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Material aus Melbourne verstaut: Bei AlphaTauri steht jetzt alles still

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Material aus Melbourne verstaut: Bei AlphaTauri steht jetzt alles still
Autor:
27.03.2020, 06:40

Franz Tost erzählt von den ungewöhnlichen Herausforderungen, mit denen ein Formel-1-Teamchef während der Coronavirus-Pandemie konfrontiert ist

Eigentlich wären die ersten Mitarbeiter des Formel-1-Zirkus heute bereits auf dem Weg nach Vietnam, wo in einer Woche der dritte Grand Prix der Saison 2020 stattfinden hätte sollen. Stattdessen steht aufgrund der Coronavirus-Pandemie fest, dass es bis frühestens 14. Juni (Grand Prix von Kanada in Montreal) kein Rennen geben wird.

Angesichts dieser Entwicklungen hat die Formel 1 bei einer Videokonferenz am 19. März entschieden, die "Sommerpause" vorzuziehen, den sogenannten "Shutdown" (also die Schließung aller Fabriken) schon jetzt abzuhalten und auf drei statt zwei Wochen zu verlängern.

In der Formel 1, und das war noch nie so wörtlich zu verstehen wie jetzt gerade, dreht sich aktuell kein Rad.

Als erstes Team hat Ferrari seine Fabrik in Maranello am 15. März de facto geschlossen. Die Scuderia ist neben AlphaTauri eines von zwei Teams mit Sitz in Norditalien, einer Krisenregion der Pandemie in Europa. AlphaTauri hat nach einer Verordnung der italienischen Regierung am Montag den Betrieb am Standort Faenza ebenfalls eingestellt.

"Wo möglich", schreibt das Team des Energydrink-Herstellers Red Bull, habe man bereits davor auf Homeoffice umgestellt. Das gilt auch für Teamchef Franz Tost, der jetzt gemeinsam mit seiner Ehefrau in seiner Wohnung im Zentrum von Faenza isoliert ist und von dort aus versucht, seinen Laden so gut es geht zusammenzuhalten.

AlphaTauri: Windkanal in England ebenfalls geschlossen

"Heute (das Interview wurde am Dienstagnachmittag geführt; Anm. d. Red.) bin ich bis jetzt am Telefon gewesen, weil in England ähnliche Verhältnisse auftreten", berichtet Tost im Gespräch mit 'motorsport.com'. "Wir haben unseren Windkanal in Bicester. Ursprünglich war geplant, den Windkanal bis Ende der Woche in Betrieb zu lassen."

"Aber Boris Johnson hat am Montagabend ein Dekret erlassen, dass auch dort nur noch notwendige Arbeiten (im Sinne von systemrelevant; Anm. d. Red.) zulässig sind. Der Windkanal ist seit heute um 14:00 Uhr außer Betrieb. Unsere Leute sind also auch dort jetzt zu Hause."

"Die Designer können teilweise Arbeiten von zu Hause aus machen. Die Finanzabteilung auch. Die Personalabteilung geht auch, aber für die ist es schon schwieriger. Die Logistik kann auch von zu Hause operieren", sagt er.

Wie bitte, Logistik? In einer Zeit, in der die Wirtschaft weltweit stillsteht, fragt man sich zunächst, was die Logistiker von AlphaTauri aktuell noch zu tun haben sollen. Tost erklärt: "Da kommt die ganze Ladung aus Melbourne zurück. Die kommt am Mittwoch in Malpensa an."

"Da gab es davor ein längeres Gespräch mit DHL. DHL kann die Autos und das andere Material nicht nach Faenza liefern. Also mussten wir bei der Polizei um Erlaubnis fragen, um unser Material abholen zu dürfen. Das haben wir jetzt alles geregelt. Morgen wird das Material von unseren Mitarbeitern abgeholt. Sobald das am Mittwoch alles da ist, beginnt bei uns der Shutdown."

 

Früher entschlossen reagiert als andere Firmen

Das war vorgestern. Zumindest zu dem Zeitpunkt war Tost selbst gesund, und aus seiner Belegschaft war noch kein positiver COVID-19-Fall bekannt. Was auch damit zu tun hat, dass AlphaTauri früher Maßnahmen ergriffen hat als andere Firmen in Norditalien: "Im Team haben wir Gott sei Dank schon Anfang Februar sofort reagiert."

"Wir haben Mitarbeiter, die aus den von der Regierung deklarierten 'roten Zonen' gekommen sind, nicht mehr in die Firma gelassen, sondern haben denen gesagt: 'Bitte bleibt zu Hause und arbeitet dort!' Wenn das Veneter waren, haben wir auch die gebeten, zu Hause zu bleiben und zum Beispiel Urlaub zu nehmen. Wir wollten jedes Risiko vermeiden."

"Wir haben keine Gäste mehr in die Firma gelassen, es hat keine Führungen mehr gegeben. Dann haben wir auch vom Test in Barcelona alle Gäste, die aus gefährdeten Regionen gekommen wären, ausgeladen. Wir haben zum Beispiel einen Sponsor aus Mailand. Die wollten mit vielen Gästen kommen, aber denen haben wir gesagt, dass sie zu Hause bleiben sollen."

Maßnahmen, die Wirkung gezeigt haben: "Bis jetzt", klopft Tost auf Holz, "hat es bei der Scuderia AlphaTauri keinen einzigen Corona-Erkrankten gegeben."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Christian Nimmervoll