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McLaren semi-enttäuscht: Wollten eigentlich Mercedes mehr fordern!

Warum das beste Saisonergebnis für McLaren beim Formel-1-Rennen in Australien auch eine kleine Enttäuschung ist und ob sich das Team jetzt gefangen hat

Ganz plötzlich ist McLaren wieder Vierter in der Konstrukteurswertung der Formel 1. Denn beim Grand Prix von Australien 2022 in Melbourne hat das britische Traditionsteam mit den Plätzen fünf und sechs für Lando Norris und Daniel Ricciardo gleich 18 Punkte erzielt. Aber ist das jetzt die Normalform von McLaren mit dem MCL36-Mercedes oder nur eine "Eintagsfliege"?

Norris selbst findet das Ergebnis "großartig", will es aber zugleich auch nicht überbewerten: "Nicht alle Strecken sind so eben und schnell wie dieser Kurs hier. Vielleicht war das auch erst mal der vorläufige Höhepunkt. Es kommen Strecken, die für uns schwieriger werden könnten, aber die Motivation im Team stimmt. Ein Tag wie heute hilft wirklich."

Zumal McLaren einen betont schwierigen Saisonauftakt gehabt hat: Technische Probleme bei den Wintertests, eine Pleite beim ersten Rennen in Bahrain ohne Punkte, Besserung erst in Saudi-Arabien mit immerhin sechs Punkten.

McLaren schwankt zwischen Freude und Frust

Und jetzt, wo man sowohl im Qualifying als auch im Rennen in Melbourne jeweils mit beiden Autos Top-10-Positionen erreicht hat, schwingt bei Norris auch eine Spur Enttäuschung mit: "Wir wollten Mercedes eigentlich mehr fordern als uns das gelungen ist." Über die Distanz von 58 Rennrunden aber habe sich gezeigt, die Silberpfeile haben "die im Vergleich etwas bessere Pace", so Norris.

"Vielleicht war es nicht so viel, wie es den Anschein macht, denn wir hatten ein paar Probleme, die uns viel Zeit gekostet haben. Es hätte aber ohnehin nicht gereicht, um vor Mercedes zu bleiben", meint der Brite, ohne die "Probleme" weiter auszuführen. Nur so viel: "Mercedes hatte unterm Strich das schnellere Auto. Daher bin ich zufrieden mit P5 und P6."

Auffällig dabei: Im ersten Stint auf Medium gelang es den McLaren-Fahrern, das Tempo der Silberpfeil mitzugehen. Nach dem Wechsel auf Hard aber fuhren die Mercedes den McLaren davon: Im Ziel fehlten knapp 25 Sekunden.

Norris: Ergebnis sieht auch besser aus als es ist

So hat es auch Norris' McLaren-Teamkollege Ricciardo im Cockpit erlebt: "Anfangs dachte ich, ich könnte es mit Mercedes aufnehmen, aber dann haben sie uns daran erinnert, dass sie ein kleines bisschen schneller sind", erklärt er. Und: Die Punktepositionen hinter den Silberpfeilen "nehmen wir mit".

Denn Norris verweist auf die Liste der Ausfälle in Australien: Unter anderem Ferrari-Mann Carlos Sainz und Red-Bull-Fahrer Max Verstappen kamen nicht über die Distanz. "Wenn beide vor uns angekommen wären, wäre [das Ergebnis] schlimmer ausgefallen", sagt Norris. "Wir haben also von Defekten bei der Konkurrenz profitiert und gute Punkte geholt. Damit müssen wir zufrieden sein."

Es bleibe aber dabei: McLaren habe Nachholbedarf, konkret beim Reifenhaushalt. "Mercedes hat meiner Meinung nach die Reifen besser geschont", sagt Norris. "Selbst wenn ich nach Kurve 1 noch vorne gewesen wäre, hätten sie uns im Rennverlauf kassiert."

Warum Norris den Start verpatzt hat

Doch beim Start hielt Norris eben nicht P4 wie in der Startaufstellung, sondern fand sich am Ende der ersten Runde nur auf P6 wieder: Mit George Russell und Lewis Hamilton hatten ihn beide Mercedes-Fahrer gleich überholt.

Das habe auch am Loskommen von der Startposition gelegen, betont Norris: "Ich hatte anfangs etwas durchdrehende Räder. Da hatte ich den Grip vielleicht ein klein wenig falsch eingeschätzt oder unterschätzt. Ich weiß es nicht. Wir werden uns das anschauen. Vielleicht spielen mehrere Faktoren hinein. Beim nächsten Mal sollte uns das nicht mehr passieren."

Insgesamt könne McLaren das Wochenende aber als Erfolg verbuchen. "Wir haben alles optimiert, aber es gibt immer noch genug Themen, an denen wir arbeiten müssen", meint Norris. "Das Auto war allerdings gut vom ersten Training an. Das ist gut. Es zeigt, das Auto hat seine Stärken. Wir müssen nur weiter an den Schwächen arbeiten, wenn wir häufiger in diese Position kommen wollen."

Ricciardo rätselt: Warum "konstant langsamer"?

Ricciardo rätselt zum Beispiel konkret, weshalb er in den Kurven 3 und 4 nicht so schnell war wie die Konkurrenz. Er sei in dieser Passage "konstant langsamer" unterwegs gewesen. "Diesen Abschnitt habe ich einfach nicht gut hingekriegt", so der McLaren-Fahrer. "Da muss ich schauen, wie ich mehr aus mir und dem Auto herausholen kann."

"Insgesamt", sagt Ricciardo, "war das Wochenende besser. Jetzt geht es darum, konstanter auf diesem Niveau zu arbeiten. Das strebe ich an. Kurzfristig heißt das: Daten sichten, Onboard-Aufnahmen anschauen und Hausaufgaben machen. Und vielleicht fülle ich den Flüssigkeitsvorrat heute Abend mit ein paar Bieren auf!"

Denn McLaren sei gelungen, was dem Team nach dem schwierigen Saisonauftakt kaum jemand zugetraut habe: die Trendwende binnen weniger Wochen. "Das nehmen wir so mit", meint Ricciardo.

Er selbst zeigt sich überrascht: "Ich war nach Bahrain positiv gestimmt geblieben, hätte aber nicht gedacht, dass die Wende so rasch eintreten würde. Das Wochenende an sich war viel runder und das Ergebnis ist auch viel besser, vor allem im Vergleich zu den vorherigen Rennen." Alles in allem dürfe McLaren den Grand Prix als "positiv" werten.

Weitere Co-Autoren: Luke Smith. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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