Nico Rosberg: Weiß nicht, ob Gasly bei Red Bull auch so gut wäre

Pierre Gasly ist davon überzeugt, dass er reif für eine zweite Chance bei Red Bull wäre, doch Nico Rosberg versteht die Bedenken von Helmut Marko

Nico Rosberg: Weiß nicht, ob Gasly bei Red Bull auch so gut wäre

Dass Pierre Gasly 2022 wieder im Red Bull sitzen wird, an der Seite von Max Verstappen, das hat Motorsportkonsulent Helmut Marko mehrfach de facto ausgeschlossen. Der 25-jährige Franzose glaubt jedoch, dass er reif wäre für eine zweite Chance nach 2019, als er nach nur zwölf Rennen durch Alexander Albon ersetzt wurde.

"Ich bin jetzt sicher anders als damals bei Red Bull. Ich habe mehr Erfahrung, klarere Vorstellungen davon, was ich vom Team und vom Auto erwarte. Auch von mir selbst", sagt Gasly in einem Interview mit 'Sky'. "Gleichzeitig gibt mir das Team alles, was ich mir wünsche und worum ich bitte, um konkurrenzfähig sein zu können."

Viele Formel-1-Beobachter sind der Meinung, dass Gasly neben Verstappen der zweitschnellste Fahrer ist, den Red Bull aktuell im Kader hat. Der Franzose ist 2019, 2020 und 2021 je einmal für Toro Rosso beziehungsweise AlphaTauri aufs Podium gefahren, hat in Monza 2020 sogar sensationell gewonnen.

Vor ihm hatte das Team aus Faenza erst zwei Podestplätze erobert: Sebastian Vettels Sieg in Monza 2008 und Daniil Kwjats dritten Platz in Hockenheim 2019. "Ich habe für dieses Team drei Podestplätze geholt. Das hat vor mir noch keiner geschafft. Und ich persönlich will regelmäßig um Podestplätze kämpfen", sagt Gasly.

Ocons Dreijahresvertrag war ein Rückschlag

Der AlphaTauri-Fahrer befindet sich in einer Zwickmühle. Der für ihn naheliegende Platz beim französischen Team Alpine ist für 2022 durch Esteban Ocon und Fernando Alonso besetzt. Somit bleibt als Alternative für den nächsten Karriereschritt eine Rückkehr ins A-Team von Red Bull. Aber die gibt's nur, wenn Sergio Perez komplett versagt - und danach sieht's nicht aus.

Zumal Nico Rosberg befürchtet: "Man darf nicht vergessen, dass es mental jetzt eine andere Situation ist. Er hat keinen Max Verstappen mehr im gleichen Auto an seiner Seite. Wer weiß, vielleicht war das das Problem, mit dem er mental nicht zurechtgekommen ist? Einen so starken Teamkollegen zu haben."

Rosberg versteht die Skepsis von Helmut Marko, Gasly eine zweite Chance zu geben: "Das ist das Problem für Red Bull, warum sie sich wahrscheinlich noch nicht für ihn entschieden haben. Ja, bei AlphaTauri liefert er ab. Aber sie wissen nicht, ob er bei Red Bull genauso abliefern würde", sagt der 'Sky'-Experte.

Gasly hält dagegen: "Die Zeit bei Red Bull war ziemlich kurz. Wir hatten nicht viel Zeit, das hinzukriegen. Es gab eindeutig Probleme, und wir hatten nicht genug Zeit, diese Probleme auszusortieren. Ich bin mir sicher, dass es möglich wäre, es mit ihnen hinzubekommen. Im Moment steht das aber nicht zur Debatte. Schauen wir mal, was in Zukunft passiert."

Gasly weiß: Red Bull muss ihn wirklich wollen

Für einen Wechsel zu Red Bull, weiß Gasly, "muss es auch den Willen geben. Auf meiner Seite ist er da. Ich will ein konkurrenzfähiges Auto, mit dem ich um Podestplätze, um Siege und um die WM kämpfen kann. Ich bin mir sicher, dass wir in den nächsten Wochen und Monaten darüber sprechen werden, wie meine Zukunft aussieht. Ob bei Red Bull, bei AlphaTauri oder woanders."

 

Ob schon Angebote von anderen Teams vorliegen, will Gasly nicht verraten: "Im Moment bin ich bei Red Bull, das ist klar. Letztendlich ist es ihre Entscheidung", winkt er ab. "Ich gebe mein Bestes, damit sie erkennen, dass ich dieses Cockpit verdiene. Drei Podestplätze in einem Mittelfeldauto, das haben nicht viele andere Fahrer geschafft."

"Das ist der beste Pierre, den es in den letzten vier Jahren gegeben hat. Kompletter, mit mehr Erfahrung, mit besseren Ideen und in der richtigen Richtung. Ich trage jetzt im Team auch mehr Verantwortung und habe Freude daran. Ich führe das Team in die Richtung, die ich mir wünsche. Das macht Spaß!"

Für 2022 wäre ein Weggang von AlphaTauri eine faustdicke Überraschung. Was danach passiert, steht auf einem ganz anderen Blatt. Aber Paul di Resta ist überzeugt davon, dass Gasly in seiner aktuellen Rolle gut aufgehoben ist, denn: "Er ist eine tolle Referenz für die Red-Bull-Junioren, die in die Formel 1 kommen."

"Er hat Tsunoda kräftig durchgeschüttelt und ihn so dazu gezwungen, sich unangenehme Fragen zu stellen, wie er noch schneller werden kann", sagt der 'Sky'-Experte. "Aber irgendwann erreicht er auch den Punkt, wo er sich fragen muss, ob er bei Red Bull den nächsten Schritt machen kann. Und er ist sehr ehrlich in dieser Frage, wenn er sagt, dass sie ihn genauso wollen müssen wie er sie ..."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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