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Mercedes' Reifensorgen: Graining macht "gewaltigen Unterschied"

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Mercedes' Reifensorgen: Graining macht "gewaltigen Unterschied"
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
28.02.2019, 15:35

Das Reifenfenster macht Mercedes bei den Wintertests 2019 in Barcelona das Leben schwer, doch laut Valtteri Bottas hat das Team "keine Angst" vor Misserfolg

Wie schnell ist der Mercedes W10 wirklich? Das ist eine der größten Fragen bei den Wintertests der Formel 1 2019 in Barcelona. Denn bislang haben sich die Silberpfeile bewusst zurückgehalten. Doch dabei lief nicht alles glatt: Vor allem die Pirelli-Reifen und deren kleines Einsatzfenster bereiten dem Weltmeisterteam noch Kopfzerbrechen, Graining ist das große Thema. Und bislang hat Mercedes noch keine Lösung dafür gefunden.

Was aber ist dieses Graining und was bewirkt es? In der Formel-1-Fachsprache spricht man dann von Graining oder vom Körnen der Reifen, wenn sich deren Lauffläche abschält, weil sie zu sehr belastet wurden. Das kann eintreten, wenn die Pneus nicht die erforderliche Temperatur haben und so über Gebühr strapaziert werden. Auch die Außentemperaturen haben einen Einfluss auf das Reifenverhalten, was konkret bei den Wintertests zum Problem wird: Es ist in Barcelona zwar frühlingshaft warm, aber eben nicht warm genug für repräsentative Daten für die Rennsaison.

Und so klagte Mercedes-Technikchef James Allison schon am Mittwoch darüber, dass die jüngste Rennsimulation nur bedingt relevante Daten erbracht habe, weil sie "von Graining an den Vorderreifen beeinträchtigt" war. "In den nächsten Tagen müssen wir uns [in dieser Hinsicht] noch verbessern, um sicherzustellen, dass wir bis zum Saisonstart gut damit umgehen können", sagt Allison.

Was sind die Simulationen wert?

Mercedes-Stammpilot Valtteri Bottas hat ähnliche Beobachtungen gemacht und meint: "Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob du [eine Rennsimulation] am frühen Morgen oder am Nachmittag fährst. Im Warmen kannst du ein Zweistopprennen hinlegen. Wenn du aber am Vormittag fährst oder spät am Abend, dann musst du wohl vier bis fünf Boxenstopps einlegen." Sonst machen die Reifen vorzeitig schlapp und die Daten zum Dauerlauf verlieren ihre Aussagekraft - auch im Vergleich zur Konkurrenz, die vielleicht zu anderen Tageszeiten unterwegs war.

Doch es ist nicht nur die Grand-Prix-Distanz, bei der Mercedes noch Reifen-Fragezeichen hat, sondern auch die Geschwindigkeit über eine fliegende Runde. Eben diese gilt es für Bottas und Weltmeister Lewis Hamilton in der verbliebenen Testzeit zu evaluieren. Und Bottas kündigt an, dass das auch passieren wird: "Am Freitag werden wir kürzere Versuche absolvieren. Ich sage nicht, dass es Qualifying-Simulationen sein werden. Aber vielleicht wollen wir dann über eine Runde etwas mehr aus den Reifen herausholen statt uns auf Longruns zu konzentrieren."

In Euphorie verfällt Bottas bei diesen Aussagen nicht, wenngleich er laut eigener Aussage "keine Angst" vor dem Saisonauftakt verspürt. Er sagt aber auch: "An diesem Auto muss noch viel Entwicklungsarbeit verrichtet werden." Immerhin habe sich Mercedes beim W10 im Vergleich zum Vorjahresauto W09 speziell in langsamen Kurven gesteigert und auch der neue Motor fühle sich "ein bisschen besser" an, so Bottas weiter. Er bleibt bei seiner Grundthese: "In anderen Bereichen haben wir noch Hausaufgaben."

Angesichts der neuerlichen Ferrari-Bestzeiten wirft das die Frage auf, ob Mercedes vielleicht mit Rückstand zum ersten Rennen antritt. Bottas scheint sich bereits konkret mit einem solchen Szenario zu befassen und meint: "Aufholen ist möglich, denn die Saison ist lang. Und es wird dieses Jahr ein noch viel größeres Entwicklungsrennen geben." Anlass zur Sorge um die Silberpfeil-Form sei das aber nicht. "Es kommt einfach darauf an, als Team hart zu arbeiten", sagt Bottas. "Und wir wissen ja, dass wir ein starkes Team sind."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Stefan Ehlen