Risikofreudiger Carlos Sainz bejubelt Platz fünf: "Wir konnten attackieren"

Carlos Sainz fährt beim Formel-1-Rennen in Imola auf Rang fünf und ist zufrieden - Im Kampf mit McLaren wünscht er sich mehr Power

Risikofreudiger Carlos Sainz bejubelt Platz fünf: "Wir konnten attackieren"

Nach gleich mehreren Besuchen in der Botanik des Autodromo Enzo e Dino Ferrari hatte Carlos Sainz einen ziemlich dicken Hals auf sich selbst. "Wie viele Fehler passieren mir noch?", raunte der Spanier in den Boxenfunk. Sein Renningenieur Riccardo Adami fand jedoch die richtigen Worte: "Du bist einfach zu schnell. Beruhig dich." Diese Aufmunterung zeigte Wirkung.

Nach einem turbulenten Formel-1-Rennen in Imola belegte Sainz einen guten fünften Platz, nachdem er am Vortag mit seinem Ferrari an der Hürde zum Q3 gescheitert war. Im Ziel landete der 26-Jährige direkt hinter seinem Teamkollegen Charles Leclerc. "Wenn man alles zusammennimmt, ist der fünfte Platz ein gutes Ergebnis", sagt Sainz.

Für den Nachfolger von Sebastian Vettel war es das erste Mal im Regen am Steuer eines Ferraris. "Daher musste ich noch einiges herausfinden, aber dieses Mal entschied ich mich, mehr Risiko einzugehen. In Bahrain nahm ich es ruhiger, aber heute im Nassen wollte ich ein paar Plätze aufholen", sagt Sainz.

Sainz kämpft mit der Bremsbalance

Dies gelang ihm in einer turbulenten Anfangsphase auch direkt. "Ich habe riskiert, da ich kaum Sicht hatte und konnte drei oder vier Autos überholen", sagt er. Auch die Strategie habe sich komplett ausgezahlt. Zur Mitte des Rennens begannen jedoch ein paar Probleme, die in mehreren Ausritten gipfelten.

"Ich tat mich schwer, die richtige Bremsbalance für jede Kurve zu finden und das richtige Gefühl mit dem Bremspedal zu bekommen", berichtet Sainz. Seine pure Geschwindigkeit an diesem Tag habe das jedoch kompensiert. "Ich habe einige Kurven verpasst, was mir viel Rennzeit gekostet hat. Nichtsdestotrotz war ich so schnell, dass ich es wieder aufholen konnte", erklärt er weiter.

Der Angriffsmodus bei Sainz war aktiviert. "Heute war der Tag, an dem wir attackieren wollten, nachdem es gestern nicht so gut lief. Und wir konnten heute tatsächlich auch attackieren", jubelt er.

Sainz: McLaren war auf der Geraden zu schnell

In der zweiten Rennhälfte, nach dem Neustart des Rennens aufgrund des schweren Unfalls zwischen Valtteri Bottas und George Russell, kam es zum Dreikampf zwischen Sainz, Leclerc und McLaren-Pilot Lando Norris. Auf seinen weicheren Reifen zog Norris an Leclerc vorbei und setzte sich ab, ehe die Ferraris im Laufe der Runden wieder aufholen konnten.

"Die schwierigste Entscheidung war, welchen Reifen man nach der Roten Flagge nimmt. Wir haben gesehen, dass McLaren das Risiko mit dem weicheren Reifen einging und sie hatten dann auch Blasenbildung. Aber bei ihrer Höchstgeschwindigkeit spielt das keine Rolle", erklärt Sainz.

Tatsächlich befand sich Leclerc mehrfach im DRS-Fenster bei Norris, fand aber keinen Weg vorbei. "Es war unmöglich für uns, sie zu überholen. Für Charles und für mich. Wir kommen auf der Geraden immer noch nicht ganz ran. Im Trockenen war das Auto gut, aber uns fehlt noch etwas", so Sainz.

Sainz wünscht sich mehr Topspeed

Dies habe jedoch auch mit dem Set-up zu tun gehabt, nicht allein mit der Motorleistung. "Von Freitag auf Samstag haben wir mehr Abtrieb draufgepackt und Topspeed verloren. Sie haben aber hinzugewonnen. Aber wir generieren immer noch weniger Abtrieb als sie und sie sind schneller auf der Geraden. Es gibt noch einige Hausaufgaben zu erledigen, es gibt noch einige Dinge zu lernen", betont Sainz.

Es scheint sich jedoch mehr und mehr herauszukristallisieren, dass sich Ferrari und McLaren ein Duell um die Position als dritte beziehungsweise vierte Kraft im Feld liefern. Leclerc auf Platz vier und Norris' Teamkollege Daniel Ricciardo auf Rang sechs verfestigten diesen Eindruck. "Von Strecke zu Strecke wird es sich verschieben. Ich wünschte einfach, wir hätten ein paar Pferdestärken mehr, um sie auf der Geraden herauszufordern", sagt Sainz.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Imola
Autor Chris Lugert