Technik-Analyse: Mit einhändigen Starts beginnt Rückkehr der Formel 1 zur alten Schule

Die Formel 1 wird an diesem Wochenende in Australien die Uhr zurückdrehen.

Als ein Teil der Anstrengungen der FIA den Einfluss der Teams über die Handlungen auf der Strecke zu limitieren, müssen die Fahrer beim Start einhändig die Kupplung mit nur einer Wippe (statt wie bisher mit zwei Wippen) betätigen.

Dies ist ein weiteres Kapitel der spannenden Geschichte, wie die Fahrer die Starts zu absolvieren haben.

FIA mit strikterem Handeln

Im vergangenen August hat der Motorsport-Dachverband neue Restriktionen zur Reduzierung der Hilfe für Fahrer entworfen.

Ein Teil davon ist die Bedienung der Kupplungen beim Rennstart, die weitestgehend durch eine Software bewältigt wurden.

Zudem gab es Änderungen zum Finden des Schleifpunktes der Kupplung, die zum Großen Preis von Belgien eingeführt wurde. Die Bekanntgabe des vollen Umfangs der Einschränkungen hat bis zum Anfang des Jahres 2016 auf sich warten lassen.

Der Plan, der im August entworfen worden ist, schränkt die Fahrer ein, beim Start eine Kupplung mit nur einer Wippe, bzw. Hebel, zu nutzen – mit der Absicht von der Kupplung mit zwei Wippen abzurücken, welche dem Fahrer beim Start in den vergangen Jahren geholfen hat.

Inmitten von Unklarheiten über die exakte Definition von Geräten mit nur einer Wippe – insbesondere die Option Zwei-Schalthebel-Kupplungen beizubehalten (zum Beispiel im System von Ferrari) – hat die FIA den Teams und Fahrern versichert, dass es kein Schlupfloch in den Restriktionen gibt.

 

Nur einhändig zu betätigende Systeme

Aus einer Mitteilung für Teams und Fahrer im Winter von Formel-1-Renndirektor Charlie Whiting wird klar, wie die FIA eine Bedienung der Kupplung durch den Fahrer am Start des Rennens beurteilen wird.

„Solange kein klar identifizierbarer Defekt während der Startprozedur besteht, dürfen die Fahrer nur einhändig die Kupplung mit einem Hebel betätigen“, sagt Whiting, „Dies schließt die Anbringung eines zweiten Hebels nicht aus, da nur einer beim Start genutzt werden darf.“

„Wenn zwei Hebel verbaut sind, sind keine Interaktionen zwischen ihnen oder der SECU (Standard Eletronic Control Unit) oder ECU (Electronic Control Unit) erlaubt. Die Teams müssen ohne jeden Zweifel fähig sein, die einhändige Bedienung der Kupplung zu demonstrieren“, fügte er hinzu.

Die neuen Restriktionen, zusammen mit der Beschränkung der Schleifpunkte, führt dazu, dass die Fahrer beim Start im wieder mehr im Mittelpunkt stehen.

Das ist der Grund, warum bei den Tests in Barcelona viel Aufwand betrieben wurde, um Starts zu trainieren. Es wurde sichergestellt, dass die Fahrer fähig sind in Melbourne den Start durchzuführen.

Geschichte der Hebel von Kupplungen 

Von Giorgio Piola

Ferrari startete im Jahr 1989 mit dem Ferrari-640, den Trend Wippen hinter dem Lenkrad zu verbauen. Das Fahrzeug war das erste, bei dem halbautomatisch mit Wippen geschaltet wurde.

Diese technische Erneuerung galt als eine bahnbrechende Innovation, sodass Giogio Piolas Zeichnung (siehe unten) als seine weitreichendste angesehen wird. 

 

Ferrari 640 steering wheel
Ferrari 640 Lenkrad

Foto von: Giorgio Piola

Das erste Team, das die Kupplung auf das Lenkrad legte, war McLaren im Jahr 1994 – jedoch nur für den Fahrer Mika Häkkinen, der froh war nur noch zwei Fußpedale treten zu müssen.

Teamkollege Martin Brundle blieb bei einem System mit drei Pedalen, – wie nachfolgende Fahrer es taten – weil er aufgrund einer Verletzung , die er sich durch einen Unfall zugezogen hatte, nicht genug Kraft hatte, um die Bremse mit dem linken Bein zu betätigen.

 

Hakkinen and Coulthard clutch pedals, 1994
Hakkinen and Coulthard: Vergleich der Kupplungspedale, 1994

Foto von: Giorgio Piola

Für einige Fahrer, wie Heinz-Harald-Frentzen in Jahr 1995, war es komfortabel eine einzige Wippe  für die Kupplung am Lenkrad zu bedienen.

 

Frentzen's steering wheel, 1995
Frentzen's Lenkrad, 1995

Foto von: Giorgio Piola

Während dessen hatte Jacques Villeneuve eine einzigartige Lösung, als er die Kupplung über die linke und die Gänge über die rechte Wippe wählte, indem er ihn an sich heranzog um hoch und ihn von sich wegdrückte um runter zu schalten.  

 

Villeneuve's steering wheel, 1997
Villeneuve's Lenkrad, 1997

Foto von: Giorgio Piola

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Über diesen Artikel
Rennserien Formel 1
Fahrer Heinz-Harald Frentzen , David Coulthard , Mika Häkkinen , Jacques Villeneuve , Martin Brundle
Teams Ferrari
Artikelsorte Analyse
Tags formel 1, getriebe, lenkrad, schaltvorgang, schaltwippen, starts