P4 im Qualifying: Leclerc kann sich Ferrari-Form nicht erklären

Charles Leclerc bestätigt die starke Ferrari-Form vom Freitag und startet das Rennen in Istanbul von Platz drei, auch dank kräftiger Schützenhilfe des Teamkollegen

P4 im Qualifying: Leclerc kann sich Ferrari-Form nicht erklären

Im Kampf um die Position als dritte Kraft in der Formel 1 hat Ferrari im Qualifying zum Türkei-Grand-Prix in Istanbul ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Charles Leclerc konnte sich zwar im Vergleich zum Freitag nicht vor Max Verstappen und Valtteri Bottas halten, doch der Monegasse bestätigte mit Rang vier die starke Form der Scuderia. Das Rennen wird er aufgrund von Lewis Hamiltons Strafe sogar als Dritter in Angriff nehmen.

Woher die Wiederauferstehung der Roten kommt, das kann sich Leclerc selbst nicht so ganz erklären. Grundsätzlich sei das Wochenende in Istanbul bislang ziemlich undurchsichtig, was das Kräfteverhältnis betrifft. "Es ist ein bisschen seltsam, aber um ehrlich zu sein, scheint auch das Mittelfeld ganz gut zu arbeiten, denn wir sind alle sehr nah an der Poleposition dran", sagt er.

Weniger als vier Zehntel fehlten Leclerc auf die Bestzeit von Hamilton, der Rückstand auf Verstappen betrug nicht einmal eine Zehntelsekunde. Der neue Motor, den Leclerc nach seiner Strafversetzung in Russland an diesem Wochenende in der Türkei erstmals so richtig nutzen kann, scheint zumindest einmal kein Fehlgriff zu sein.

Sainz der doppelte Held für Ferrari

Dabei lief das Qualifying trotz des guten Ergebnisses am Ende zwischenzeitlich nicht nach Wunsch. Leclercs Einzug in Q3 stand auf der Kippe, ehe Ferrari in die Taktikkiste griff. Carlos Sainz, der das Rennen aufgrund seiner Motorenstrafe ohnehin von ganz hinten starten wird, wurde in Q2 noch einmal auf die Strecke geschickt, um Leclerc Windschatten zu geben.

Und der Plan ging auf. Leclerc schaffte es recht souverän in Q3 und konnte dort noch einmal glänzen. "Ich wusste, dass es für uns eine schwierige Session werden könnte, denn wir haben uns für ein Set-up mit wenig Abtrieb entschieden. Das dürfte für morgen die richtige Entscheidung sein, aber für heute war es schwierig", sagt er. Der 23-Jährige gibt zu, dass er ohne die Hilfe seines Teamkollegen wohl Mühe gehabt hätte, in Q3 zu kommen.

Schon im Segment zuvor hatte Sainz eine wichtige Rolle gespielt. Denn der Spanier kickte mit seiner letzten schnellen Runde in Q1 McLaren-Pilot Daniel Ricciardo raus - und damit einen Fahrer des größten Konkurrenten in der Konstrukteurs-WM.

"Im Grunde bin ich nur herumgefahren und habe versucht, keine konkurrenzfähige Rundenzeit zu fahren. Ich wollte nur sicherzugehen, dass das andere Auto es ins Q2 schafft", erklärt Sainz, dass er auch in Q1 bereits als möglicher Helfer für Leclerc vorgesehen war.

"Als Charles dann sicher war, versuchte ich, eine Runde zu fahren, um ein Auto aus Q2 zu verdrängen, und zufällig war dieses Auto Daniel, unser direkter Konkurrent in der Meisterschaft. Der Plan wurde also perfekt ausgeführt", jubelt Sainz.

Sainz hofft auf Aufholjagd

Auf die beiden Ferrari-Fahrer warten nun gänzlich unterschiedliche Rennen. Während Leclerc versuchen will, aufs Podium zu fahren, muss sich Sainz durch das Feld kämpfen.

"Unsere Simulationen sagen nicht voraus, wie einfach es ist, zu überholen. Es kommt also ganz auf das Gefühl für das Auto an und darauf, wie viel dirty air das Auto vom Vordermann abbekommt. Von der reinen Pace her sind wir natürlich gut genug für einen Platz unter den ersten fünf, und wenn man als Letzter startet, kann man eine Menge Plätze gutmachen", sagt Sainz.

Allerdings freue er sich bereits auf das Rennen. "Es wäre mir lieber, wenn ich von Platz drei starten könnte, so wie Charles, denn es ist natürlich viel besser, direkt auf dem Podium zu starten als auf dem letzten Platz. Außerdem gibt es nicht viele andere Autos, die Strafen kassieren, sodass ich davon nicht profitieren könnte. Aber warten wir es ab", so Sainz.

Leclerc seinerseits kündigt an, gerade am Start gegen Verstappen und Bottas vorsichtig sein zu wollen. "Ich werde bei den Beiden kein zu großes Risiko eingehen. Wir kämpfen nicht um die WM gegen sie, aber Starts sind immer heikel. Aber ich werde nicht zu viel riskieren", so Leclerc.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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