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Motorenregeln 2026: FIA rollt Volkswagen den roten Teppich aus!

Die FIA hat bei der Sitzung des Motorsport-Weltrats in Paris die Eckpfeiler des neuen Motorenreglements, das ab 2026 in Kraft treten wird, beschlossen

Der Automobil-Weltverband FIA hat bei der vierten und letzten Sitzung seines Motorsport-Weltrats am Mittwoch in Paris das künftige Motorenreglement für die Formel 1 abgesegnet. Große Überraschungen sind dabei ausgeblieben - und zumindest im ersten offiziellen Statement bleiben einige Punkte noch relativ vage ausformuliert.

Eines der Herzstücke des künftigen Motorenreglements ist, dass die Formel-1-Antriebe der Zukunft wesentlich nachhaltiger werden sollen, ohne dass das auf Kosten der Leistung gehen wird. Konkret wird die Performance der Elektrokomponente des Hybridsystems (ERS) von derzeit 120 auf künftig 350 kW (475 PS) fast verdreifacht.

Das bedeutet, dass ungefähr die Hälfte der zukünftigen Systemleistung der Formel-1-Boliden elektrisch generiert wird. Die andere Hälfte soll weiterhin von einem Verbrennungsmotor erzeugt werden. Doch auch da ändert sich was. Das Benzin soll künftig "zu 100 Prozent nachhaltig" sein. Ob das auch CO2-neutral bedeutet, bleibt vorerst unklar.

Das ist ein klares Signal auch an interessierte Automobilhersteller wie den Volkswagen-Konzern, der ganz intensiv mit dem Einstieg in die Formel 1 liebäugelt. Nachdem die wesentlichen Änderungen nun durchgewunken wurden, ist in den nächsten Wochen vermutlich mit einer VW-Entscheidung zu rechnen, ob mit der Formel 1 diesmal ernst gemacht wird oder nicht.

Entgegengekommen ist man Volkswagen bei der Abschaffung der sogenannten MGU-H, die aus der Abgaswärme des Verbrennungsmotors elektrische Energie erzeugt hat. Die MGU-H gilt als technisch extrem komplex und teuer in der Entwicklung. Und es soll auch noch eine Budgetgrenze für die Motoren eingeführt werden, zusätzlich zur bereits bestehenden im Chassisbereich.

Alles Punkte, die auf der Wunschliste von Volkswagen standen. Beibehalten wird allerdings die Architektur des Verbrennungsmotors selbst, auf Basis eines 1,6-Liter-Aggregats mit sechs Zylindern in V-Anordnung. Volkswagen hatte sich in diesem Punkt, so hört man, ursprünglich ein Downsizing auf vier Zylinder gewünscht. Der V6 gilt aber schon seit Monaten nicht mehr als Dealbreaker.

Ansonsten finden sich im Statement der FIA viele Schlagworte, aber wenig Konkretes. Eine "signifikante Kostenreduktion" soll erreicht werden, durch "technische, operative und finanzielle" Regeln. Außerdem wird es als klares Ziel formuliert, Neueinsteigern zu ermöglichen, auf konkurrenzfähigem Niveau zu sein. Auch das klingt wie ein Köder für Volkswagen.

Was aber, bei allen Veränderungen, bleiben soll, hält die FIA auch klipp und klar fest. Unter dem Schlagwort "die Show schützen" wird formuliert, dass die Formel-1-Antriebe weiterhin "leistungs- und drehzahlstark" bleiben sollen, mit einem attraktiven Sound und dem Ziel, dass mehr der Fahrer und weniger die Technik den Unterschied macht.

En detail sollen die Regeländerungen in den nächsten Wochen in den jeweiligen Arbeitsgruppen von den Spezialisten entwickelt und ausformuliert werden. Endgültig grünes Licht gibt's dann voraussichtlich Anfang 2022, wenn der Weltrat wieder tagt. Doch nach der Grundsatzeinigung in Paris scheint das nur noch ein Formalakt zu sein.

Kleine Randnotiz: Laut FIA wurden bei dem Meeting auch diverse Änderungen des Technischen Reglements beschlossen, die aber im Statement nicht einzeln benannt werden. Und es wurde der Formel-1-Kalender für 2022 endgültig beschlossen. Im Vergleich zum provisorischen Entwurf, der bereits seit einiger Zeit im Umlauf ist, gibt's dabei keine Änderungen mehr.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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