Nächste Ausstiegsdrohung: McLaren könnte "Teilnahme überdenken"

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Nächste Ausstiegsdrohung: McLaren könnte "Teilnahme überdenken"
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25.03.2019, 10:51

McLaren-Boss Zak Brown stellt klar, dass sich in der Formel 1 ab 2021 einige Dinge grundlegend ändern müssen - Andernfalls könnte sein Team den Stecker ziehen

Den Verantwortlichen der Formel 1 stehen offenbar noch einige anstrengende Monate bevor. Noch immer gibt es kein Reglement für die Saison 2021, und mit McLaren kündigt nun ein weiteres Team an, dass man die Königsklasse möglicherweise verlassen werde, wenn die neuen Regeln nicht dem eigenen Gusto entsprechen sollten. In der Vergangenheit hörte man ähnliche Aussagen unter anderem bereits von Red Bull und Ferrari.

"Für McLaren gibt es zwei Voraussetzungen", erklärt McLaren-Boss Zak Brown gegenüber 'The Guardian'. Zum einen müsse das Formel-1-Modell ab 2021 für sein Team "finanziell tragfähig" sein. Zum anderen müsse es McLaren ermöglichen, "fair und konkurrenzfähig" an der Spitze mitkämpfen zu können. "Wenn es das nicht ist, dann müssen wir unsere Position in der Formel 1 ernsthaft überdenken", so Brown.

"Wenn die neuen Regeln uns nicht in diese Situation bringen, müssen wir unsere Teilnahme an der Formel 1 überdenken", stellt er unmissverständlich klar. Aktuell gibt es noch viele Punkte, bei denen in der Königsklasse Uneinigkeit herrscht. Unter anderem geht es um eine mögliche Kostenobergrenze. Diese wollen zwar grundsätzlich alle Teams, doch bei konkreten Zahlen und der Umsetzbarkeit gibt es noch dicke Fragezeichen.

Ähnlich sieht es bei der Verteilung der Gelder aus. "Die Verteilung der Einnahmen sollte ausgeglichener sein", fordert beispielsweise Brown und erklärt, die Verteilung solle stärker "performanceorientiert" erfolgen. So kassierte Ferrari 2017 zum Beispiel diverse Bonuszahlungen in Höhe von 93 Millionen Euro. Die Boni gab es zum Beispiel als Status für das als am längsten engagierte Team in der Königsklasse.

Viele Baustellen, aber Brown "optimistisch"

"Wir sind uns alle einig, dass Ferrari der größte Name [in der Formel 1] ist, und dass das auch belohnt werden sollte - aber nicht auf dem aktuellen Level", so Brown. Zum Vergleich: McLaren erhielt 2017 "nur" Bonuszahlungen in Höhe von 27 Millionen Euro. Teams wie Renault, Sauber oder Force India erhielten gar keine Boni. Diese krasse Ungleichheit soll ein Ende haben.

Gleichzeitig ist aber natürlich nicht davon auszugehen, dass die großen Teams freiwillig komplett auf ihre Boni verzichten werden. Ein weiterer Streitpunkt: B-Teams. Brown erklärte zuletzt bereits, dass Rennställe wie Alfa Romeo oder Haas, die am Tropf eines großen Herstellers hängen, ungesund für die Formel 1 seien. Cyril Abiteboul von Renault teilt die Kritik. Auch hier gibt es aktuell noch keine Einigung.

Für Brown ist es grundsätzlich am wichtigsten, dass die Formel 1 an der Spitze ab 2021 wieder ausgeglichener wird. Budgetobergrenze und Co. sollen dabei helfen, dass es in Zukunft keine Dominanz eines einzelnen Herstellers mehr geben wird. "Es könnte immer noch sein, dass ein Team zwei Titel in Folge gewinnt - aber nicht fünf oder sechs", so Brown. Mercedes gewann seit 2014 fünfmal in Serie Fahrer- und Konstrukteurs-WM.

Obwohl es noch einige Baustellen gibt, erklärt Brown: "Ich bin optimistisch, dass alle mitmachen werden [...] Ich bin zuversichtlich, dass die Formel 1 das Richtige tun wird, dass alle zehn Teams unterschreiben werden, und dass wir eine viel bessere und kompetitivere Formel 1 ab 2021 haben werden." Viel Zeit bleibt den Beteiligten allerdings nicht mehr, um eine Lösung zu finden, mit der alle Teams gut leben können.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Autor Ruben Zimmermann
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