Red Bull: Kommt drauf an, was Mercedes noch in der Hinterhand hat ...

Red Bull blickt sechs Rennen vor dem Ende auf das WM-Duell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton - Silberpfeile in Austin im Vorteil?

Red Bull: Kommt drauf an, was Mercedes noch in der Hinterhand hat ...

Sechs Rennen noch, dann wissen wir, wer 2021 neuer Formel-1-Weltmeister wird. Das Duell zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen elektrisiert schon vom ersten Rennen an und wird in Richtung Finale wohl nur noch härter, wie sich schon an dem kleinen Scharmützel der beiden im Training (!) von Austin ablesen ließ.

"Wir setzen sie in diesem Jahr stark unter Druck", betont Red-Bull-Teamchef Christian Horner in Richtung Mercedes. "Wir haben in dieser Saison alles reingeworfen und ihnen bei praktisch jedem Rennen das Leben schwer gemacht."

"Wenn man bedenkt, wie dominant sie in den letzten sieben Jahren waren und dass dieses Auto größtenteils ein Überbleibsel des Vorjahresautos ist, das wohl ihr dominantestes Auto war, dann ist es ein Zeugnis für das Team, dass es uns in diese Position gebracht hat, um sie sechs Rennen vor Schluss herausfordern zu können."

Sechs Punkte liegen aktuell zwischen Verstappen und Hamilton. Das heißt: Mit einem Sieg könnte Hamilton am Sonntag aus eigener Kraft die WM-Führung wieder übernehmen, insofern Verstappen neben dem zweiten Platz nicht auch noch die schnellste Runde holt.

Ausfälle wären "der Killer"

Es wäre die nächste Wende, nachdem die Führung auch schon bei den vergangenen beiden Rennen in Sotschi und Istanbul gewechselt war. Weit absetzen konnte sich bislang keiner der Piloten, sodass die meisten davon ausgehen, dass der WM-Kampf bis zum letzten Rennen in Abu Dhabi andauern wird.

"Der Ausschlag in den Punkten ist nicht groß. Es geht in die eine Richtung und dann in die andere", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Für eine deutliche Führung könnte wohl höchstens ein Ausfall einer der Kontrahenten sorgen. "Das wäre der Killer, denn 25 Punkte aufzuholen, ist sehr schwierig", weiß Wolff.

Verstappen ist diesbezüglich in dieser Saison einmal benachteiligt worden. Denn eigentlich haben beide ihre Nullrunden gleich verteilt: Beide holten in Baku keine Punkte, genauso wenig wie in Monza, als beide miteinander kollidiert waren. Schwer wiegt für Verstappen jedoch das Aus in Silverstone - ebenfalls nach Kollision. Dort konnte Hamilton das Rennen gewinnen.

Mercedes in Austin im Vorteil?

Doch das ist erst einmal Schnee von gestern. Jetzt geht es darum, wer sich bei den verbleibenden sechs Rennen durchsetzen wird. In Austin scheint Mercedes im Vorteil zu sein, wenn man den Trainingseindrücken glaubt.

Lewis Hamilton, Mercedes W12

Lewis Hamilton, Mercedes W12

Foto: Steve Etherington / Motorsport Images

"Mercedes ist schnell hier. Das kann man sehen", sagt Horner, der jedoch betont, dass Red Bull am Nachmittag näher dran war. Dort wurde Verstappen zwar nur Achter, doch das lag daran, dass er keine freie Runde erwischte. "Aber er ist in Sektor 1 Bestzeit gefahren und hat seine Runde in Kurve 12 abgebrochen. Wir haben also genug Informationen von dem, was wir gesehen haben."

Wie das weitere Wochenende verläuft? "Es kommt darauf an, was sie noch in der Hinterhand haben und womit wir antworten können", sagt Horner. "Es gibt noch einige Bereiche, in denen wir fühlen, dass wir das Auto noch etwas verbessern können."

Mercedes: Team-WM wichtig

Zumindest hat Red Bull den Vorteil, dass Mercedes mit Valtteri Bottas die nächste Motorenstrafe nimmt. Man selbst hofft, mit dem aktuellen Kontingent durchzukommen. "Das ist sehr ungewöhnlich für Mercedes", weiß der Teamchef. "Sie waren in den letzten sechs oder sieben Jahren der Maßstab für Zuverlässigkeit. Es ist also ungewöhnlich, dass sie sich in dieser Situation befinden."

Seine These: "Sie wägen einfach Risiko gegen Nutzen ab."

Und wer weiß, ob das nicht am Ende noch einen Unterschied machen kann. Denn auch in der Konstrukteurs-WM kann es noch spannend werden. Zwar liegt Mercedes dort komfortabel scheinende 36 Punkte vorne, doch das kann innerhalb eines Rennens aufgeholt werden.

"Na ja, komfortabel ist das falsche Wort", meint Wolff. "Es ist ein etwas größerer, solider Vorsprung, aber auch dort kann es bis zum Ende gehen. Für uns als Mercedes ist das auch eine wichtige Meisterschaft."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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