Formel 1 2017

Stoffel Vandoorne zieht Bilanz: Kann das Team endlich richtig lenken

Widriger kann es für einen Formel-1-Debütanten kaum werden: Stoffel Vandoorne musste in der Saison 2017 ein Rookie-Jahr unter solch schwierigen Umständen absolvieren, dass eine Einordnung seiner Leistung schwerfällt.

Der GP2-Dominator von 2015 ging in den ersten Rennen mit dem unzuverlässigen McLaren-Honda durch die Hölle und konnte sich entsprechend kaum in Szene setzen. Doch er biss sich durch und verbesserte sich im Laufe der Saison.

Am Ende steht der 25-Jährige bei 13 Punkten - vier Punkte weniger als Lehrmeister Alonso, der sogar noch drei Rennen vor Schluss in der WM-Wertung hinter Vandoorne lag und nur durch einen Schlusssspurt den Rookie noch abfangen konnte. Vandoorne, dessen Interviews teilweise der Traum jeder PR-Abteilung und der Alptraum aller Journalisten sind, beschreibt das wahrscheinlich schwierigste Jahr seiner Karriere als "eine Saison mit vielen Aufs und Abs".

"Der Tiefpunkt war sicherlich Bahrain, als mir der Motor auf der Runde in die Startaufstellung hochgegangen ist und ich nicht einmal am Rennen teilnehmen konnte", erinnert er sich an das Chaos der ersten Rennen. "Das ist natürlich nicht das, was man will, wenn man zuvor am Wochenende so viel Arbeit investiert…" In den ersten sechs Rennen hagelte es vier Ausfälle inklusive des Bahrain-Debakels.

Blütezeit in Südostasien

Das größte Problem für Vandoorne war, dass er durch die notorische Unzuverlässigkeit der Honda-Antriebseinheit gerade zu Saisonbeginn viel Trainingszeit verlor - genau zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Neuling eigentlich so viele Kilometer wie möglich braucht. "Das hat einiges erschwert, vor allem den Aufbau einer Beziehung zum Team und den Ingenieuren", merkt er an. So sei es auch für die Ingenieure schwierig gewesen, zu verstehen, was Vandoorne vom Auto genau wolle, da dieses in den Sitzungen öfter stand als fuhr.

 

Stoffel Vandoorne, McLaren, MCL32
Stoffel Vandoorne, McLaren, MCL32

Foto LAT Images

Nach dem harzigen Saisonstart wurde es allmählich besser. "Ich fühle mich jetzt wesentlich wohler als zu Beginn der Saison", sagt Vandoorne, dessen Durchbruch in Südostasien erfolgte. "Singapur und Malaysia waren zwei meiner stärksten Rennen überhaupt. Beide Male bin ich Siebter geworden und habe wichtige Punkte geholt. Es gab aber auch andere positive Rennen, bei denen sich das im Resultat nicht widerspiegelt aufgrund der Strafen, die wir hatten." Welche das waren, lässt er dabei offen.

Am wichtigsten sind für Stoffel Vandoorne allerdings die Fortschritte, die er neben der Strecke erzielt hat. Hier ging die Integration problemloser vonstatten als auf der Piste mit den vielen Problemen. Mittlerweile kann er das Team in die gewünschte Richtung lenken: "Die Arbeit in der Fabrik und im Simulator geht jetzt besser voran. Aber auch auf aerodynamischer Seite kann ich mich jetzt besser einbringen und das Auto so abstimmen, wie ich es gerne hätte. Ich bin zufrieden damit, wie die Dinge jetzt laufen."

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