Steiner versteht Sensationalismus der Formel 1: "Du brauchst die große Sache"

Günther Steiner hat kein Problem damit, wenn Unfälle von der Formel 1 ausgeschlachtet werden: "Wenn sie es nicht machen, würde es niemand schauen"

Steiner versteht Sensationalismus der Formel 1: "Du brauchst die große Sache"

Haas-Teamchef Günther Steiner hat sich dafür ausgesprochen, schwere Unfälle wie jenen von Romain Grosjean im Fernsehen zu zeigen. Daniel Ricciardo hatte sich nach dem Crash in Bahrain über das Vorgehen der Regie aufgeregt, weil sie zahllose Replays gezeigt hatte. Zuletzt hatte er seine Kritik erneuert, weil viele Höhepunkte auf YouTube einfach nur aus Unfällen bestehen würden.

Doch dafür hat Steiner Verständnis: "Ich glaube, dass sich die Welt ein klein wenig verändert hat", sagt der Südtiroler im Podcast 'In the fast Lane'. Das Befriedigen der Sensationslust sei heutzutage einfach wichtiger geworden und werde demnach häufiger gemacht. "Du brauchst diese große Sache, wenn die Leute dich anschauen sollen", sagt er. "Einfach weil es so viel gibt."

Steiner vergleicht es mit geschriebenen Artikeln, die heutzutage eine sensationelle Überschrift brauchen. "Dann klicken die Leute drauf und lesen es. Wenn du einfach eine langweilige Überschrift machst, dann klickt niemand drauf, weil es einfach überall so viele Informationen gibt", sagt er.

Ihm ist bewusst, dass die Formel 1 die Sensationslust aufgreift und viele Dinge aufsehenerregender macht. "Aber das ist Teil ihres Jobs", betont er. "Wenn sie es nicht machen, dann würde es niemand schauen. Und dann gibt es Kritik, warum man nichts macht und Zuschauer und Interesse verliert."

Für ihn ist es nur wichtig, dass nichts gezeigt wird, wenn jemand verletzt wird. "Und das tun sie auch nicht. Wenn es am Ende gut ausgeht, dann ist es okay", sagt er. Auch Grosjean kam nach seinem Unfall in Bahrain mit Verbrennungen davon. Zwar wurde der Franzose demnach verletzt, doch das ist für Steiner im Rahmen. "Es ist ein schmaler Grat", meint er.

"Nutzen wir es? Sicher. Aber das müssen wir. Wir können nicht zurückgehen und einfach nur das Rennergebnis zeigen. Dann wird es schnell langweilig."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Autor Norman Fischer