Mercedes steht hinter Bottas: "Denken an keinen anderen"

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bestreitet, dass die Silberpfeile bereits über andere Fahrer nachdenken - Völlige Rückendeckung für Valtteri Bottas

Zwar läuft der Vertrag von Valtteri Bottas bei Mercedes im kommenden Jahr aus, dennoch beschäftigt man sich bei den Silberpfeilen noch nicht mit einem möglichen Nachfolger. Das sagt zumindest Motorsportchef Toto Wolff: "Das Team und seine komplette Stärke steht hinter Valtteri", meint er zur finnischen Zeitung 'Turun Sanomat'. "Wenn wir anfangen würden, über andere Fahrer nachzudenken, dann würden wir emotional nicht mehr zu 100 Prozent bei Valtteri sein."

Das sei aber nicht der Fall, weil alle bei Mercedes wollen würden, dass der Finne Erfolg hat. "Er ist zusammen mit Lewis (Hamilton; Anm. d. Red.) einer unserer Fahrer, und wir denken an keinen anderen", unterstreicht der Österreicher. Bottas hatte nach dem plötzlichen Rücktritt von Nico Rosberg nur einen Vertrag für 2017 bekommen und erlebte eine Achterbahn-Saison. Trotzdem wurde auch für 2018 eine Option gezogen.

Für 2019 werden die Karten jedoch gemischt. Der Fahrermarkt könnte im kommenden Jahr stark in Bewegung geraten, sodass sich Mercedes wohl nach Alternativen umsehen wird. Topfahrer wie Sebastian Vettel oder Max Verstappen stehen immer auf dem Zettel, haben ihre Verträge jüngst aber langfristig verlängert. Eine Option könnte ein eigener Junior sein: Zwar sieht es für die Formel-1-Karriere von Pascal Wehrlein schlecht aus, doch Esteban Ocon bietet sich bei Force India mit guten Leistungen an.

"Er hat einen Platz bei Force India und ist eine heiße Aktie, an der viele Formel-1-Teams Interesse signalisiert haben", sagt Wolff gegenüber 'Motorsport.com'. Als Mercedes-Junior sei der Franzose auf jeden Fall im Blickfeld, allerdings sei der Sprung zu den Silberpfeilen kein Kleiner: "Wir wollen sehr schnelle und erfahrene Piloten im Auto. Mercedes ist kein Ort zum Lernen. Du musst schon ziemlich komplett sein, wenn du zu uns kommst", so der Österreicher.

Und obwohl Mercedes bislang keinen Fahrer aus dem Juniorkader in das Werksteam zog, ist Wolff zufrieden mit dem Programm. "Unser Ziel ist es, den nächsten Lewis Hamilton zu finden. Das ist keine einfache Aufgabe, weil er auf einem unglaublichen Level ist", sagt er. "Aber wer weiß: Vielleicht werden wir in zwei oder drei Jahren den nächsten Juniorfahrer in einem Mercedes erleben."

Neben Ocon liegt das Hauptaugenmerk vor allem auf dem Briten George Russell, der bereits einige Freitagseinsätze für Force India bestreiten durfte, und 2017 die GP3-Serie gewann. "Er steht erst am Anfang seiner Formel-1-Reise", so Wolff. "Seine Tests waren sehr gut, aber es ist noch sehr früh, und er muss sich das Recht verdienen, in einem Formel-1-Auto zu sitzen." 2018 soll er in der Formel 2 an den Start gehen.

Während Russell dort den nächsten Titel gewinnen will, will sich Bottas im Formel-1-Team von Mercedes etablieren und Teamkollege Hamilton und die WM angreifen. Das gelang ihm in dieser Saison nicht, weil er insbesondere in der zweiten Saisonhälfte schwächelte und gegenüber Hamilton abfiel. Das gelte es nun zu analysieren meint Wolff. "Valtteri hat eigentlich alles. Er muss einfach nur das Paket zusammenbekommen."

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