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Formel 1 2018: Renault R.S.18

Renault will Topteams angreifen: Red Bull ist "Messlatte"

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Renault will Topteams angreifen: Red Bull ist "Messlatte"
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20.02.2018, 16:00

Überraschende Kampfansage von Teamchef Cyril Abiteboul: Massive Investitionen in die Infrastruktur in Enstone und Viry nähren die Hoffnung auf Podestplätze

Die Renault-Werksmannschaft steckt ihre Ziele für die Formel-1-Saison 2018 offenbar doch höher als gedacht: Im Zuge der Präsentation des neuen Rennwagens R.S.18 am Dienstag sagt Teamchef Cyril Abiteboul, dass der Vergleich seiner Equipe mit den eigenen Motorenkunden Red Bull und McLaren entscheidend wäre. "Natürlich sind sie starke Kontrahenten, was uns eine knackige Herausforderung und zusätzliche Motivation beschert. Klar, sie sind die Messlatte", meint Abiteboul.

Heißt im Klartext: Renault will Red Bull unter Druck setzen und zumindest temporär in die Phalanx der Top-3-Teams einbrechen, zu denen auch Mercedes und Ferrari zählen. Eine überraschend offensive Ansage, schließlich hatte Abiteboul selbst Podestplätze noch vor Kurzem als utopisch bezeichnet. Dennoch betont er, Red Bull (das offiziell mit TAG-Heuer-Motoren antritt) nicht das Feld überlassen zu wollen: "Wir sind als Werksmannschaft in der Formel 1. Daher rührt der Marketingwert."

Jüngste Fortschritte in der Saison 2017, als Renault sich in der Konstrukteurs-WM von Rang neun auf sechs verbesserte, begreift Abiteboul als Motivation und behauptet, es gäbe "allen Grund zum Optimismus". Auch hinter den Kulissen wurde aufgerüstet: Für die ehemalige Lotus-Fabrik in Enstone wurden neue Werkzeugmaschinen angeschafft, eine Abteilung speziell für Verbundwerkstoffe gegründet, eine Lackiererei eingerichtet und die CFD-Supercomputer auf Vordermann gebracht.

Die Zusammenarbeit mit der Motorenfabrik im französischen Viry, die zum Teil seit 40 Jahren nicht mehr modernisiert wurde und 2019 durch einen teilweisen Neubau bessere Arbeitsbedingungen bieten soll, funktioniere "stetig besser und besser", lobt Abiteboul. Technikchef Bob Bell freut sich, erstmals ein Auto mit einem Windkanal, der größere Modelle erlaubt, entwickelt zu haben. Ein Getriebe-Prüfstand in Enstone soll in den kommenden Wochen eingeweiht werden und das neue CFD ergänzen. "Diese drei Elemente verschaffen uns ein enormes Pfund", schwärmt Bell.

Auch bei den Fahrern haben die Investionen Eindruck hinterlassen. "Ich war im Oktober erstmals in Enstone. Im Januar sah es aus, als wäre alles neu gebaut worden", sagt Carlos Sainz. "Für einen Piloten ist es eine wahnsinnige Motivation." Nachdem zuletzt mehr als 100 neue Mitarbeiter eingestellt wurden, soll es zudem weitere Personalzuwächse geben. In welchen Bereichen bleibt unklar.

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