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Neue Fabrik, Personal verdoppelt: Hat Renault bereits Ressourcen der Spitze?

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Neue Fabrik, Personal verdoppelt: Hat Renault bereits Ressourcen der Spitze?
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18.02.2019, 13:47

Wie Renault seit 2016 aus einem maroden Rennstall ein absolutes Topteam macht, wo investiert wurde und wie viel Personal auf Mercedes und Ferrari noch fehlt

Renault will 2021 Weltmeister sein. Noch beträgt der Rückstand auf die Topteams aber rund 1,5 Sekunden pro Runde. Doch hinter den Kulissen hat der Autohersteller seit dem Einstieg Ende 2015 Millionen investiert, um die Fabrik in Enstone in Titelform zu bringen und eine schlagkräfige Truppe zusammenzustellen.

"Es ist immer besser und besser geworden, aber jetzt ist der Schritt bei den Anlagen so groß wie nie", fällt Nico Hülkenberg auf, der in sein drittes Renault-Jahr geht. "Viel wurde im vergangenen Jahr gemacht und abgeschlossen. Die Fabrik wurde erweitert und modernisiert. Es gibt größere Anlagen und ein besseres Arbeitsumfeld. Man kann die Investitionen von Renault definitiv sehen."

Alles fühle sich nun "größer, professioneller, besser und ernsthafter an", meint der Emmericher, der mit Red-Bull-Star Daniel Ricciardo dieses Jahr auch einen Hochkaräter als Teamkollegen bekommt. Für ihn steht fest: "Renault befindet sich auf dem Weg nach oben. Die Ergebnisse müssen aber auch dazu passen."

Personal seit 2016 verdoppelt

Marcin Budokwski

Auch der neue Chassisverantwortliche Budkowski kam erst im Vorjahr

Was hat Renault-Geschäftsführer Cyril Abiteboul also in den vergangenen Jahren getan, um ein Fundament für den WM-Titel zu legen? "Wir sind enorm gewachsen und haben allein im Vorjahr 100 neue Mitarbeiter dazubekommen", sagt der Chassisverantwortliche Marcin Budkowski, der davor bei der FIA arbeitete und somit selbst einer der 100 Neulinge ist. "Seit 2016 sind sogar 250 neue Leute gekommen."

Das bedeutet, dass sich die Belegschaft in Enstone "seit 2016 verdoppelt hat", offenbart Abiteboul. "Wir haben jetzt 450 Leute in der Motorenfabrik in Viry Chatillon und 750 Leute inklusive Vertragspartner in Enstone. Das sind also 1.200 Mitarbeiter. Und dann wären da noch Vertragspartner wie Mecachrome, die unsere Motoren bauen, aber nicht miteinbezogen sind. Das wären dann noch einmal 80 Leute."

So viel fehlt auf Mercedes & Co.

Zum Vergleich: Beim seit 2014 dominanten Mercedes-Team waren 2017 laut Companies House 637 Mitarbeiter in der Antriebsabteilung in Brixworth und 912 Mitarbeiter in der Teamfabrik in Brackley beschäftigt. Das ergibt insgesamt 1.549 Mitarbeiter.

‘¿’Und auch bei Ferrari darf man davon ausgehen, dass der Personalstand größer ist als bei den Franzosen, zumal die Scuderia selbst bekanntgegeben hat, dass das Budget für 2019 noch einmal vergrößert wurde. Zuletzt war von 1.400 Mitarbeitern die Rede.

Kein Wunder, dass Renault weiter nach wichtigen Mitarbeitern Ausschau hält. "Wir engagieren nach wie vor neue Leute, um unsere Abläufe zu verbessern und werden somit immer stärker", sagt Technikchef Nick Chester.

Infrastruktur bereits erstklassig?

Lotus-Fabrik in Enstone

Die Einrichtungen in Enstone wurden grundlegend erneuert

Doch die Anzahl der Mitarbeiter macht noch keinen WM-Titel: Jetzt geht es darum, das neue Personal - darunter neben Budkowski auch der von Red Bull gekommene Chefdesigner Steve Machin - so schnell wie möglich ins Team zu integrieren. Mit den neuen Mitarbeitern hat man auch die Struktur noch einmal überarbeitet - auch, weil man im Vorjahr nicht die erwarteten Fortschritte bei der Aerodynamik gemacht hat.

Neben der Organisation der Aerodynamikabteilung wurden auch die Messmethoden umgestellt. Dazu kommt, dass im Laufe der vergangenen Saison zahlreiche neue Maschinen und Werkzeuge gekauft und aufgebaut wurden. "Unsere Infrastruktur ist nun endlich erstklassig", schwärmt Technikchef Chester.

"Unsere Bearbeitungszentren zur Chassisverarbeitung wurden verbessert, wodurch die Vorlaufzeiten geringer werden. Wir haben unseren Windkanal verbessert, wir lackieren vor Ort, wodurch wir Dinge hinausschieben können und trotzdem ohne Qualitätsverlust mit allem fertig werden." Auch bei der Verbundstoff-Aufbereitung arbeite man nun noch effizienter, zudem wurde ein neuer Getriebeprüfstand geholt, das Designbüro vergrößert und eine moderne Kommandozentrale gebaut, die an den Rennwochenende den Team an der Rennstrecke zuarbeitet.

Motorenprüfstand generalüberholt

Cyril Abiteboul

Cyril Abiteboul will in zwei Jahren an die Spitze der Formel 1

Aber nicht nur in Enstone werden keine Kosten gescheut - endlich hat man auch in die Motorenabteilung in Viry-Chatillon investiert. "Wir haben den Prüfstand komplett generalüberholt", verrät Abiteboul, der enorme Fortschritte im Antriebsbereich verspricht. "Er kann bereits in dieser Saison verwendet werden, um die Antriebseinheit weiterzuentwickeln."

Dazu baut man gerade an einer neue Motorenmontagehalle und einem neuen Bereich für die Verbesserung der Zuverlässigkeit - all das soll nächstes Jahr fertig werden. "All diese Projekte in Angriff zu nehmen, während wir in der Formel 1 am Start sind, war irrsinnig aufwändig", gibt Abiteboul zu. "Das gilt auch dafür, die wichtigsten Bereiche abzuschließen."

Ricciardo: Renault hat nötige Ressourcen

Auch wenn man hinter dem ursprünglichen Fünfjahresplan, der 2019 Siege und 2020 den Kampf um den WM-Titel vorgesehen hätte, hinterherhinkt, zeigt sich Abiteboul mit dem Aufwärtstrend seines Teams zufrieden: "2016 waren wir mit acht Punkten Neunter, 2017 mit 57 Punkten Sechster und im Vorjahr mit 122 Punkten Vierter. Dieses Momentum wollen wir beibehalten. Wir peilen nicht irgendwelche Plätze oder eine gewisse Punkteanzahl an - ich will stattdessen, dass wir den Top-Teams weiterhin mit diesen Fortschritten näherkommen."

Aber ist Renault für diesen Kampf wirklich gerüstet? Neuzugang Ricciardo, der mit Red Bull ein ehemaliges Weltmeisterteam hervorragend kennt, ist guter Dinge: "Nach allem, was ich gesehen habe, besitzen wir genügend Ressourcen, um in diesen Bereich zu kommen", hat Renault laut dem "Aussie" bereits Top-Team-Format. "Das ist keineswegs unerreichbar. Vielleicht schaffen wir es noch nicht dieses Jahr, aber ich sehe das sicher nicht als permanentes Handicap."

Mit Bildmaterial von Renault F1 Team.

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