Monisha Kaltenborn: Mercedes-Dominanz ist nicht das wahre Problem

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn findet nicht, dass es der Formel 1 schadet, wenn ein Team die Meisterschaft dominiert.

Nach vier Jahren, in denen Red Bull Racing und Sebastian Vettel die bestimmende Macht in der Formel 1 waren, heißt der große Dominator seit der Einführung der Turbo-Hybrid-Motoren 2014 Mercedes.

In 38 Grands Prix gewannen die Silberpfeile 32 Mal und Lewis Hamilton und sein Team holten in beiden Jahren sowohl den Fahrer- als auch den Konstrukteurstitel.

Anderen Teams und auch vielen Fans ist diese Übermacht zwar längst zu viel, Monisha Kaltenborn findet aber nicht, dass die Formel 1 dadurch langweilig geworden sei. Derartige Zyklen seien ganz normal.

„Für mich war das nie ein negativer Punkt in unserer Serie“, sagte sie gegenüber Motorsport.com. „Wenn man sich die Jahre mit Michael Schumacher anschaut, wie viele Jahre hat Ferrari dominiert?“

„Und was war uns alles wichtig? Reifen wurden speziell für ein Team entwickelt – im Prinzip für einen Fahrer - und es gab nie solche Diskussionen.“

Insbesondere die Dominanz von Michael Schumacher und Ferrari in den 2000er-Jahren sei für die Formel 1 sogar von Vorteil gewesen, glaubt die Österreicherin.

„Es gibt Teams, die die Fans mehr mögen und welche, die weniger Fans haben. Das hat aber mit den Teams zu tun und damals war die überwiegende Farbe auf den Tribünen Rot.“

„Wenn man es aus Sicht der Zuschauer, Sponsoren und anderer kommerzieller Gesichtspunkte betrachtet, war es gut für den Sport und kein Problem.“

Jedes Team hat seine Rolle

Trotzdem habe jedes Team eine Verantwortung alles zu tun, damit der Sport nicht leide, betonte Kaltenborn. Keiner dürfe seine Position ausnutzen.

„Jedes Team spielt seine Rolle in der Formel 1. Ein Team wie unseres betrifft die Art, wie ein anderes dominiert, nicht wirklich. Es ist aber wichtig, dass man diese Dominanz nicht nutzt, um den Sport in eine Richtung zu drängen, die für den Sport insgesamt vielleicht nicht gut ist.“

„Man muss alle Teams respektieren, sei es die Nummer eins, Nummer zwei oder Nummer zehn, denn jeder hat seine Rolle zu spielen und jeder trägt zur Show bei.“

Die 44-Jährige glaubt, dass es weniger die Dominanz an sich als vielmehr ein Mangel an Vielfalt an der Spitze sei, der für die sinkende Popularität der Formel 1 verantwortlich ist.

„Als Schumacher 2002 schon in Magny-Cours Weltmeister geworden ist und noch eine Menge Rennen zu fahren waren, war das egal. Es war die Tatsache, dass mehrere Teams die Chance hatten, aufs Podium zu fahren und Ergebnisse einfahren konnten, die es interessant machten.“

Das Gespräch führte  Jonathan Noble

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