Renault-Teamchef: Sergei Sirotkin verdient Formel-1-Chance

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Renault-Teamchef: Sergei Sirotkin verdient Formel-1-Chance
Autor: Gerald Dirnbeck
Co-Autor: Ben Anderson
22.12.2017, 11:19

Nach zwei Testjahren bei Renault steht Sergei Sirotkin bei Williams auf der Pole-Position für das letzte Formel-1-Cockpit 2018. Cyril Abiteboul fände es absolut verdient.

Sergey Sirotkin, Williams eats
Sergey Sirotkin, Williams FW40
Sergey Sirotkin, Williams FW40
Sergey Sirotkin, Williams
Cyril Abiteboul, Managing Director, Renault Sport F1 Team
Sergey Sirotkin, Renault Sport F1 Team RS17
Sergey Sirotkin, Renault Sport F1 Team RS17

Für die Formel-1-Saison 2018 gibt es nur noch ein freies Cockpit. Noch immer ist unklar, wer bei Willams der zweite Fahrer neben Lance Stroll sein wird. Robert Kubica soll aus dem Rennen sein. Stattdessen heißt der Favorit Sergei Sirotkin. Dem Vernehmen nach soll der Russe im Januar offiziell als Williams-Fahrer vorgestellt werden. Während manche Beobachter bei der Fahrerwahl Stroll/Sirotkin den Kopf schütteln, erhält Sirotkin Rückendeckung von Renault-Teamchef Cyril Abiteboul.

In den vergangenen beiden Jahren war Sirotkin Testfahrer bei Renault. Der 22-Jährige nahm insgesamt sechsmal am Freitag im Freien Training teil. Dazu war er bei zwei Testfahrten im Einsatz. "Wir waren von Sergei beeindruckt", sagt Abiteboul gegenüber 'Motorsport.com'. "Er hatte aber auch Pech, weil es in zwei oder drei Freien Trainings technische Schwierigkeiten gab, die nichts mit ihm zu tun hatten." Deshalb konnte Sirotkin in der Öffentlichkeit nicht immer sein Potenzial zeigen.

"Aber wenn er fahren konnte, dann hat er seine Pace gezeigt. Außerdem hat er ein sehr gutes Verständnis fürs Auto", sagt Abiteboul. "Ich finde sein technisches Feedback erstaunlich, wenn man bedenkt, wie wenig Erfahrung er in Formel-1-Autos hat. Das war für uns auf alle Fälle hilfreich. Einige Entwicklungen in dieser Saison sind auf Sergeis Feedback im Auto und im Simulator zurückzuführen. In Bezug auf seine Pace, seine Loyalität, seinen Fokus und seine Arbeit verdient er eine Chance in der Formel 1."

Einen Grand Prix hat Sirotkin noch nicht bestritten. Seine beiden Formel-2-Jahre (2015, 2016) beendete er auf dem dritten Platz. In dieser Saison trat der Russe mit SMP-Racing zum ersten Mal in Le Mans in der LMP2-Klasse an, hatte aber kein Glück. "Für mich ist schwierig einzuschätzen, wie stark er in der Formel 1 sein würde - egal gegen welchen Teamkollegen", sagt Abiteboul. "Aber er hat sich absolut eine Chance verdient."

Im Sommer testete auch Kubica für Renault, doch mit Nico Hülkenberg und Carlos Sainz sind die Plätze vergeben. Kubica und Sirotkin testeten daraufhin in Abu Dhabi für Williams, wobei der Pole das Team nicht restlos überzeugte. Somit ist Sirotkin in der Pole-Position für das Cockpit. Er soll auch deutlich mehr Geld mitbringen als Kubica. Trotzdem findet Abiteboul, dass sich Sirotkin seine Chance auch mit Können verdient hat.

"Er hat eine natürliche Begabung und die Pace. Aber in der modernen Formel 1 bekommst du nichts geschenkt", sagt der Franzose. Dass Renault sowohl Kubica als auch Sirotkin Tests ermöglicht hat, heftet Abiteboul seinem Rennstall an die Fahnen. "Wir haben ihnen viele Kilometer mit einem aktuellen und einem alten Auto ermöglicht. Ich denke, dass Sergei nun ein anderer Fahrer als vor zwölf Monaten ist. Sollte er von Williams auserwählt werden, dann denke ich, dass es auch an unserer Arbeit liegt."

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Rennserie Formel 1
Fahrer Sergei Sirotkin
Teams Williams
Autor Gerald Dirnbeck
Artikelsorte News