Mika Häkkinen: Sebastian Vettel erinnert mich an Michael Schumacher

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Mika Häkkinen: Sebastian Vettel erinnert mich an Michael Schumacher
Autor: Heiko Stritzke
11.08.2018, 07:00

Für Mika Häkkinen ähnelt Sebastian Vettel seinem großen Vorbild Michael Schumacher - Was Lewis Hamilton im Vergleich zum Ferrari-Piloten anders macht

Erstmals seit Einführung der Hybridregularien im Jahre 2014 sieht die Formel 1 in dieser Saison wieder einen waschechten Titelkampf zweier Fahrer aus zwei unterschiedlichen Teams. Und es ist die Wiederauflage eines echten Klassikers: Rot gegen Silber. Und nicht nur die Farben gleichen sich wie 20 Jahre zuvor, auch die Typen - zumindest einer, wenn es nach Mika Häkkinen geht, einem der Protagonisten des einstigen Duells, das die Formel 1 über Jahre in Atem hielt.

Der Finne sieht klare Parallelen zwischen Sebastian Vettel und Michael Schumacher, mit dem er sich um die Jahrtausendwende knallharte Duelle geliefert hat. Gegenüber der 'Bild' sagt er: "Ich denke bei Sebastian zuerst an den Fahrstil von Michael. Er bremste immer am gleichen Punkt, fuhr immer die gleiche Linie, beschleunigte sehr gefühlvoll, alles kontrolliert. Sebastian hat natürlich seinen eigenen, aber doch sehr ähnlichen Fahrstil wie Michael. Es ist ein sehr schöner, klarer, sauberer und aggressiver Fahrstil. Selbst über die Randsteine hat er das Auto immer unter Kontrolle."

Ich bin immer wieder erstaunt, welche Leistungen er im Ferrari abruft.

Das sind ein paar warme Worte in Richtung Heppenheim, denn der Finne hatte Vettel nach dessen bitteren Fehler in Hockenheim noch scharf kritisiert. "Ein Weltklasse-Fahrer vermeidet Fehler, vor allem unter schwierigen Bedingungen", ließ er damals verlauten und geißelte den Fehler als "gewaltig".

Dennoch kann Häkkinen eine gewisse Bewunderung nicht leugnen. Ferrari scheint es 2018 zu gelingen, erstmals Mercedes über ein ganzes Jahr hinweg herauszufordern. Jedoch ist es in der Regel Vettel, der das Potenzial voll abruft, während sein Teamkollege Kimi Räikkönen bei regulären Bedingungen meist leicht zurückliegt. Das zollt Häkkinen Respekt ab: "Ich bin immer wieder erstaunt, welche Leistungen er im Ferrari abruft."

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1 W09

Foto: Zak Mauger / LAT Images

Hamiltons Markenzeichen: Wild, aber nicht unkontrolliert

"Das Auto erinnert mich an meinen McLaren von früher", so der 49-Jährige weiter. "Wir legten sehr viel Wert darauf, dass das Heck stabil auf der Strecke liegt. Ein nervöses Heck macht es schwer für den Fahrer, speziell wenn er das Auto ans Limit bringt." Deshalb sehe er Ferrari in einer sehr guten Position, "es sei denn, es passieren unvorhersehbare Dinge…" Und das hat sich in den letzten beiden Rennen gezeigt: Ein Fahrfehler und ein verregnetes Qualifying haben Vettel an die 40 Punkte gekostet.

Lewis Hamilton sei hingegen ein anderer Charakter, findet Mika Häkkinen: "Lewis versucht immer, etwas extremer zu fahren. Schon kontrolliert, aber er pusht das Auto mehr ans Limit und riskiert mehr einen Abflug. Es ist aber nicht unbedacht, er macht das bewusst. Wenn er nicht abfliegt, kommt eine super Runde raus. Man kann dieses Risiko gehen, aber nicht immer, sonst fliegt man früher oder später ab."

Michael Schumacher, Ferrari F399, Mika Häkkinen, McLaren MP4/14

Michael Schumacher, Ferrari F399, Mika Häkkinen, McLaren MP4/14

Foto: LAT Images

Insgesamt sei die Neuauflage des alten Duells Rot gegen Silber vorteilhaft für die Formel 1. "Die Formel 1 war lange nicht mehr so spannend wie jetzt", frohlockt er. "Rosberg gegen Hamilton war auch alles andere als langweilig, aber die Anzahl der Fans war durch den Zweikampf in einem Team reduziert. Jetzt haben wir Mercedes gegen Ferrari, dazu die jungen Talente wie Verstappen dahinter - spannender geht’s nicht."

Und wie es ausgehen wird? Da muss der Finne passen: "Es ist unmöglich, das vorherzusagen. Hamilton und Vettel sind so unterschiedliche Typen. Interessant ist zu sehen, wie Vettels Nerven manchmal mit ihm durchgehen, auf der anderen Seite, wie risikoreich Hamilton fährt.“ Und in dieser Unberechenbarkeit liegt bekanntlich der ganze Reiz.

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