als Perez

Im WM-Kampf der Formel 1 könnten die Nummer-zwei-Fahrer Valtteri Bottas und Sergio Perez eine wichtige Rolle einnehmen - Vorteil Mercedes?

Martin Brundle: Bottas derzeit die bessere Nummer zwei als Perez

Lewis Hamilton und Max Verstappen bestimmen derzeit die Schlagzeilen in der Formel 1. Doch auf dem Weg zum WM-Titel wird es nicht nur auf die beiden Topstars ankommen, sondern in bedeutendem Maße auch auf ihre Teamkollegen. Denn falls Hamilton oder Verstappen schwächeln oder Probleme bekommen, liegt es an Valtteri Bottas und Sergio Perez, dem Gegner in den anderen Farben die Punkte abzujagen.

Von der Verpflichtung des Mexikaners Perez hatte sich Red Bull genau auf dieser Position der Nummer zwei eine Verbesserung im Vergleich zu Pierre Gasly oder auch Alexander Albon versprochen. Denn bei aller Kritik an Bottas bleibt festzuhalten, dass er sich zumindest regelmäßig in Hamiltons Dunstkreis bewegt.

Verstappens Teamkollegen leisteten sich jedoch in der Vergangenheit immer wieder Schwächephasen und mussten oftmals sogar Fahrer aus anderen Teams ziehen lassen. Und auch Perez verstand es bislang nicht, mit Verstappen mit- und ihm den Rücken freizuhalten.

Verstappen: "Das hilft natürlich auch nicht"

Das vergangene Rennen in Barcelona lieferte einen perfekten Beleg dafür, wie wichtig ein starker zweiter Pilot auch strategisch ist. Wäre Perez näher an der Spitze gewesen, hätte sich Mercedes wohl genau überlegt, ob sie Hamilton zu einem zweiten Boxenstopp reinholen.

Ewig hätte Perez den Weltmeister vielleicht nicht aufgehalten, aber möglicherweise lange genug, um Verstappen zum Sieg zu verhelfen. Auch Verstappen wurde in dieser Thematik danach mehr oder weniger deutlich. "Am Ende bin ich immer alleine im Kampf. So können sie einfach noch einen Stopp einlegen, weil hinter ihnen eine Lücke ist. Das hilft natürlich auch nicht", sagte er.

So hatte Hamilton nämlich bis auf seinen eigenen Teamkollegen Bottas freie Bahn. Der Finne winkte Hamilton zwar nicht vorbei, wehrte sich bei der Attacke seines Stallgefährten aber auch nicht wirklich. Diese Situation sieht auch Martin Brundle kritisch mit Blick auf Red Bulls WM-Chancen.

Brundle: Der Red Bull ist für Verstappen gebaut

Für den Sky-UK-Experten befinde sich Hamilton derzeit in "brillanter Form", was Red Bull unter Zugzwang setze. "Red Bull braucht dringend mehr Leistung und mehr Grip für Max und auch für Perez, um den Kampf führen zu können. Derzeit scheint es wahrscheinlicher, dass Bottas Verstappen Punkte klaut als dass Perez Hamilton Punkte wegnimmt, und das könnte kritisch werden", merkt Brundle in seiner Kolumne an.

Der Trend bei Red Bull, dass kein Teamkollege mit Verstappens Tempo mitgehen kann, setzt sich fort. Für Brundle liegt das aber nicht allein an fahrerischen Unterschieden. "Es scheint so, dass der Red Bull vor allem für Verstappens Vorlieben, seinen Fahrstil und seine großartige Fahrzeugkontrolle entwickelt wurde. Denn Pierre Gasly, Alex Albon und nun Perez haben sich alle sehr abgemüht", meint Brundle.

Der Mexikaner habe dabei den Vorteil, deutlich mehr Erfahrung mitzubringen, "aber er muss sich jetzt extrem strecken, um eine Rolle zu spielen und nicht zu zerfallen", warnt Brundle.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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