Ron Dennis: Bei McLaren würde Lewis Hamilton sich anders benehmen

Lewis Hamiltons Lebenswandel ist nicht der eines typischen Formel-1-Fahrers, sein Arbeitgeber Mercedes lässt ihm aber (fast) alle Freiheiten. Sein Ex-Chef Ron Dennis versteht das nicht. Er würde das nicht dulden, sagt der Brite.

Lewis Hamilton ist bei McLaren groß geworden. Schon lange, bevor er in der Formel 1 zum Star wurde, hatte Ron Dennis ihn unter seine Fittiche genommen und gefördert – und mit strenger Hand geführt. 2007, in seinem Debütjahr, verpasste Hamilton nur ganz knapp die Formel-1-Krone, ein Jahr später war er zu ersten Mal Weltmeister.

Ende 2012 verließ er das gewohnte Nest und wechselte zu Mercedes und es dauerte nicht lange, bis man einen „neuen“ Lewis Hamilton sah. Der Wechsel sei das Beste gewesen, was er tun konnte, sagte er.

Er sei in einem sehr kontrollierten Umfeld groß geworden, wo ihm vorgeschrieben wurde, was er zu tun und zu sagen hatte, erklärt der Brite und wäre erst jetzt, nach seinem Wechsel zu Mercedes, in der Lage, mehr er selbst und lockerer zu sein.

Hamilton legt Ketten ab

McLaren-Chef Ron Dennis bestätigte nun indirekt Hamiltons Aussage, dass er bei McLaren kaum Freiheiten hatte.

„Wenn er bei McLaren wäre, würde er sich nicht so benehmen, das dürfte er nicht“, sagte Dennis gegenüber dem britischen Guardian. „Er legt einige Ketten ab, die er nicht haben wollte.“

Und die hat er komplett abgelegt. Sein Lifestyle, Partys mit Sängern und Schauspielern, permanente Präsenz in der Presse als Gast bei diversen Veranstaltungen, sorgte schon mehr als einmal für Kopfschütteln.

In Brasilien reiste er sogar erst einen Tag später an, weil er nach einem Partymarathon einen Autounfall in seiner Wahlheimat Monaco hatte. Bei Mercedes stellt man sich immer hinter ihn und Teamchef Toto Wolff meinte vor Kurzem sogar, Hamilton sei der beste Werbeträger, den man sich wünschen könnte.

Ron Dennis findet das nicht, glaubt aber, dass Lewis Hamiltons Engagement im Rennsport von Kindesbeinen an seine Persönlichkeit negativ beeinflusst hat.

„Ich betrachte ihn mit gemischten Gefühlen“, sagte Dennis und betonte erneut, dass er nicht alles gutheißen könne, was der 30-Jährige tut.

Dennis glaubt aber auch zu wissen, wieso Hamilton so ist, wie er ist. „Große Athleten sind groß, wegen der Opfer, die sie bringen müssen. Manchmal müssen sie diese Opfer in einer prägenden Phase ihres Lebens bringen und entwickeln sich so nicht mit allen sozialen Prozessen, Verhaltensweisen oder Neigungen, die man gerne hätte.“

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