Neues Motorenreglement in der Formel 1 „besser als gar nichts“

Nachdem sich die Hersteller und die FIA auf ein Motorenreglement bis 2020 geeinigt haben, sind nicht alle Kunden glücklich über das Ergebnis – wie Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner.

Ab 2018 dürfen die Teams nur noch drei Motoren pro Fahrer und Saison verbrauchen. Außerdem wird die Anzahl der MGU-K-Einheiten und Batterien auf zwei pro Saison halbiert. All das soll die Ausgaben für Kundenteams um etwa vier Millionen Euro pro Jahr senken. Die eigentlich angestrebte Summe von 12 Millionen ist so zwar immer noch in weiter Ferne, aber immerhin sei ein Anfang gemacht, sagt Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner.

„Es ist wenig berauschend. Ein sehr schwaches Agreement zwischen der FIA und den Herstellern“, sagte Horner in Barcelona. „Es kratzt zwar am Preis, geht ein bisschen die Leistungsangleichung an, die Verpflichtung zur Belieferung gilt nicht wirklich und daher ist es eine sehr schwache Vereinbarung. Es ist schade, dass nicht mehr getan werden konnte, aber ich denke, es ist besser als gar nichts.“

 

Im Gegensatz zu Horner ist man bei Renault und Mercedes zufrieden mit dem Erreichten. Stabilität sei wichtig und die habe man bis 2020 erzielt, sagten Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Renault-Sportchef Cyril Abiteboul. „Außerdem gibt es eine Preissenkung für Kundenteams und ein klares Ziel, dass die Leistung angeglichen wird. Wir glauben, dass das wichtig für die Formel 1 ist“, erklärte der Franzose.

Angleichung kann nicht befohlen werden

Sollte die Leistung der einzelnen Motoren Anfang 2017 trotz aller Bemühungen weiter so unterschiedlich sein wie das zur Zeit der Fall ist, muss sich die Strategiegruppe der Formel 1 etwas einfallen lassen.

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Die FIA wird die Leistung der Motoren in den nächsten paar Rennen genau überwachen und wenn der Unterschied auf einer Strecke wie Barcelona mehr als 0,3 Sekunden beträgt, wird man handeln.

„Wir haben Simulationsinstrumente, mit denen wir die Performance der Motoren in jedem Auto berechnen können, das übertragen wir dann auf einen Leistungsindex, denn es gibt dieses Hybridsystem und man kann nicht nur vom PS sprechen. Es ist ein Index“, erklärte der Motorenchef der FIA, Fabrice Lom.

„Wir überprüfen jede Runde der ersten drei Rennen, nehmen die beste von jedem Motor bei jedem Rennen und berechnen dann den Durchschnitt. Das sollte uns einen Leistungsindex für jeden Motor eines jeden Herstellers verschaffen. Dann übertragen wir diesen Index auf die Strecke von Barcelona. Da werden wir ihn in Rundenzeit umrechnen und die Unterschiede berechnen.“

 

Sollte dann der Unterschied mehr als 0,3 Sekunden betragen, liegt es an der Strategiegruppe und der Formel 1 Kommission zu entscheiden, wie für das nächste Jahr weiter verfahren werden soll. Die FIA könne eine Leistungsangleichung schließlich nicht befehlen, betonte Lom. Die würde sich von selbst einstellen, wenn die Regeln längere Zeit stabil blieben.

Keine Strafenorgien

Befürchtungen, dass es unter dem neuen Reglement und der weiter limitieren Anzahl an Antriebseinheiten wieder Strafen hageln werde wie im vergangenen Jahr – man denke nur an Mercedes und Lewis Hamilton und deren Probleme in den ersten Saisonrennen 2016 – versuchte FIA-Renndirektor Charlie Whiting zu zerstreuen.

„Ich bin zuversichtlich, weil die Hersteller zuversichtlich sind. Sie haben sich auf diese Zahlen geeinigt und das hätten sie nicht getan, wenn sie sich deswegen Sorgen machen würden“, sagte Whiting. „Was wir in diesem Jahr gesehen haben, war eine Anomalie. In den vergangenen zwei Jahren haben wir bei Mercedes nichts Derartiges erlebt. Das ist wirklich eine Überraschung.“

Mit Informationen von Jonathan Noble

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