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Sebastian Vettel: Stehende Re-Starts "gut für die Show", aber "nicht fair"

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Sebastian Vettel: Stehende Re-Starts "gut für die Show", aber "nicht fair"
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Sebastian Vettel ist kein Freund der stehenden Re-Starts, die FIA sieht jedoch kein Problem damit - George Russell würde eine andere Regel überarbeiten

Gleich drei stehende Starts bekamen die Fans am vergangenen Sonntag in Mugello zu sehen, für Sebastian Vettel ist das jedoch etwas zu viel des Guten: "Ich denke, das ist gut für die Show. Aber es ist sicherlich nicht fair", findet der Ferrari-Pilot, der die Re-Starts als "Glücksspiel" beschreibt.

Denn er selbst habe beim letzten Neustart auf der schmutzigen Seite gestanden. "Hier hatten die Fahrzeuge links - in Monza war es rechts - einen klaren Nachteil", ärgert er sich. "Aber solange wir keine Autos bauen können, mit denen man überholen kann, müssen wir uns mit anderen Lösungen behelfen."

Auch Williams-Pilot George Russell hinterfragt den Sinn der vor einige Zeit eingeführten Regel. Der Brite kann sie zwar verstehen, wenn es nach einem Safety-Car-Start im Nassen noch einmal richtig losgehen soll, "aber nach einer roten Flagge, da bin ich mir unsicher", sagt er. "Denn du bist eigentlich mitten in deinem Rennen."

"Wir sind nicht hier, um zu zocken ..."

Beim normalen Start haben alle ihre über 100 Kilogramm Sprit mit an Bord, "aber plötzlich machen wir unseren Start mit 40 Kilo. Das hat einen enormen Effekt und ist für alle eine Unbekannte. Manche werden es richtig hinbekommen, manche nicht. Es ist einfach eine Lotterie, und wir sind nicht hier, um zu zocken. Wir sind hier, um zu sehen, wer der Schnellste ist."

Russell gehörte zu den Verlierern des Neustarts. Der Williams-Pilot lag vor dem Abbruch in den Punkten und hätte seine ersten Zähler in der Formel 1 holen können, nach dem stehenden Start war er jedoch plötzlich Letzter.

George Russell, Williams FW43, in the pits during a red flag stoppage

George Russell, Williams FW43, in the pits during a red flag stoppage

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

FIA-Rennleiter Michael Masi sieht jedoch kein Problem mit den stehenden Neustarts - zumindest in Sachen Sicherheit. "Um ehrlich zu sein sind sie alle gleich sicher. Und darum haben wir auch die ganzen Möglichkeiten", so Masi. "Ich glaube, dass die Leute manche Dinge vielleicht ein bisschen zu isoliert betrachten."

Dass sich Vettel über den Nachteil der schmutzigen Seite beschwert, kann Masi verstehen. Auf der anderen Seite sei dieser Umstand aber auch beim normalen Rennstart gegeben.

Russell: Weg mit Reifenwechsel unter Rot!

Für George Russell ist ein Umstand bei der roten Flagge aber noch ärgerlicher als der stehende Neustart: der freie Reifenwechsel. Schon in Monza profitierte Lance Stroll dadurch, dass er vor der Unterbrechung nicht an der Box war und seine Reifen ohne Boxenstopp wechseln durfte - das brachte ihm das Podium ein.

Nun könnte man sagen, dass auch alle anderen einen freien Reifenwechsel bekommen. Das ist für Russell jedoch nicht der Punkt. "Wir waren auf einer guten Strategie, die Reifen waren großartig, und plötzlich können Leute stoppen und jeden Reifen aufziehen, den sie möchten. Sie bekommen einen Boxenstopp geschenkt", ärgert er sich.

"Ich lag vor Charles [Leclerc]. Er ist nicht an die Box gekommen und hatte Glück mit der roten Flagge. Dann liegt er vor mir und kann sich einfach neue Reifen holen. So habe ich eine Position gegen ihn unter Rot verloren", hadert er.

"Sollte das noch öfter passieren, müssen sie an ein paar Regeln arbeiten", sagt Russell und findet, dass es nicht erlaubt sein sollte, einfach die Reifen zu wechseln. "Du bist in einem Rennen und musst auf den Reifen bleiben, die du hast. Denn Leute planen ihre Strategie um ein normales Rennen und nicht um ein Rennen mit zwei roten Flaggen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Autor Norman Fischer