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Steilkurve in Zandvoort: So wurde die verrückte Formel-1-Idee Realität

Die Steilkurve in Zandvoort soll in der Formel-1-Saison 2020 mit offenem DRS durchfahren werden - Doch wie kam es zu dieser einzigartigen Idee?

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Steilkurve in Zandvoort: So wurde die verrückte Formel-1-Idee Realität

Man nehme den Circuit Park Zandvoort und reiße die letzte Kurve des Traditionskurses an der Nordsee ab, um sie durch eine Steilkurve zu ersetzen. Klingt nach einem verrückten Plan, der in der Formel-1-Saison 2020 Realität werden wird. Dazu soll die Kurve mit offenem DRS durchfahren werden, wodurch vor der ersten Kurve Überholmöglichkeiten geschaffen werden sollen.

18 Grad beträgt die Neigung der Steilkurve, die auf dem Namen Arie-Luyendyk-Corner hören wird. Im Vergleich: Die Kurven am Indianapolis Motor Speedway haben ein Banking von gerade einmal neun Grad. Ein guter Vergleich ist der Start-Ziel-Bogen am Daytona International Speedway, der ebenfalls um 18 Grad erhöht ist und wer dieses Streckenstück einmal abgegangen ist, weiß wie steil es dort ist.

Einige Ingenieure haben die Initialzündung zum Bau der Kurve gegeben. Sie haben mit Computersimulationen bewiesen, dass die Idee von Charlie Whiting funktionieren könnte. Craig Wilson, der in der Formel 1 für die Performance der Fahrzeuge und das Layout der Strecken zuständig ist, suchte unermüdlich nach Lösungen für die Strecke und entschied sich letztlich für das Steilkurven-Projekt.

Keine bessere Lösung

"Wir haben uns damals das Layout angeschaut und erkannt, dass es schwierig werden wird, hier zu überholen", so der ehemalige Mercedes- und Williams-Ingenieur gegenüber 'Motorsport.com'. "Die Geraden sind zu Kurz und der ganze Kurs ist hat seine Grenzen aufgrund des anliegenden Nationalparks. Die Dünen stehen unter Schutz, weshalb wir die Gerade nicht einfach länger machen konnten."

Deshalb wurden 14 bis 15 Lösungen erarbeitet, um die letzten Kurven so zu verändern, dass mehr Tempo auf die Zielgerade mitgenommen wird. Jedoch war laut Wilson keine der Lösungen zufriedenstellend. Dann kam Whitings Idee wieder auf den Tisch, eine Steilkurve in Zandvoort zu bauen.

Wilson hat die Lösung untersucht und das optimale Banking berechnet, damit das Konzept auch funktioniert. "Dabei habe ich zwei Aspekte beachtet, die Stabilität der Autos und den Verlust der Aerodynamik. Es sieht so aus, als könnte es klappen. Danach haben wir uns nur noch gefragt, bis wann wir die Idee auch in der Realität umsetzen können."

Weitere Hilfe bei anderen Strecken?

Die Steilkurve in Zandvoort soll nur ein Beispiel von der Arbeit seitens Wilson und der Formel-1-Gruppe sein, die in Zukunft helfen will, die Layouts der Strecken zu verbessern. Wilson glaubt, dass die Berechnungen und Simulationen seitens der Formel 1 dem Circuit Park Zandvoort sehr geholfen hat, die Umsetzung der Idee letztlich auch durchzubringen.

Jedoch dämpft Wilson die Erwartungen, in Zandvoort ein Überholfestival zu erleben. Er sagt: "Es ist trotzdem noch eine Strecke, auf der es schwierig ist, zu überholen. Die Modifikationen sollten es aber einfacher machen." Der Automobil-Weltverband (FIA) hat bereits bestätigt, dass der DRS-Aktivierungspunkt vor der Steilkurve liegen wird.

Mit Bildmaterial von ISP/BSR Agency.

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Rennserie Formel 1
Autor André Wiegold