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Red Bull: Klarstellung zu Motorentricks für 2020 "enorm wichtig"

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Red Bull: Klarstellung zu Motorentricks für 2020 "enorm wichtig"
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble
09.01.2020, 12:54

War der Ferrari-Motor 2019 legal oder nicht? Bei der Konkurrenz gibt es noch immer Zweifel - Für 2020 hat die FIA mit Klarstellungen reagiert

Der Ferrari-Motor war eines der Topthemen in der Saison 2019. Den Italienern wurde Trickserei vorgeworfen, denn der Powervorteil vor allem im Qualifying war der Konkurrenz suspekt. Nach einigen Klarstellungen der FIA schrumpfte der Vorteil ein wenig. Diese Technischen Richtlinien seien "enorm wichtig" gewesen, ist Red Bull froh. Nur so könne 2020 ein fairer Wettbewerb sichergestellt werden.

"Der Antriebsstrang ist ein sehr komplexer Bereich", weiß Red-Bull-Teamchef Christian Horner im Gespräch mit 'Motorsport.com' um mögliche Graubereiche. "Ich denke, dass die FIA nicht jene Expertise hat, die die Teams entwickelt haben."

Der Brite stellt klar, dass die Klarstellungen manche Bereiche des Reglements deutlich präzisiert haben. "Für uns war das enorm wichtig, dass wir Klarheit für 2020 haben." Auf Anfrage von Red Bull beim Weltverband kam das Thema in der zweiten Saisonhälfte ins Rollen.

Marko: "Wenn man eins und eins zusammenzählt ..."

Den offensichtlichen Powervorteil der Roten konnte sich die Konkurrenz nicht erklären. Zweifel kamen auf, ob im Heck von Sebastian Vettels und Charles Leclercs Boliden alles mit rechten Dingen zugeht. Die erste Anfrage von Red Bull thematisierte vor dem Grand Prix der USA die Messung der Benzin-Durchflussmenge.

Zwar misst die FIA den Benzin-Durchfluss, allerdings nicht kontinuierlich, sondern in Intervallen. Die Konkurrenz vermutete, dass Ferrari womöglich mehr Benzin verbrennt, als im Reglement vorgeschrieben. Eine solche Praxis sei illegal, stellte der Verband in der Beantwortung der Anfrage deutlich klar.

Ausgerechnet auf dem Circuit of the Americas fiel Ferrari daraufhin deutlich zurück. Teamchef Mattia Binotto sah jedoch keinen Zusammenhang mit der Technischen Direktive. Weitere Anfragen folgten in den Wochen nach dem Austin-Rennen.

Die Konkurrenz wollte die Scuderia damit immer mehr in die Enge treiben und Graubereiche schwarz und weiß einfärben. Offiziell konnte dem Team keine illegale Handlung nachgewiesen werden. "Wir sind sehr froh über die Klarstellungen, die kamen. Davon kann jeder profitieren."

Im exklusiven Interview zum Jahresrückblick 2019 äußerte sich auch Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko kritisch zur Ferrari-Power (zu sehen auch im Video!). "Diese Leistungssteigerung war eklatant", hält der Grazer fest. Vor allem sei auffällig gewesen, dass diese Steigerung nur auf gewissen Runden abrufbar war.

Der 76-Jährige kommt zu dem Schluss: "Wenn man eins und eins zusammenzählt, als dann die Direktiven kamen, dann hat das sicher was auf sich", kann er unserer gewagten These ("Ferrari hat den größten Teil des Leistungsvorsprungs aufgrund neuer technischer Richtlinien verloren. In den letzten Rennen hat man nur so getan, als würde man mit Flügeleinstellungen spielen, um das Gesicht nicht zu verlieren.") etwas abgewinnen.

Seidl: Auch McLaren profitiert von Klarstellungen

Für die bevorstehende Saison hat die FIA bereits reagiert und festgelegt, dass ein zweiter Benzin-Durchflussmesser verpflichtend eingebaut werden muss. Ferrari zeigte sich nach den Anfeindungen unbekümmert.

Binotto sah sich in seinen Aussagen bestätigt, schließlich habe der Motor alle FIA-Überprüfungen überstanden. Das zeuge von der Legalität des Antriebs. "Wenn man sich die gesamte Saison ansieht, dann wurden wir am häufigsten überprüft - vor und nach den Technischen Direktiven. Das ist normal und auch gut, weil man dadurch die Legalität beweisen kann."

Er betonte außerdem, dass Ferrari gegen Ende der Saison keine Änderungen im Umgang mit dem Motor durchgeführt habe. "Wäre der Motor tatsächlich nicht legal gewesen, wäre das schon bei der ersten Überprüfung aufgeflogen", verteidigt der Italiener sein Team.

Zweifel blieben allerdings. Max Verstappen sorgte nach dem US-Grand-Prix für Aufsehen, als er den Roten indirekt Betrug vorwarf. So weit geht McLaren-Teamchef Andreas Seidl nicht, schließlich sei er auch nicht im Besitz aller relevanter Daten.

"Wir müssen auch sagen, als Team ohne eigenen Werksmotor sind wir noch einmal eine Stufe weg von allen Details, die auf der Power-Unit-Seite passieren", erklärt er im Video-Interview mit 'Motorsport.com'. Dennoch profitiere auch sein Team von den Klarstellungen: "Unabhängig von der Ferrari-Situation was für uns als McLaren gut ist, sind all diese Klarstellungen, die es im Moment gibt."

Dadurch sei grundsätzlich die Überwachung der Motorleistung verbessert worden. "Und das ist immer noch nicht abgeschlossen. Es gibt immer noch Klarstellungen, auch jetzt noch über den Winter bis zum Start der nächsten Saison."

Als Kundenteam von Renault - und ab 2021 von Mercedes - hilft das McLaren außerdem: "Für uns ist das eine zusätzliche Sicherheit, das entsprechend dem Sportlichen Reglement die Leistung zwischen Werksmotoren und Kundenmotoren gleich ist, was für uns natürlich elementar ist, um jetzt und auch in der Zukunft konkurrenzfähig zu sein als unabhängiges Team."

Weitere Co-Autoren: Christian Nimmervoll. Mit Bildmaterial von LAT.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Maria Reyer