Seidl: Warum es so wichtig war, schon 2021 auf Mercedes-Motoren zu setzen

Andreas Seidl bezeichnet es mit Blick auf 2022 als "sehr wichtig" für McLaren, die Arbeit mit den neuen Mercedes-Motoren schon in dieser Saison begonnen zu haben

Seidl: Warum es so wichtig war, schon 2021 auf Mercedes-Motoren zu setzen

In der Formel-1-Saison 2021 ließ McLaren seine Partnerschaft mit Mercedes wieder aufleben und setzte zum ersten Mal seit 2014 Motoren des deutschen Herstellers ein. Auch wenn das Team in der Konstrukteurswertung anders als im Vorjahr hinter Ferrari auf den vierten Platz zurückfiel, erlebte es eine starke Saison.

So holte McLaren 73 Punkte mehr als 2020 und feierte beim Grand Prix von Italien mit Neuzugang Daniel Ricciardo seinen ersten Sieg seit fast neun Jahren. Teamkollege Lando Norris machte das Ergebnis als Zweitplatzierter damals perfekt.

Der Wechsel des Motorlieferanten kann für Teams oft eine schwierige und herausfordernde Phase sein, aber McLaren schaffte es, mit Mercedes auf Anhieb zurechtzukommen, nachdem das neue Aggregat in das diesjährige Auto integriert worden war.

Seidl: "Das versetzt uns in eine bessere Lage"

"Es war wichtig, unsere Partnerschaft mit Mercedes in diesem Jahr anzuschieben, bevor das neue technische Reglement in Kraft tritt", betont Teamchef Andreas Seidl in dem Zusammenhang. So konnten bereits Erfahrungen mit dem Aggregat gesammelt werden.

"Das versetzt uns in eine bessere Lage, ein komplett neues Auto für das nächste Jahr zu entwickeln, da wir das Mercedes-Aggregat bereits kennen. Das war also ein wirklich gut gemachter Job auf beiden Seiten - auf unserer Seite, aber auch auf der Seite von Mercedes, die vom ersten Test an einen Topstart hingelegt haben."

Ein Wermutstropfen in der Saison 2021 bleibt für Seidl der verlorene dritte Platz in der Konstrukteurs-WM. "Wenn man so lange in der Saison auf P3 liegt, ist es natürlich schmerzhaft, wenn man diesen Platz in diesem Triple Header durch die Zwischenfälle in der ersten Runde oder den Reifenschaden verliert."

2022 noch näher dran an Mercedes und Red Bull?

"Aber es gibt auch Dinge, die wir als Team hätten besser machen können", gibt er zu. Trotzdem sei es "aus vielen Gründen" eine tolle Saison gewesen. "Wir haben mit dem Auto wieder einen großen Schritt nach vorne gemacht, was die Rundenzeiten im Quali und im Rennen angeht, um näher an Mercedes und Red Bull heranzukommen."

"Wir waren dieses Jahr sogar in der Lage, sie gelegentlich auf den Strecken herauszufordern, die unserem Auto, sagen wir mal, liegen", sagt Seidl weiter. Und auch in Sachen Zuverlässigkeit und operative Stärke sieht er Fortschritte: "Wir haben auch bei der Konstanz und der Geschwindigkeit der Boxenstopps zulegen können."

"Die Art und Weise, wie wir als Team zusammenarbeiten, war für mich ganz klar der nächste Schritt. Das ist für mich das Wichtigste, denn wir haben das Team vor zwei Jahren in Bezug auf die Organisation und die Kultur grundlegend umgestellt.

"Jetzt haben wir eine Stabilität geschaffen, die es bei McLaren schon seit mehreren Jahren nicht mehr gab", lobt der Teamchef. "Wir haben ein großartiges Team und alle Talente, die wir meiner Meinung nach brauchen, um die nächsten Schritte zu machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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