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Ralf Schumacher relativiert: "Wir haben keinen neuen Bottas"

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Ralf Schumacher relativiert: "Wir haben keinen neuen Bottas"
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19.03.2019, 13:03

Der "neue Bottas", in einem Video inszeniert wie Rocky Balboa: Ralf Schumacher hält den Hype um den Melbourne-Sieger für maßlos übertrieben

Die Formel 1 ist ein schnelllebiges Geschäft. 2018 war Valtteri Bottas noch einer der großen Verlierer der Saison. Nach Melbourne ist er plötzlich als Siegertyp in aller Munde. Medien (auch wir) schreiben über einen "neuen Bottas", der, ähnlich wie Nico Rosberg 2015/16, gestärkt aus der Winterpause zurückgekommen ist. Und die Formel 1 hat auf Twitter sogar ein Video veröffentlicht, in dem Bottas' "Comeback" ganz im Stil der "Rocky"-Filme inszeniert wird.

Ralf Schumacher glaubt, dass diese Inszenierung maßlos übertrieben ist: "Ich würde sagen, dass war einfach ein gutes Wochenende für ihn. Nicht mehr und nicht weniger", sagt der neue Experte des Pay-TV-Senders Sky in der aktuellen Ausgabe des Formel-1-Podcasts 'Starting Grid'.

"Ich würde da gar nicht so viel reininterpretieren", mahnt Schumacher. "Er hat im Qualifying gezeigt, dass er auf dem Niveau von Hamilton ist, aber am Ende war er trotzdem wieder ein Zehntel weg, weil er eben den berühmten Fehler gemacht hat. Ohne [Hamiltons beschädigten] Unterboden und den Start wäre es das übliche Bild gewesen, da bin ich mir ziemlich sicher."

"Deshalb: Ja, schön, dass er es geschafft hat. Aber wir haben keinen neuen Bottas. Das würde mich sehr wundern", relativiert der sechsfache Grand-Prix-Sieger.

Bottas braucht das Momentum mehr als Hamilton

In einem sind sich die meisten Experten einig: Für Bottas war der Sieg in Melbourne psychologisch enorm wichtig. Wäre er wie 2018 mit einem Fehlstart in die Saison gegangen, hätte das berühmte Momentum frühzeitig zu Lewis Hamiltons Gunsten ausgeschlagen. So besteht zumindest die Chance, den scheinbar übermächtigen Teamkollegen unter Druck zu setzen.

"Bottas", sagt Schumacher, "braucht das Momentum auf jeden Fall. Gar keine Frage nach dem letzten Jahr. Und er ist sowieso ein Fahrer, der zwar pfeilschnell sein kann, aber eben nicht so konstant - und auch nicht so konstant unter Druck. Diesen Druck hat er dieses Rennen nicht wirklich gehabt, weil er führen konnte."

"Die Stärke von Lewis ist eben seine Konstanz, seine Rennintelligenz, zur richtigen Zeit dann doch nochmal die Runden rauszuhauen. Ich wünsche ihm, dass er es kann. Aber es würde mich sehr stark wundern, wenn er das jetzt über den Winter gelernt hätte. Das ist letztendlich auch eine Charaktersache. Aber trotzdem ist er ein starkes Rennen gefahren. Das freut mich sehr für ihn."

Schumacher ist zudem aufgefallen, dass Bottas im Qualifying durchaus das Potenzial gehabt hätte, Hamilton zu schlagen. In der entscheidenden Runde unterlief ihm aber ein Fehler, und so wurde er letztendlich Zweiter. "Das heißt, dass er an diesem Wochenende unter gleichen Bedingungen extrem stark war, sogar einen Tick stärker als Lewis", glaubt der ehemalige Williams-Pilot.

"Da darf man aber nicht zu viel hineininterpretieren, denn Lewis hatte nachweislich ein Problem mit dem Unterboden", sagt Schumacher. Entscheidend gewesen sei der Start, und den dürfe sich Bottas selbst an die Brust heften, denn: "Ich würde behaupten, der Unterboden hat wenig mit dem Start zu tun."

Der 43-Jährige rechnet Bottas die starke fahrerische Leistung in Melbourne durchaus an. Selbst ohne Unterboden-Schaden bei Hamilton wäre der Finne seiner Meinung nach schwer zu schlagen gewesen: "Lewis hätte ihn auch mit einem guten Auto erstmal überholen müssen, und das hätte ich an dem Wochenende nicht so gesehen."

Schumacher: "Fuck you" kann sich schnell rächen ...

Auf den Hype vom "neuen Bottas" springt Schumacher aber nicht auf. Zumal er auch den vieldiskutierten Boxenfunk ("To whom it may concern: Fuck you!") nicht zwangsläufig als Zeichen dafür gewertet wissen möchte, dass der Mercedes-Fahrer mental stärker aus dem Winter gekommen ist als früher.

"Ich halte es für sehr früh, das so zu machen", sagt er, "aber vielleicht war das einfach ein Befreiungsschlag. Den muss man ihm dann vielleicht auch gönnen. Ich wünsche mir für ihn, dass es so bleibt. Denn sonst bekommt er die Antwort relativ schnell zurück."

Bottas selbst lässt sich von all diesen Diskussionen nicht aus der Ruhe bringen. Er erfreut sich am guten Saisonauftakt - und blickt nach vorne: "Im Sport - ganz besonders in unserem - ist der Rückenwind aus guten Ergebnissen eine riesen Hilfe. Auch wenn wieder schlechtere Tage kommen, erinnerst du dich immer an die guten und schöpfst Kraft aus solchen Erinnerungen."

"Nach einem Jahr ohne Sieg, ohne das Ergebnis, auf das ich hingearbeitet habe, ist das jetzt natürlich ein Schub für diese Saison", sagt Bottas. "Ein perfekter Auftakt, ganz anders als vergangenes Jahr. Das Niveau müssen wir jetzt halten und auf das aufbauen, was wir dieses Wochenende als Team - und auch ich als Fahrer - gelernt haben."

Das komplette Interview mit Ralf Schumacher (und seinem Sky-Kollegen Ralf Schumacher) gibt's jetzt als Podcast im Radioplayer auf Motorsport-Total.com. 'Starting Grid' kann alternativ auch via iTunes-Abo geladen werden, oder direkt bei unserem Kooperationspartner meinsportpodcast.de. Ideal zum Beispiel für die nächste längere Autofahrt oder eine Joggingrunde.

Mit Bildmaterial von Sky.

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