"Sorgen aus dem Winter bestätigt": 2021 war für Aston Martin "schmerzhaft"

Aston Martin beendete die Saison 2021 nur auf dem siebten WM-Platz - Für Otmar Szafnauer war das nach den Erkenntnissen aus der Vorsaison keine Überraschung

"Sorgen aus dem Winter bestätigt": 2021 war für Aston Martin "schmerzhaft"

Bei Aston Martin machte man im vergangenen Jahr kein Geheimnis daraus, dass es nach eigener Ansicht vor allem die umstrittenen Regeländerungen zur Saison 2021 waren, die dafür sorgten, dass das ehemalige Racing-Point-Team, das 2020 noch vier Podestplätze und sogar einen Sieg geholte hatte, in der Hackordnung klar zurückfiel.

Letztendlich beendete man die Saison nur auf WM-Rang sieben. "In diesem Jahr wurden unsere Sorgen aus dem Winter bestätigt", erklärt Teamchef Otmar Szafnauer rückblickend und betont noch einmal, dass die Änderungen am Unterboden zur Saison 2021 "massive Auswirkung auf uns und Mercedes" gehabt hätten.

"Weil es im Mittelfeld so eng war, hat die Rundenzeit von sieben, acht oder neun Zehnteln, die wie je nach Strecke verloren haben, uns vom drittschnellsten Auto zum sechst- oder siebtschnellsten Auto zurückgeworfen", so Szafnauer, der daran erinnert, dass auch Mercedes im vergangenen Jahr extrem an Performance verloren habe.

"Wir haben am Heck viel Abtrieb verloren. Dadurch wird das Auto am Kurveneingang instabil. Es ist eine Kettenreaktion", erklärt der Teamchef. Beim Versuch, den verlorenen Abtrieb zurückzugewinnen, habe man dann ein Auto bekommen, das mehr Luftwiderstand als in der Vergangenheit gehabt habe.

Warum Aston Martin die Entwicklung stoppte

"Auf manchen Kursen bringt etwas mehr Luftwiderstand kein großes Defizit bei der Rundenzeit mit sich - auf anderen aber schon", so Szafnauer. Das sei auch der Grund für die teilweise stark schwankenden Ergebnisse von Sebastian Vettel und Lance Stroll in der abgelaufenen Saison gewesen.

Während Mercedes am Ende trotzdem die achte Konstrukteurs-WM in Serie feiern durfte, blieb Kundenteam Aston Martin lediglich der zweite Platz von Vettel beim Chaosrennen in Baku als einsames Highlight. Das lag unter anderem daran, dass Aston Martin den AMR21 nicht bis zum Saisonende weiterentwickelte.

"Wir hatten 2021 zu Beginn ein großes Entwicklungsprogramm", erklärt Szafnauer. Weil man die Entwicklung aber irgendwann komplett auf 2022 umstellen musste, damit nicht auch die kommende Saison beeinträchtigt wird, ging Aston Martin einfach die Zeit aus, um das 2021er-Auto noch weiter zu verbessern.

Wie gut ist der 2022er-Aston-Martin?

"Daher haben wir die bewusste Entscheidung getroffen, [bei der Entwicklung komplett auf 2022] zu wechseln, auch wenn es sehr schmerzhaft war", so Szafnauer. Die Hoffnung liegt in Silverstone nun auf dem komplett neuen Auto für 2022. Aktuell weiß aber noch niemand, wie gut dieses sein wird - nicht einmal Szafnauer selbst.

"Das ist wirklich schwer zu sagen, weil es relativ ist", erklärt er und berichtet: "Wir haben uns zu Beginn des Jahres einige Ziele gesetzt. Ich weiß aber nicht, wie aggressiv diese Ziele waren, weil ich nicht weiß, welche Ziele die anderen haben." Zwar sei man auf einem guten Weg, die Ziele zu erreichen, die man sich gesetzt habe.

Weil man aber keine Ahnung habe, was die Konkurrenz mache, könne man nicht sagen, wo man in der Hackordnung stehe, "bis wir wirklich testen und Rennen fahren", so Szafnauer. Erste Antworten wird es also frühestens bei den Testfahrten im Februar geben, wenn die neuen Autos zum ersten Mal auf die Strecke gehen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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