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Ratloser Vettel gibt zu: Mercedes Favorit, Ferrari mit Kopfschmerzen

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Ratloser Vettel gibt zu: Mercedes Favorit, Ferrari mit Kopfschmerzen
Autor:
16.03.2019, 09:40

Sieben Zehntelsekunden Rückstand, Zeitverlust überall, kollektive Ratlosigkeit: Ferrari wirkt in Melbourne wie gelähmt - Vettel spricht von großer Überraschung

Bei den Formel-1-Testfahrten in Barcelona noch das Maß der Dinge, beim Großen Preis von Australien 2019 plötzlich nur noch zweite Kraft: Ferrari hat im Albert Park bislang eine knallharte Bruchlandung erlebt, die sich im Qualifying fortsetzte. Sebastian Vettel, der im Qualifying mit Startposition drei das realistisch betrachtet Beste herausholte, ist überrascht - wie das gesamte Team auch.

"Ich bin sicherlich nicht weniger überrascht als alle, wahrscheinlich vor allem sie selbst", sagt er über den Mercedes-Vorsprung in Melbourne. 0.704 Sekunden Rückstand auf Polesetter Lewis Hamilton sind eine Ansage, die Ferrari gar nicht schmecken dürfte. Vettel gibt zu, dass das gar nicht im Ferrari-Drehbuch für Melbourne stand: "Wir haben nicht damit gerechnet, als wir hier angereist sind."

"Sieben Zehntel sind eine Menge Holz", fährt er fort. "Da sind sie in einer sehr bequemen Situation und wir haben große Kopfschmerzen. Wenn auch nicht unbedingt für morgen; da versuchen wir einfach, das Beste aus unseren Möglichkeiten zu machen. Mercedes ist mit einem solchen Vorsprung klarer Favorit." Irgendwie merkt man: Der Mercedes-Schock sitzt bei Ferrari tief. Die Scuderia wirkt, als habe man ihr den Boden unter den Füßen weggezogen.

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Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
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Foto: : Dirk Klynsmith / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
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Foto: : Joe Portlock / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
3/10

Foto: : Sam Bloxham / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
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Foto: : Glenn Dunbar / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari

Sebastian Vettel, Ferrari
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Foto: : Jerry Andre / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
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Foto: : Steven Tee / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
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Foto: : Jerry Andre / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
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Foto: : Sam Bloxham / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari SF90

Sebastian Vettel, Ferrari SF90
9/10

Foto: : Steven Tee / Motorsport Images

Sebastian Vettel, Ferrari

Sebastian Vettel, Ferrari
10/10

Foto: : Mark Sutton / Motorsport Images

Es fehlt an allen Ecken und Enden

Zumal es, anders als am Freitag, keine Ausreden mehr gibt: "Gestern hatten wir keinen guten Tag. Heute hat es sich besser angefühlt, aber der Rückstand ist ähnlich." Zwar sei das Handling des Ferrari SF90 noch nicht auf dem Niveau der Barcelona-Testfahrten, aber eben besser als am Chaos-Freitag, als der viermalige Weltmeister keine Balance fand. Trotzdem fehlt weit mehr als eine halbe Sekunde. Das kann nur heißen: Das Auto ist nicht gut genug.

Vor allem in den Sektoren 1 und 3 verliert Ferrari gegenüber Mercedes, obwohl der Silberpfeil auf den Bodenwellen in den Ambremszonen bockt wie ein Rodeo-Pferd. Im zweiten Sektor mit der ultraschnellen Links-Rechts-Kombination im hinteren Teil der Strecke ist der Rückstand geringer. "Uns fehlt einfach ein bisschen von allem - außer beim Topspeed, da sehen wir gut aus. Wir verlieren in den Kurven", stellt Vettel fest.

Wir sind zu langsam, obwohl es sich nicht so anfühlt.

"Es sind 16 Kurven hier und wir verlieren kontinuierlich. Wie es aussieht, liegt das Problem eher in den langsamen und mittenschnellen Kurven und nicht bei hoher Geschwindigkeit. Aber bei so viel Zeit, die wir verlieren, ist es mehr als nur ein Aspekt. Irgendwie holen wir nicht genug aus den Reifen heraus. Wir sind zu langsam, obwohl es sich nicht so anfühlt."

Indiziensuche: Wetter, Reifen, Strecke oder Mercedes-Bluff?

Prinzipiell kann Ferrari nur noch auf eine Sache hoffen, um nicht jetzt schon die Saison abschreiben zu müssen: Dass die untypische Charakteristik des Albert Park Street Circuits, die traditionell Mercedes etwas mehr entgegenkommt als Ferrari, an diesem Wochenende für ein verzerrtes Bild sorgt. Doch auch hier ist die Hoffnung begrenzt: "Melbourne ist eine ungewöhnliche Strecke. Aber wenn du hier schnell bist, bist du normalerweise auch woanders schnell. Ich schätze, das ist Stand heute eben das Kräfteverhältnis."

Was käme neben der Strecke sonst noch in Frage, dass das ganze Bild dermaßen gegenüber Barcelona gekippt ist? "Es ist 10 bis 15 wärmer", verweist Vettel auf das Wetter. Bei der Asphalttemperatur sind die Unterschiede noch größer.

Sebastian Vettel

Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte: Der Schock bei Ferrari sitzt tief

"Schlussendlich werden sie (Mercedes) nicht einmal selbst wissen, warum der Abstand so groß ist. Und wir wissen auch nicht", so die schonungslose Analyse des 31-Jährigen, der eigentlich in der Formel-1-Saison 2019 Jagd auf seinen fünften WM-Titel machen wollte. Und schließlich wäre da noch die Erklärung, die keiner aussprechen will: Dass Mercedes mit den Gegnern beim Test nur gespielt hat und das Bild aus Melbourne die Saison bestimmen wird.

Ausritt in Q2 ohne Folgen

Man kann Ferrari und Vettel nicht vorwerfen, nichts unversucht gelassen zu haben. Ein Versuch in Q1 auf dem Medium-Reifen führte zu keinerlei Rückschlüssen, weil kein anderes Team diese Taktik fuhr. "Ich bin mit den Runden zufrieden, aber man kann kaum Schlüsse ziehen, weil die Referenz fehlt. Die Reifen haben uns an diesem Wochenende bislang ohnehin keine Kopfschmerzen bereitet. Das sollte sich ausgehen."

In Q2 hatte der Deutsche einen haarigen Moment, als er in der schnellen Links-Rechts-Schikane am Ende des zweiten Sektors zu weit nach außen geriet. Eine Stelle, an der Timo Glock schon einmal auf diese Weise heftig abgeflogen ist - zum Glück für Vettel ist das Loch, das seinen Landsmann damals im Toyota aushebelte, längst gestopft.

‘¿’Er nimmt den Ausritt mit Humor: "Während der Testfahrten habe ich mit Valtteri gewitzelt, dass ich ein bisschen neidisch auf ihn bin, weil er Rallye gefahren ist. Vielleicht hatte ich noch im Hinterkopf, das mal selbst zu probieren." Die realistische, wenngleich weit weniger spektakuläre Erklärung liefert er gleich hinterher: "Ich habe versucht, das Limit zu finden und bin einmal drüber hinaus gegangen. Zum Glück hat das Auto dabei nichts abbekommen."

Was bleibt für das Rennen? Sebastian Vettel übt sich in Zweckoptimismus: "Wir haben noch immer ein gutes Auto und sollten besser sein als das hier. Wir haben 58 Runden Zeit, um herauszufinden, wo wir stehen. Der Sieg ist schon noch möglich. Man weiß nie, was passiert. Vergangenes Jahr hatten wir etwas Glück mit dem (Virtuellen) Safety-Car und das Rennen ist erst zu Ende, wenn die Zielflagge fällt. Doch man kann nicht auf ein Safety-Car hoffen. Der Favorit heißt Mercedes."

Mit Bildmaterial von LAT.

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