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Steiner verteidigt Masepin gegen Kritik: "Auch Lauda hat für F1-Sitz bezahlt"

Nur ein Paydriver? Günther Steiner nimmt Nikita Masepin gegen Kritik in Schutz - Haas-Teamchef sagt: Selbst Niki Lauda hat für den Einstieg in die Formel 1 bezahlt

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Steiner verteidigt Masepin gegen Kritik: "Auch Lauda hat für F1-Sitz bezahlt"

Haas-Teamchef Günther Steiner hat auf Kritik reagiert, die Aufnahme des kapitalkräftigen Nikita Masepin in den Kader sei rein finanziell motiviert. Der Russe war am Dienstag als Haas-Pilot für die Formel-1-Saison 2021 bestätigt worden.

Und obwohl es noch keine Bestätigung der kommerziellen Vereinbarungen gibt, wird erwartet, dass die Logos des Uralkali-Konzerns von Masepins Vater, einem schwerreichen russischen Oligarchen, auf dem Auto zu sehen sein werden. In den sozialen Medien wurde daraufhin eine gewisse Skepsis gegenüber der Fahrerwahl laut.

Steiner betont jedoch, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass talentierte Fahrer von finanzieller Unterstützung profitieren, und sagte, dass Masepin seine Fähigkeiten bereits in Formel 2 unter Beweis gestellt habe. Dort rangiert der 21-Jährige vor dem Saisonfinale in Bahrain diese Woche an dritter Stelle der Meisterschaft.

Steiner: Schon immer Paydriver in der Formel 1

"Es gibt viele Fahrer, die dank finanzieller Unterstützung in die Formel 1 kommen", betont Steiner. "Es gibt sehr gute Fahrer in der Formel 1, die zu Beginn einen Sponsor mitgebracht haben. Der erste, der zu nennen ist, ist Checo (Perez; Anm. d. R.)."

"Checo kam in die Formel 1 und es hieß: 'Er ist ein Paydriver.' Schauen Sie sich Checo jetzt an, er stand auf dem Podium, er macht einen guten Job. George Russell ist für mich einer der besten Fahrer, aber ohne die Hilfe von Mercedes wäre er nirgendwo. Es sind viele von ihnen da - Lance Stroll, er war auf dem Podium."

Dabei erinnert Steiner daran, dass es sich keineswegs um ein neues Phänomen handele: "Als ich vor langer Zeit mit Niki (Lauda) sprach, sagte er: 'Ich habe es dank einer Bank, die mich gesponsert hat, in die Formel 1 geschafft, sodass ich mir eine Fahrt kaufen konnte.' Ich glaube, es war zu der Zeit BRM. Und er war zweimal Weltmeister."

Finanzieller Rückhalt ist nicht alles, aber hilft

Nur weil ein Fahrer den Sprung in die Königsklasse dank einer Finanzspritze schafft, bedeute das nicht automatisch, er habe es nicht verdient. "Es kommt darauf an, wie man es sehen will, ob man es als positiv oder negativ sehen will", sagt Steiner.

"Wenn jemand gut ist und finanzielle Unterstützung hat, hat er sicherlich bessere Chancen als jemand, der genauso gut ist und keinen finanziellen Rückhalt hat", räumt der Haas-Teamchef ein. "Warum sollte man sich für denjenigen ohne finanzielle Unterstützung entscheiden? Ich denke, solange sie in der Formel 2 gut sind, und Nikita ist es, kann ich nicht an ihm zweifeln. Was sollen sie noch tun?"

Steiner versichert, Masepins Saison genau verfolgt zu haben. "Sicherlich hatte er einen schwierigen Start, und ohne diesen würde er um die Meisterschaft kämpfen. Das ist es also, was ich sehe, mehr kann ich nicht sehen. Die Ergebnisse sprechen für sich."

Stroll und Latifik "sind gute Profi-Rennfahrer"

Masepin selbst sieht die Dikussion über sein Image als Paydriver gelassen. Auf Kollegen mit einem ähnlichen Hintergrund - wie Lance Stroll und Nicholas Latifi - angesprochen, sagt er: "Das sind nur zwei von 20 Namen in der Startaufstellung." Davon, dass es nur Millionärssöhne in die Formel 1 schaffen, könne also keine Rede sein.

Außerdem unterstreicht der Russe die Fähigkeiten, die Fahrer wie Stroll und Latifi - abgesehen vom Geld - mitbringen. "Es sind sehr gute Profi-Rennfahrer, die beide in ihren Einsitzer-Karrieren erstaunliche Ergebnisse erzielt haben", so Masepin.

Nikita Masepin

Formel-2-Pilot Nikita Masepin erhält nächste Saison eine Chance bei Haas

Foto: Motorsport Images

Steiner merkt derweil an, es sei keine Überraschung, dass Haas nach externen Investitionen suche, nachdem man sich in den ersten Jahren darauf konzentriert habe, die Marke des Teambesitzers zu fördern: "Wenn man ein Geschäft hat, investiert man für eine Weile, und man muss versuchen, es nachhaltig und zu einem Geschäft zu machen."

Seit längerem mit Vater von Masepin in Kontakt

"Wir haben Haas als einen Namen in der Formel 1 etabliert. Es ist jetzt ein bekanntes Team. Wir müssen diese Marke nicht mehr pushen, und wir sind offen für kommerzielle Partner. Dmitry Masepin hat eine Firma, und wenn er als Sponsor einsteigt, warum nicht?", spricht er eine Kooperation mit Uralkali offen an. Entsprechende Diskussionen hätten bereits im vergangenen Jahr begonnen.

"Ich stand schon eine Weile mit Herrn Masepin in Kontakt. Er ist hier gut bekannt. Wir haben bereits im vergangenen Jahr über Dinge gesprochen und gerade eine Beziehung aufgebaut. Als es darum ging, Nikita in der Formel 1 unterzubringen, begannen wir darüber zu sprechen, und so geht das schon eine Weile so", verrät Steiner.

Er betont aber: "Es gab nie irgendeinen Druck, und am Ende, als wir unsere Fahrer wechseln wollten, tauchte mit Sicherheit sein Name auf." Als zweiter neuer Fahrer im Haas-Team für 2021 gilt Mick Schumacher als so gut wie gesetzt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Juliane Ziegengeist