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Pirelli wehrt sich: Diffuse Kritik der Fahrer hilft nicht weiter

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Pirelli wehrt sich: Diffuse Kritik der Fahrer hilft nicht weiter
Autor:
Co-Autor: Oleg Karpow
30.03.2019, 06:01

Pirelli-Sportchef Mario Isola reagiert auf die Kritik von Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Co. und fordert die Fahrer zu konstruktiveren Meinungsäußerungen auf

Reifenhersteller Pirelli lässt die Kritik an seinen aktuellen Produkten für die Formel 1, unter anderem von den beiden Superstars Lewis Hamilton und Sebastian Vettel, nicht unkommentiert im Raum stehen. Sportchef Mario Isola nimmt die Kritik zwar grundsätzlich an. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass er sich von den Fahrern detaillierteres Feedback wünscht als diffuse Behauptungen über die Medien.

Pirelli war zuletzt in die Kritik geraten, weil das Problem beim leidigen Thema Überholen weniger das neue Aerodynamik-Reglement sei, sondern vielmehr die Reifen. Die bauen angeblich zu schnell ab, wenn man zu nahe hinter einem Konkurrenten fährt, dadurch Anpressdruck vor allem an der Vorderachse verliert und das Auto untersteuert. Dadurch, so hieß es zuletzt von mehreren Fahrern, überhitzen die Reifen - und man muss sich fast zwangsläufig zurückfallen lassen.

Doch Isola stört sich daran, dass die Fahrer zwar über die Reifen schimpfen, aber kein konkretes Feedback liefern, um das Problem gemeinsam beheben zu können: "Ich akzeptiere die Kommentare, solange sie mir im Detail erklären können, wo genau das Problem liegt. Ist es Überhitzen? Ist es Abbau? Woran liegt's?" Den suggerierten Vorwurf, Pirelli sei die Kritik egal, lässt er nicht auf sich sitzen: "Wir arbeiten permanent daran, unsere Produkte zu verbessern."

Ein Beispiel: "Wir befinden uns bereits in der Entwicklung der Reifen für 2020, auch wenn wir wissen, dass 2020 das letzte Jahr mit 13-Zoll-Rädern ist. Alles, was wir dafür entwickeln, könnte nutzlos sein, und wir könnten uns schon auf 18 Zoll konzentrieren, anstatt noch einen 13-Zoll-Reifen zu entwickeln. Warum wir es trotzdem tun? Weil wir ein besseres Produkt anbieten wollen. Denn wir lernen mit jedem Tag in der Formel 1 dazu."

Fahrer: Viel Meckern in den Medien, aber kein Feedback

Bislang, sagt Isola, sei noch kein Fahrer persönlich auf ihn zugegangen, um das Thema zu besprechen: "Ich habe versucht, Informationen einzusammeln. Allgemeine Aussagen, dass ein Reifen schlecht war, helfen mir nicht weiter. Ich muss verstehen, wer etwas gesagt hat und warum. Manchmal ist es auch schwierig, die Fahrer in die Hände zu bekommen."

Aus diesem Grund besuche er "manchmal" die FIA-Fahrerbriefings am Freitagabend nach dem zweiten Freien Training, weil das für ihn die einzige Gelegenheit sei, an Feedback zu kommen. Pirelli sei es schließlich sehr wichtig, "die Meinung der Fahrer anzuhören. Das bringt was, denn nur sie sitzen in den Autos und haben das Gefühl dafür, was ein guter Vorschlag wäre."

Hamilton hatte die 2019er-Pirelli-Reifen am Rande der Wintertests in Barcelona kritisiert. Seiner Meinung nach waren jene Pneus mit der dünneren Lauffläche, die 2018 bei ausgewählten Rennen eingesetzt wurden, optimal. Kein Wunder: Mercedes kam mit diesen Pneus besser zurecht als die direkten Konkurrenten.

Und auch Vettel deutete nach dem Saisonauftakt in Australien an, mit Pirelli nicht zufrieden zu sein. Ohne einen konkreten Vorwurf zu formulieren, stellte er in den Raum, dass sein zweiter Reifensatz in Melbourne (Medium) "schlechter als der Satz, den ich am Freitag im Training hatte", gewesen sei. Was den Eindruck erweckt, nicht alle Reifensätze von Pirelli seien gleich gut.

Pirelli versichert: Jeder Reifen ist gleich

Ein Eindruck, gegen den sich Isola entschieden zur Wehr setzt. Er könne solche Abweichungen zwischen einzelnen Reifensätzen "absolut ausschließen. Wir führen jedes Jahr strengere Qualitätskontrollen ein und überprüfen wirklich jeden einzelnen Reifen. Wir prüfen die Materialien, wir prüfen den Produktionsprozess. Wir nehmen von jeder Produktionstranche einen Reifen komplett auseinander, bevor die Reifen an die Rennstrecke geliefert werden."

"Wenn wir etwas aus der Formel 1 gelernt haben, dann am meisten im Bereich Variabilität der Produkte. Variabilität zwischen Reifensätzen ist nicht möglich", sagt Isola. Er vermutet, dass Probleme wie jenes von Vettel andere Ursachen haben. Zum Beispiel unterschiedliche Asphalttemperaturen, veränderte Set-ups und Benzinlasten. Dadurch könne die Performance des Autos auf einem Reifensatz ganz anders sein als auf einem vorherigen Satz.

"Und ich sage noch etwas: Wir weisen keine Reifensätze zu. Die FIA weist einzelne Reifen zu. Das heißt, selbst wenn es Variabilität geben sollte, dann kann eigentlich maximal - zum Beispiel - der Reifen vorne links abweichen. Aber nicht der ganze Satz. Das ist fast unmöglich. Die FIA sucht nach Zufallsprinzip vier Reifen aus. Dass alle vier Reifen, aus einer Auswahl von 1.800 Reifen, nicht funktionieren, das kann ich mir ehrlich nicht vorstellen", stellt Isola klar.

Für eine gleichbleibende Qualität aller Formel-1-Reifen sorgen strenge Kontrollen in den Pirelli-Werken. So werden alle Temperaturen im Produktionsprozess mit Sensoren genau kontrolliert, und jeder einzelne Produktionsschritt ist über Timer zeitlich gleichbleibend. Es komme vor, dass mal eine schlechtere Tranche dabei sei, räumt Isola ein - etwa bei einem Stromausfall. Die betroffenen Reifen werden dann aber treffsicher aussortiert, bevor sie an die Rennstrecke gelangen können.

Im Zusammenhang mit der jüngsten Kritik freut sich Isola darüber, dass Fernando Alonso von McLaren für die Pirelli-Tests nach dem Grand Prix von Bahrain (in Bahrain) nominiert wurde: "Er kann sicher zusätzliches Feedback liefern. Seine Kommentare sind sehr wichtig für uns. Er kann Vergleiche mit der Vergangenheit anstellen und weiß sehr viel über die Formel 1 und Reifen. Einen so erfahrenen Testfahrer zu haben, ist für uns sehr wichtig."

Mit Bildmaterial von LAT.

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