Renault vertröstet Fans: Lieber kein Auto, als ein Fake-Auto!

Renault-Teamchef Cyril Abiteboul erklärt die Hintergründe, warum der neue R.S.20 gestern nur digital in Auszügen gezeigt wurde: Renault möchte kein Fake-Auto liefern

Renault vertröstet Fans: Lieber kein Auto, als ein Fake-Auto!

Wer bei der Saisoneröffnung von Renault am gestrigen Mittwoch das neue Auto erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Der Hersteller startete mit einem Event in die neue Saison, zeigte dort aber neben seinen beiden Fahrern nur Renderings von Auszügen des neuen Fahrzeugs in einer schwarzen Testlackierung. Das hatte jedoch einen Grund: Renault wollte kein Fake-Auto präsentieren.

Teamchef Cyril Abiteboul erklärt, dass er genervt davon ist, was die Medien aus den theoretischen Renderings und Dummy-Teilen machen, weil die vorgestellten Autos in Wahrheit nie der Wirklichkeit entsprechen würden. "Leute haben mich extrem frustriert, indem sie auf das neue Auto so reagiert hätten, als wären sie das echte Ding", sagt der Franzose.

Dabei sei kein Formel-1-Team in der Lage, das echte Auto bei solchen Launch-Events zu präsentieren: "Wenn du im Zeitplan bist, dann hast du kein Auto, das ein paar Stunden oder Tage hier wartet. Dein Auto wird gebaut und geht dann direkt nach Barcelona. Das ist ein optimierter Zeitplan", betont er.

Renaults einzige Option sei daher gewesen, ein Fake-Auto vorzustellen - also ein Show-Car, das verändert werden würde, damit es wie das richtige Auto aussieht. "Aber das ist Geldverschwendung, und die Resultate wären ehrlich gesagt weniger optimal."

Hinzu würden die zahlreichen Interpretationen kommen. "Dann machen wir es lieber so, ohne Auto", sagt Abiteboul. "Wer am neuen Auto interessiert ist, der kann sich die Bilder nächste Woche anschauen." Denn dann wird Renault am Morgen des ersten Trainingstages in Barcelona sein echtes Fahrzeug vorstellen.

Dass Renault sein Auto nicht vorgestellt hat, weil man hinter dem Zeitplan liegt, verneint der Franzose derweil: "Wenn überhaupt liegen wir besser im Zeitplan als im Vorjahr", sagt er. Damals hatte Abiteboul erklärt, dass das Team etwas spät dran gewesen sei. "Das war Fakt", betont er.

"Und das hat vermutlich auch die Zuverlässigkeit am Saisonbeginn beeinträchtigt. Denn wenn man zu spät ist, dann kann man nur noch reagieren, und man versucht einen Zug einzuholen, der eigentlich schon abgefahren ist", so der Teamboss weiter. "Aber in diesem Jahr liegen wir vor dem Zeitplan."

Den sportlichen Beweis muss Renault nach einer enttäuschenden Saison 2019 nun antreten.

Mit Bildmaterial von Renault.

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