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Nico Rosberg bei Markus Lanz: Über Angst im Cockpit und Flugtaxis

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Nico Rosberg bei Markus Lanz: Über Angst im Cockpit und Flugtaxis
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07.02.2019, 06:48

Die ersten Flugtaxis werden in einem Jahr abheben, glaubt Nico Rosberg, und er gibt über seine aktive Zeit ungewohnt offen zu: "Ich hatte manchmal auch Angst"

Nico Rosberg scheint sich wohlzufühlen in seiner neuen Rolle abseits des Formel-1-Cockpits. Der Weltmeister von 2016 hat das Thema Mobilität der Zukunft für sich entdeckt, veranstaltet 2019 gemeinsam mit zwei Partnern in Berlin sogar sein eigenes Greentech-Festival. Und um darüber zu reden und ein bisschen Werbung für sein Thema zu machen, saß er am Mittwochabend im TV-Studio von Talkmaster Markus Lanz in Hamburg.

Rosberg gelingt ein sympathischer Einstieg in die Sendung. Als Lanz vom Gespräch mit dem Linken-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Dietmar Bartsch, zu ihm überleitet, grinst der 33-Jährige: "Ich bin froh, dass ich kein Politiker bin. Und ich habe gesehen, dass Ihnen die Gespräche mit der Linken sehr Spaß machen!" Worauf Lanz entgegnet: "Wir duzen uns, Nico, du weißt. Kaum rede ich mit Herrn Bartsch, siezt er mich. Lässt natürlich auch tief blicken ..."

Das Verhältnis der beiden wäre damit mal geklärt. Und damit kann's zur Sache gehen. Lanz versäumt nicht, die elementare Frage zu stellen: Fehlt dir die Formel 1? "Ich vermisse es überhaupt nicht", antwortet Rosberg. "Und das ist ein Riesenglück. Damals, als ich das entschieden habe, hatte ich keine Ahnung, wie es in zwei, drei Monaten, wie es in einem Jahr sein wird."

Er gibt aber zu: "Einfach ist es nicht. Es ist ja eine komplette Lebensdisruption, ein kompletter Sinn des Lebens ist gefühlt erstmal weg. Den muss ich neu finden. Das ist nicht einfach, aber ich hatte meine Familie und viele andere Leidenschaften. Ich habe sehr schnell einen neuen Weg gefunden. Es ist toll gelaufen. Für mich war es die beste Entscheidung."

"Bring bitte den Müll raus!"

Lanz versucht sich in einer auflockernden Zwischenfrage: "Dann sitzt du plötzlich zu Hause, die Frau kommt und sagt: 'Bring bitte den Müll raus!'", sagt er. Das sei doch "verrückt", meint der 'ZDF'-Moderator. Begleitet von den Lachern des Publikums sagt Rosberg: "Dann muss ich's machen! Gibt keine Ausrede mehr."

Spannend wird's, als sich die beiden über das Thema Gefahr in der Formel 1 unterhalten. Es ist ungewöhnlich, dass Fahrer zugeben, Angst zu haben. Auch nach dem Ende ihrer aktiven Karriere. Rosberg aber ist mutig genug, das offen einzugestehen: "Es gibt Momente, wo ich gucke und denke: 'Es ist okay, dass ich da jetzt nicht mehr drinsitze.'"

"Es gibt schon ein paar Sachen ... Baku zum Beispiel. Da sind wir mit 360 unterwegs auf der Geraden, mitten in der Stadt, und links ist so eine Mauer, die frontal zu einem steht, die Boxeneinfahrt. Wenn da was schiefgeht! Daran fährt man jede Runde vorbei. Ich bin nicht so der komplette Draufgänger wie die meisten anderen. Ich denke schon dreimal nach über diese Mauer."

Lanz geht dazwischen: "Aber ist man dann noch schnell, wenn man darüber nachdenkt?" Rosberg denkt nicht lange nach: "Schon. Ging ja ganz gut", grinst er - und hat wieder die Sympathien des Publikums und dessen Beifall auf seiner Seite.

Auf die konkrete Frage, ob er im Cockpit auch Angst verspürt habe, entgegnet er: "Ja. Ich hatte manchmal auch Angst. Der Unfall ist dann schon sehr, sehr groß. Wenn da was passiert in dem Moment! Und man weiß ja nie."

Im weiteren Verlauf der Sendung erfährt der TV-Zuschauer - die komplette Ausgabe gibt's on demand in der 'ZDF-Mediathek' -, dass Rosberg im WM-Jahr 2016 bis zu eineinhalb Stunden täglich meditiert hat ("Es geht um Präsenz") und E-Mobilität für ihn "die neue Leidenschaft, die ich gefunden habe", ist.

Rosberg-Familie mitverantwortlich für Klimawandel?

Wieder ein typischer Einschub von Lanz: "Du und dein Vater, allein ihr seid für mindestens 0,5 Grad Temperaturanstieg verantwortlich!" Was Rosberg charmant kontert: "Geb ich dir recht, dass ich bis jetzt ein bisschen in die falsche Richtung unterwegs war. Aber mit vollem Stolz. Ich werde immer Riesenfan der Formel 1 bleiben." Und jetzt sei er ja auf der richtigen Seite, mit dem Thema E-Mobilität und Greentech.

Dabei wird dann der Bogen zu seinem Engagement als Miteigentümer der Formel E gespannt. Ein Finanzinvestment, das für ihn "sehr gut" gelaufen sei, verrät Rosberg: "Die Meisterschaft geht gerade durch die Decke. In vier Jahren hat sie einen Wert von 700 Millionen erreicht. Unglaublich! Macht aber auch keinen Gewinn. Das ist alles Zukunftsmusik."

Genauso wie die Idee von Flugtaxis - für die Dorothee Bär, die Staatsministerin für Digitales, vor ziemlich genau einem Jahr medial komplett verrissen wurde. Wenn ein Formel-1-Weltmeister über solche Themen spricht, ist das natürlich was ganz anderes. Und Rosberg ist sicher, dass die ersten Flugtaxis "ab nächstem Jahr, spätestens in zwei Jahren" fliegen werden.

"Leider noch nicht in Deutschland", schränkt er ein. "Dubai, Singapur wahrscheinlich anfangs. Aber das kommt. Zuerst mit Pilot, noch nicht autonom. Wenn die autonom werden, ohne Pilot, dann werden die preislich sauinteressant. Man sagt, dass die pro Kilometer nicht viel mehr kosten werden als ein heutiges Taxi."

Mit dem autonomen Flugtaxi vom Büro zum Bahnhof, das wird's in Deutschland also erst ein bisschen später geben. Seine Heimat sei bei den Themen der zukünftigen Mobilität nämlich "ein bisschen hinterher", befürchtet Rosberg. "Aber wir holen jetzt auf." Und er weiß: "Am meisten tut sich in China und Amerika."

Die komplette Markus-Lanz-Sendung vom 6. Februar 2019 mit Nico Rosberg, dem Politiker Dietmar Bartsch, der Journalistin Elisabeth Niejahr und dem Musiker Jürgen Zeltinger gibt's on demand in voller Länge unter zdf.de/gesellschaft/markus-lanz.

Mit Bildmaterial von Nico Rosberg (Twitter).

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Rennserie Formel 1
Autor Christian Nimmervoll