Pierre Gasly: Zandvoort ist "wie Monaco ohne Mauern"

In der kommenden Woche gibt die Formel 1 ihr Comeback in Zandvoort, bei den Fahrern ruft die Strecke unterschiedliche Reaktionen hervor

Pierre Gasly: Zandvoort ist "wie Monaco ohne Mauern"

36 Jahre nach dem letzten Gastspiel in Zandvoort kehrt die Formel 1 in der kommenden Woche an die Nordseeküste zurück. Ursprünglich sollte das Rennen bereits im Vorjahr sein Comeback feiern, doch die Corona-Pandemie ließ das Vorhaben platzen.

Trotz oder gerade wegen dieser Verspätung blicken die Fahrer mit Spannung auf das Rennen. "Es ist wie Monaco ohne Mauern, würde ich sagen", blickt Pierre Gasly voraus. Wie im Fürstentum komme es darauf an, weit vorne zu starten.

"Das Qualifying wird sehr wichtig werden. Wir erwarten, dass es im Rennen schwierig wird, zu überholen. Ich hoffe, dass ich falsch liege, denn als Fahrer will man immer enge Kämpfe und gutes Racing. Aber objektiv gesehen gibt es keine langen Geraden. Es wird nicht einfach", glaubt der Franzose.

Sainz: Die Steilkurve ändert alles

Ähnlich sieht es auch Carlos Sainz. Der Ferrari-Pilot glaubt, dass durch die neue Steilkurve vor der Start- und Zielgeraden die Überholthematik noch einmal an Brisanz gewonnen hat. "Ich bin auf der alten Strecke ohne die Steilkurve gefahren, aber die Steilkurve verändert alles", sagt der Spanier.

"Ich denke, sie macht es noch schneller. Schon in einem Formel-3-Auto war es eine einzige Freude, dort zu fahren. Es war sehr eng. Ich weiß nicht, wie die Formel 1 sich da irgendwelche Überholmanöver vorstellt, aber die Qualifying-Runde dürfte eine tolle Herausforderung werden", sagt er.

Die Steilkurve wurde im Zuge der Modernisierungsarbeiten an der Strecke hinzugefügt. Auf Sainz hat sie bereits Eindruck gemacht, obwohl er sie bislang nur aus dem Simulator kennt. "Wir haben schon in Mugello über Steilkurven gesprochen, aber die ist steiler. Diese Steilkurve ist nächstes Level", staunt der 26-Jährige.

Gasly: Man fühlt sich wie in der IndyCar

Gasly hingegen blickt mit weniger Ehrfurcht auf diese Kurve. "Die geht ganz einfach mit Vollgas. Da gibt es nichts Besonderes. Man fühlt sich für ein paar Sekunden wie ein IndyCar-Fahrer, aber dann geht's zurück zum Formel-1-Gefühl", meint der AlphaTauri-Pilot.

McLaren-Jungstar Lando Norris hebt mit Blick auf Zandvoort vor allem den Old-School-Charakter hervor. "Es gibt Bodenwellen und sie ist ziemlich schwierig", so der Brite. "In vielen Kurven gibt es kaum Auslaufzonen, an manchen Stellen ist sie ziemlich schnell, aber insgesamt ist es fast unmöglich zu überholen", bemängelt auch Norris.

Der 21-Jährige sieht nur eine realistische Chance für Überholmanöver, und zwar Richtung Kurve eins. Gleichzeitig sei es jedoch positiv, dass der Grundcharakter der Strecke erhalten geblieben sei. "Viele coole Stellen der Strecke sind sehr ähnlich und haben sich kaum verändert. Das ist gut", sagt Norris.

Mit Bildmaterial von Chris Schotanus.

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