Romain Grosjean: Lieber polarisieren als "überhaupt kein Charisma"

Haas-Pilot Romain Grosjean sieht Anfeindungen in den sozialen Medien gelassen - Er werde lieber von einigen Personen gehasst als gar keine Reaktionen hervorzurufen

Romain Grosjean: Lieber polarisieren als "überhaupt kein Charisma"

Romain Grosjean zählt in der Formel 1 mittlerweile zu den erfahrensten Piloten. Der Franzose gab sein Debüt in der Königsklasse 2009 und stand seitdem zehnmal auf dem Podium. Es gibt allerdings auch Kritiker, die der Meinung sind, Grosjeans Zeit in der Formel 1 sei abgelaufen. Nicht jeder hatte Verständnis dafür, dass er bei Haas noch einmal einen neuen Vertrag für die Saison 2020 bekam.

"Es gibt Leute, die mich unterstützen. Andere nicht. Das verstehe ich", erklärt Grosjean gegenüber 'motorsport.com' ganz entspannt. Die Personen aus der zweiten Kategorie hätten ihn in eine Schublade gesteckt, aus der er nicht mehr herauskomme. "So ist das Leben, das ist keine große Sache", zuckt er die Schultern. Letztendlich sei so etwas auch immer von den Ergebnissen abhängig.

Und die waren in der vergangenen Saison 2019 nicht gut. In der Weltmeisterschaft belegte Grosjean Platz 18, lediglich die beiden Williams-Piloten konnte er dabei hinter sich lassen. Nur in drei der 21 Rennen schaffte er es in die Punkte. Vor allem in den sozialen Medien sieht sich der 33-Jährige deswegen immer wieder Kritik und sogar Anfeindungen ausgesetzt.

"Vor kurzer Zeit ging ich mit meiner Frau zu einem Konzert. Wir haben [in den sozialen Medien] ein Selfie gepostet. Irgendein Kerl hat es dann [negativ] kommentiert, weil er einen Kick davon bekommt", berichtet er und ergänzt: "Auf der Straße sagen einem die Leute so etwas nie ins Gesicht." Für ihn spielen solche Kommentare von Internet-Trollen daher keine große Rolle.

Grosjean betont, er polarisiere lieber als "überhaupt kein Charisma" zu haben. Deswegen können ihm solche Vorfälle den Spaß an der Formel 1 auch nicht vermiesen. "Momentan möchte ich die Formel 1 noch nicht verlassen - auch wenn es frustrierend und manchmal sogar unfair ist", so der Franzose, der gesteht, dass er manchmal lieber in einer anderen Serie fahren würde, in der er siegfähig sei.

"Aber aktuell liebe ich die Formel 1 noch zu sehr", erklärt er und verrät: "Ich kann es gar nicht abwarten, ins Flugzeug nach Australien zu steigen, nach Melbourne zu fahren und in die Saison zu starten." Noch ist nicht sicher, ob Grosjean über die Saison 2020 hinaus in der Formel 1 fahren wird. Sein Haas-Vertrag wurde 2019 lediglich um ein Jahr verlängert.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Ruben Zimmermann