Spektakuläre Studie: So stellt sich McLaren die Formel 1 im Jahre 2050 vor

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Spektakuläre Studie: So stellt sich McLaren die Formel 1 im Jahre 2050 vor
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24.01.2019, 12:30

Elektroautos, die während der Fahrt induktiv laden, und eine künstliche Intelligenz, die direkt mit dem Gehirn des Piloten verbunden ist: McLaren hat radikale Ideen

Der McLaren-Rennstall hat sein Konzept von der Formel 1 im Jahre 2050 präsentiert. In einer aufwendigen Studie - basierend auf Fanbefragungen und Expertenmeinungen - wird eine Rennserie mit bis zu 500 km/h schnellen Elektroautos, die via Induktion während der Fahrt aufgeladen werden, gezeigt. "Das Spektakel ist dabei wichtiger als die technische Komplexität", so die Autoren.

Das Auto der Zukunft, das das Team auf den Namen "MCLExtreme" (kurz MCLE) getauft hat, soll über bewegliche Aerodynamik-Teile verfügen und zum Beispiel die Seitenkästen einklappen können. "Wie die Flossen eines weißen Hais" würde sich der Bolide stromlinienförmig machen, um auf den Geraden höhere Topspeeds zu erreichen, beim Bremsen und in Kurven aber stabil zu bleiben.

Ansonsten erinnert das Design an die Silhouette eines klassischen Formel-Rennwagens mit Front- und Heckflügel, offenen Rädern und einem Mittelmotor. Neu ist eine transparente Cockpitkanzel, die die Lenkbewegungen des Fahrers und seine Fußbewegungen auf der Pedalerie sichtbar macht.

Angetrieben werden soll der MCLE von einem kleinen Elektromotor, der aber in der Lage ist, über Induktionspunkte auf der Unterseite mit Energie gespeist zu werden. McLaren sinniert, dass die Autos über an einigen Stellen in die Strecken eingelassene Kontakte fahren, um mit Strom versorgt zu werden - ein Boost-Effekt ähnlich dem, der vom umklappbaren Heckflügel (DRS) ausgeht.

"Ob es 2050 möglich sein wird, die Akkus in der Zeit, die ein aktueller Formel-1-Wagen für eine Runde in Monaco braucht, komplett aufzuladen, ist schwierig zu sagen", meint McLarens Experte für Elektromobilität Stephen Lambert. "Ein zehn- bis 50-prozentiges Aufladen in zehn bis 30 Sekunden ist aber realistisch." Deshalb muss die auf einen Schlag abrufbare Leistung nicht groß sein.

Der Fahrer soll nicht mehr vom Kommandostand informiert werden, sondern von einem Computer-Co-Piloten. Die künstliche Intelligenz würde über eine Verbindung im Helm direkt mit seinem Gehirn kommunizieren und Informationen über Sensoren im Rennoverall aufnehmen. So könne die Rennstrategie in Echtzeit über ein holographisches Head-up-Display kommuniziert werden, wobei die Laune und die emotionale Verfassung des Fahrers bei der Berechnung berücksichtigt würde.

Der Gemütszustand soll per Leuchtstreifen auf den Rädern angezeigt werden. Ein wütender Pilot würde mit rot blinkenden LEDs fahren, ein entspannter mit einem blassen Grün. Für die Reifen schwebt McLaren selbstreparierendes Material vor, das Energie auch per Induktion gewinnt, vor.

Die Strecken des 2050er-Kalenders wären länger und breiter, heißt es in der Studie. Wegen der hohen Geschwindigkeiten wären Steilkurven notwenig - auch eine Chance, kleinere Radien zu gestalten und Kurse in Innenstädten zu ermöglichen, die aktuell wegen zu vieler langsamer 90-Grad-Kurven öde erscheinen. McLaren fragt sich: Warum nicht weiter in Monza fahren und Tradition beibehalten, den im Schnitt 400 km/h schnellen Kurs aber bis in das Stadtzentrum von Mailand bauen?

Übrigens: McLaren erkennt in fliegenden "Autos" keine Perspektive für den Straßenverkehr und damit auch nicht für die Formel 1, da sie für Staus an Knotenpunkten, Lärmbelästigung und ein erhöhtes Unfallrisiko sorgen würden. "Wenn man die Wünsche der Fans bedenkt, mit denen wir gesprochen haben, sind fliegende Autos die Antithese von dem, was Grand-Prix-Sport ausmacht", heißt es.

Ein weiterer Bestandteil des McLaren-Konzepts ist die Integration von eSports, also von Computerspielen. Jedes Team soll über einen Kader von Simulationspiloten verfügen, die im Vorfeld der Rennen virtuell gegeneinander fahren und die künstliche Intelligenz so mit Informationen füttern.

Mit Bildmaterial von McLaren.

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Autor Dominik Sharaf