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Rubens Barrichello: Paydriver waren Kardinalfehler des Williams-Teams

Für Ex-Pilot Rubens Barrichello hat Williams bei der Fahrerwahl häufig die falsche Entscheidung getroffen - Paydriver sorgten laut ihm für den Absturz

Rubens Barrichello: Paydriver waren Kardinalfehler des Williams-Teams

Rubens Barrichello hat Williams für seine Fahrerwahl in den vergangenen Jahren kritisiert und sieht in falschen Entscheidungen einen wichtigen Grund, wieso das Team in den vergangenen Jahren so abgestürzt ist. Der Brasilianer hatte seine Karriere 2011 mit dem Team beendet, seitdem läuft es für den Rennstall mehr schlecht als recht - abgesehen von einer kleinen Hochphase.

"Leider ging es in den vergangenen zehn Jahren häufig ums Geld", sagt Barrichello im Podcast 'Rusty's Garage'. "Anstatt einen Fahrer dafür zu bezahlen, dachten sie, dass es eine gute Idee sei, etwas Geld zu bekommen, um zu überleben." Doch wenn man sich anschaut, wo Williams derzeit steht, "dann sieht man, dass sie damals die falschen Entscheidungen getroffen haben."

Abgesehen von der erfolgreichen Zeit mit Valtteri Bottas und Felipe Massa kämpfte der Traditionsrennstall in den vergangenen Jahren um den Anschluss. Fahrer wie Pastor Maldonado mit den staatlichen Ölmillionen aus Venezuela oder Bruno Senna brachten zwar Geld mit, aber kaum einen sportlichen Mehrwert.

Lance Stroll, Sergei Sirotkin

Unerfahren und mit Geld ausgestattet: Lance Stroll und Sergei Sirotkin

Foto: Williams

Auch Lance Stroll oder Sergei Sirotkin sorgten jüngst für etwas Geld in der Teamkasse, konnten sportlich aber nicht überzeugen. Zudem hatten sie laut Barrichello einen weiteren Makel: Beide sind jung und unerfahren, genau wie 2020 George Russell und Nicholas Latifi. Einer davon ist ein Rookie, der andere besitzt die Erfahrung einer einzigen Formel-1-Saison.

Geht es nach dem Routinier, würde er für die Weiterentwicklung des Autos immer einen erfahrenen Piloten verpflichten. "Zwei junge Fahrer können den Job in Sachen Speed machen", sagt Barrichello, doch angesichts der geringen Testmöglichkeiten brauche es jemanden, der Entscheidungen trifft.

"Da kommt das Problem her. Dann geht man nur nach Telemetrie. Und das kann einem nicht immer die Antwort liefern", meint er. "Der Fahrer gibt die richtige Antwort." Und das sei nicht nur eine, sondern 100.

Beim Testen gebe es viele Faktoren, die man einberechnen muss, und Barrichello hat Zweifel, ob junge Fahrer alles verstehen. "Zwei junge Fahrer sagen dann, dass das Auto langsamer ist", führt er aus. "Manchmal ist es langsamer, aber das bessere Auto. Das treibt Teams in die falsche Richtung."

Mit dem Auto von 2011 konnte Barrichello in seiner letzten Saison lediglich vier Punkte holen, doch er habe damals verstärkt am Auto für 2012 gearbeitet. Das holte in der Folgesaison 76 Punkte und einen überraschenden Sieg mit Pastor Maldonado. "Es war schwierig, nicht in diesem Auto zu sitzen - besonders als sie den Grand Prix in Barcelona gewonnen haben", gibt Barrichello zu.

Mit Bildmaterial von Williams.

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Autor Norman Fischer